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Umschau extra | 25.10.2011 | 20:15 Uhr : Fertige Salate aus der Kühltheke nicht unbedenklich

Fertige Salate aus der Kühltheke sparen viel Zeit. Die Gerichte werden küchenfertig produziert. Das lassen sich die Hersteller auch teuer bezahlen. Frische und verarbeitete Produkte sind aber auch eher anfällig für Keime. Wir haben überprüft, wie gut sie wirklich sind.

Salat

Wir haben für den Test zufällig Lebensmittel aus der Kühltheke eingekauft und in einer Kühltasche in das Lebensmittellabor gebracht. Auf das Verbrauchsdatum wurde selbstverständlich geachtet. Im Gegensatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum sollte man das Produkt nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr essen. In unserer Kühltasche landeten: Möhren geraspelt, Gourmetsalat mit Käse und Ei sowie Farmersalat in Fertigsauce. Das Labor brauchte fünf Tage, um erste Ergebnisse zu erzielen.

Verarbeitete Produkte anfälliger für Keime

"Insgesamt enthalten die Proben sehr viele Bakterien. Das Produkt ist stark belastet. Wir haben unter anderem sehr viele Hefen gefunden. Hefen sind Gas bildende Bakterien. Der Hersteller muss in seiner Produktionshygiene etwas tun", so das Ergebnis der geraspelten Möhren. Zudem wurden darin auch Darmbakterien gefunden. Sie hätten krank machen können. "Gerade diese gestiftelten, zerkleinerten Produkte sind natürlich enorm anfällig hinsichtlich des mikrobiologischen Verderbs", warnt der Laborant. Der Gourmetsalat hat eine normale Anzahl von Darmbakterien, lediglich ein Schimmelpilz hatte sich gebildet. Der Farmersalat ist komplett unauffällig. Ihn hätte man risikofrei essen können.

Vitamine gehen bei Zubereitung verloren

Ein Stück Käse auf einem Salat.
Frischer Salat mit Käse

Aber nicht nur das erhöhte Krankheitsrisiko gegenüber unverarbeiteten Lebensmitteln trübt den Blick auf die küchenfertigen Produkte aus der Kühltheke. Auch der Vergleich des Vitamingehalts sollte Verbraucher aufhorchen lassen. "Der geht, sobald der Salat gewaschen und geschnitten wird, nach unten", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Karen Nespethal. Exakte Studien über den Vitaminverlust bei Fertigprodukten gibt es nicht, lediglich Schätzungen. Zwischen zehn und 30 Prozent soll der Verlust bei Obst und Gemüse betragen.

Küchenfertige Produkte nicht preiswert

Ein Beispiel: Gewaschene und geraspelte Möhren kosten pro Kilogramm etwa 5,20 Euro, lose Möhren dagegen nur einen Euro. Ernährungswissenschaftlerin Nespethal begutachtet eine kleine Portion Mozzarella mit Tomatenscheiben: "Es ist ungefähr eine Tomate und ein halber Mozzarella für 2,30 Euro. Eine einzelne Tomate kostet zurzeit im Schnitt 20 Cent und eine Packung Mozzarella vielleicht 80 Cent. So könnte man sich für 60 Cent diese Portion selbst zusammenstellen."

Unsere Auswahl war zufällig und das Ergebnis ist keineswegs repräsentativ. Dennoch gilt: Wer küchenfertige Produkte aus der Kühltheke kaufen und Durchfall-Erkrankungen vermeiden möchte, sollte ein paar Tipps des Lebensmittelchemikers beachten:

- Produkte in der Kühlbox transportieren,

- Kühlschrank zwischen vier und sieben Grad einstellen,

- weit vor dem Verbrauchsdatum verzehren.

- Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem, aber auch Schwangere, sollten bei Chilled Food besonders vorsichtig sein.

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2011, 18:31 Uhr

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