Umschau

Umschau | 06.12.2011 | 20:15 Uhr : Handwerker-Test: Backofen-Reparatur

Immer wieder sorgen Handwerker für Ärger. Mal ist es Unpünktlichkeit, mal mangelnde Kompetenz, und manch einer will lieber gleich ein neues Gerät verkaufen anstatt das defekte zu reparieren. Auch bei den Reparaturkosten tricksen einige. Wir haben drei Monteure für Küchengeräte mit einem präparierten Backofen getestet.

Werkzeug

Wir wollten wissen, wie gut und wie fair Elektromonteure sind. Dazu haben wir einen Elektrobackofen mit einem Defekt präpariert. Unser Experte, Elektroingenieur Stefan Wolf, setzte dazu das Lüfterrad außer Betrieb. Das hat zur Folge, dass Kuchen und Brot bei Umluft nur unregelmäßig gar werden. Anschließend bestellte unsere Lockvogel-Kundin drei verschiedene Handwerker, die den Fehler am Umluftmotor finden sollten. Der Experte meinte, diesen Fehler sollte jeder Handwerker so in einer halben Stunde gefunden haben.

Handwerker prüfte schlampig und wollte nur Neugerät verkaufen

Der erste Handwerker kam pünktlich. Allerdings hatte er kaum Werkzeug dabei. Eine Funktionsüberprüfung zur Fehlersuche fand nicht statt. Ohne die Sicherungen für den Backofen zu entfernen, machte er sich an dessen Ausbau. Nach knapp zehn Minuten gab es eine Diagnose. Er vermutete defekte Heizstäbe und empfahl, ein neues Gerät zu kaufen, das er auch gleich besorgen könne. Ein Reparaturversuch blieb dagegen aus. Nach einer Viertelstunde zog er schon wieder ab, ohne sich die Arbeiten quittieren zu lassen. Die Rechnung, deren Höhe unerwähnt blieb, sollte es später geben. Experte Wolf urteilt: "Seine Leistung war mehr als mangelhaft."

Monteur

Der zweite Monteur war ebenfalls pünktlich. Er baute den Backofen fachmännisch aus. Beim Montieren legte er allerdings die Werkzeuge auf die Möbel der Kunden. Er ließ sich aber den Sicherungskasten zeigen, führte eine Reihe von Tests durch und fand auch sehr schnell den Schaden. Den Fehler konnte er jedoch nicht beheben, weil er nicht den entsprechenden Motor dabei hatte. Dafür bat er die Kundin, das Ersatzteil selbst beim Hersteller anzufordern. Zum Nachweis der erbrachten Leistung unterschieb die Kundin. Der Handwerker schlug vor, die endgültige Rechnung erst dann auszuführen, wenn das Ersatzteil eingetroffen und montiert ist. Nach einer halben Stunde war er fertig. Die Kundin ist zufrieden. Der Experte hat zwei Kritikpunkte: Zum einen legt man als Monteur keine Werkzeuge auf Kundenmöbel, weil man so einen Schaden verursachen könnte. Zum anderen hätte er die Bestellung des Ersatzteils selbst übernehmen können.

Rundumservice zum fairen Preis ist möglich

Auch der dritte Handwerker kam pünktlich. Er prüfte das Gerät schnell und erkannte den Defekt. Professionell baute er das Gerät aus und rief zur Ersatzteilbeschaffung sofort in seiner Firma an. Zum Schluss gab er der Kundin den Tipp, statt mit der defekten Umluft-Funktion nur mit Ober- und Unterhitze zu arbeiten. Der Besuch hat nur zwanzig Minuten gedauert und 34,50 Euro gekostet. Der Experte lobt diese Leistung: "So einem Hausgerätetechniker kann man schon die Note eins geben."

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