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Umschau | 13.12.2011 | 20:15 Uhr : Fruchtige Versprechen werden nicht immer gehalten

Früchte haben ein gutes Image. Sie schmecken nicht nur gut, sondern sind auch gesund. Deshalb werben viele Hersteller mit Fruchtabbildungen auf ihren Produkten. Doch nicht immer ist das drin, was auf der Verpackung versprochen wird. Oft werden vor allem preislich günstigere Früchte verwendet und mit den teureren geworben. Armin Valet von der Verbraucherzentrale kennt die Problematik: "Wir meinen, der Verbraucher wird oft getäuscht." So sugerierten die Fruchtabbildungen einen vielfältigeren Fruchtgehalt als er tatsächlich vorhanden ist. Dabei verrät meist schon der Blick auf die Inhaltsliste auf der Verpackung, wie genau Abbildung und Inhalt übereinstimmen. Dies zeigen unter anderem folgende aktuelle Beispiele:

Der Beerensaft, der überwiegend aus Apfelsaft besteht

Der "Beeren Multi Saft" von Alnatura verspricht mit seinem Namen reinen Beerensaft. Doch die Zutatenliste zeigt, das Getränk besteht mit 75 Prozent zum größten Teil aus Apfelsaft. Der Rest setzt sich aus Beeren wie Erdbeeren, Trauben oder Brombeeren zusammen. Genau genommen müsste der Saft Apfel-Beeren-Saft heißen. Der Hersteller nahm dazu bislang keine Stellung.

Früchte

Heidelbeer-Tee ohne Heidelbeeren

Dieser Heidelbeer-Vanille-Tee von der Eigenmarke des Netto Marken-Discounts lockt mit schönen großen blauen Früchten zum Kauf. Laut der Zutatenliste auf der Verpackung sind aber keine drin. Netto erklärt dazu: "Bei verpackten Lebensmitteln ist es branchenüblich, Geschmacksrichtungen durch die Abbildung von Früchten auf den Produktpackungen zu kommunizieren."

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Aroma statt Beere

Auch diese Kaugummipackung von Orbit verspricht fruchtige Heidelbeeren. Unter den Zutaten sind auch hier keine Heidelbeeren aufgelistet, stattdessen Aromen. Auf Nachfrage erklärt der Hersteller: "Unser Produkt enthält ausschließlich natürliche Aromen, hauptsächlich handelt es sich dabei um natürliches Heidelbeeraroma." Wenn es so ist, könnte man das ja auch auf die Verpackung schreiben.

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Zitronenkuchen ohne Zitrone

"Torino Zitronen-Limone-Kuchen" von Kuchenmeister hat die Zitrusfrucht nicht nur im Namen, sondern zeigt sie auch auf der Verpackung. Aber auch hier ist diese Frucht nicht in der Zutatenliste aufgeführt. Dafür finden wir wieder nur den Begriff "Aroma". Genau deswegen war Kuchenmeister bereits vor zwei Jahren ins Visier der Verbraucherschützer geraten. Daraufhin hatte sich das Unternehmen gegenüber der Verbraucherzentrale verpflichtet, es zu unterlassen, "einen Kuchen mit der naturgetreuen Darstellung von Zitronen zu bewerben, ... wenn in dem Produkt weder Zitronenschale noch Zitronensaft enthalten ist." Auf unsere aktuelle Anfrage äußerte sich der Hersteller Kuchenmeister bislang nicht.

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Mit einer Erdbeere

Unter dem Namen "N.A! – Nature Addicts" wird ein "Frucht Snack" angeboten. Die Verpackung verspricht "100% Frucht" der Sorte Erdbeere. Kaum zu übersehen sind auch die vier großen roten Früchte auf der Verpackung. Wenn man jedoch genau hinschaut, entpuppt sich der Snack aus Erdbeeren als einer aus Äpfeln. Auf der Rückseite ist zu lesen:"2 Äpfel und 14 g Erdbeeren werden für einen Beute mit 30 g benötigt." Doch 14 Gramm entsprechen gerade einmal dem Gewicht einer durchschnittlichen Erdbeere.

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Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2011, 12:51 Uhr

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