Umschau

Umschau | 26.07.2011 | 20:15 Uhr : Eurokrise: Wohin mit dem Ersparten?

Die Finanzkrise verunsichert die Sparer in Deutschland. Wer Geld hat, fragt sich jetzt: Wohin damit? Wir zeigen, wie Sparer derzeit ihr Geld in Sicherheit bringen können.

Goldbarren

Gold

Seit März 2010 ist der Goldpreis deutlich nach oben geklettert – um etwa 45 Prozent. Noch extremer die Steigerung bei Silber. Hier liegen die Gewinne bei etwa 146 Prozent. Trotz des hohen Preises rät der unabhängiger Finanzberater Holger Voigt nach wie vor, fünf bis zehn Prozent der Ersparnisse in Edelmetalle zu investieren. Das hat einen einfachen Grund. "Gold und Silber haben eine eindeutige Wertsicherungsfunktion. Das heißt, wenn alles fällt, Gold und Silber halten", erklärt er.

Chart des Silberpreises von März 2010 bis Juli 2011
Noch stärker als der Goldpreis ist der Silberpreis gestiegen.

Fremdwährungen

Seit Beginn der Eurokrise sind auch Fremdwährungen stark gefragt. Der Schweizer Franken ist um etwa 27 Prozent gestiegen. Jan Seidel, Filialleiter der Reisebank in Dresden, beschreibt die aktuelle Situation: "Die sogenannten Fluchtwährungen sind der Schweizer Franken, die Norwegische Kronen und zunehmend auch der Australische Dollar. Das merken wir schon daran, dass unsere Kunden zunehmend keine kleine Stückelung wollen, wie sie es beim Urlaub benötigen, sondern nur sehr große Scheine, damit sie nicht so viel zu Hause lagern müssen."

Wertentwicklung der Schweizer Franken von März 2010 bis Juli 2011
Der Schweizer Franken gehört zu den beliebtesten Fremdwährungen.

Immobilien

Wegen der großen Unsicherheit um den Euro, denken auch wieder mehr Menschen über Wohneigentum nach. Alexander L. aus Dresden gehört dazu. Wie er denken mittlerweile viele. Einziger Haken: Die Preise sind vor allem in größeren Städten sehr hoch.

Alexander L. kennt aber auch die Risiken: "Das ist etwas Substanzielles: Da sind die Steine, die kann man anfassen, die haben einen Wert. Wenn die Lage der Immobilie schlecht ist, dann kann der Wert auch sinken."  Immobilien sind zwar grundsätzlich ein guter Schutz gegen Währungsunsicherheiten. Sie eignen sich aber eher für Menschen mit hohem Eigenkapital.

Aktien

Nach Expertenmeinung gehören Aktien für einen langfristigen Sparer grundsätzlich dazu. Auch die vergangenen Monate haben gezeigt: Trotz der zunehmenden Krisenstimmung konnte der DAX kräftig zulegen – um rund 30 Prozent. Eine Einschränkung gibt es allerdings, wie ARD-Börsenexperte Michael Best erklärt: "Vorsichtig sein sollte man auf jeden Fall bei den Finanzaktien, Banken und Versicherungen. Das ist kritisch zu sehen, weil nicht abzusehen ist, ob die Finanzinstitute noch weiter unter einer noch nicht ausgestandenen Krise leiden."

Entwicklung des DAX von März 2010 bis Juli 2011
Trotz Krise steigt der Dax.

Tagesgeld

Von Experten wird nach wie vor das Tagesgeld empfohlen. Die Zinsen sind zwar relativ gering, aber als Sparer bleibt man flexibel. Das ist in Krisenzeiten besonders wichtig. Nach der Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank Anfang Juli 2011 sind auch die Zinssätze gestiegen. Legt man beispielsweise als Neukunde einen Betrag von 10.000 Euro für 90 Tage an, zahlen einige Banken derzeit bis zu 2,6 Prozent. Aktuelle Konditionen kann man auch auf verschiedenen Vergleichsportalen im Internet einsehen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2011, 19:49 Uhr

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