Ratgeber : Lesebrillen - gut und günstig aus dem Internet
Wer eine Lesebrille benötigt, findet die heute nicht mehr nur allein beim Optiker, sondern auch im Internet und in der Drogerie. Da man sie aber selbst zahlen muss, lohnt sich ein Preisvergleich. Wir haben getestet, wo es das günstigste Preis-Leistungsverhältnis gibt.
Bei unserem Test suchen wir eine augengerechte und preiswerte Lesebrille. Dazu lassen wir von der Optikermeisterin Claudia Riedel die Augenwerte unseres Testers messen. Sie gibt auch eine Empfehlung, was sich am besten für den Tester eignet. Die Optikermeisterin empfiehlt für die Lesebrille gehärtete Kunststoffgläser und eine Entspiegelung. Außerdem sollten die Gläser dünn sein.
Optiker-Handwerk
Wir starten bei einem Optiker-Handwerksbetrieb in Dresden. Dort fragen wir nach einer Brille zum Nulltarif. Die Verkäuferin erklärt, dass es die bei ihr nicht gebe. Sie kann jedoch vier Auslaufmodelle zu je 49 Euro anbieten. Die Gläser kosten extra. "Das Glas für 89 Euro. Sonst kosten sie das Doppelte. Damit käme die Brille auf 227 Euro", offeriert die Verkäuferin. Optikermeisterin Claudia Riedel begutachtet die Brille. Ihr Urteil: Qualitätsmäßig ist sie in Ordnung.
Filialist Fielmann
Bei Fielmann müssen wir fast zwei Stunden auf einen Termin warten. Im Angebot sind Null-Tarifgestelle, aber keines passt. Wir entscheiden uns für eines, das 49 Euro kostet. Mit den entsprechenden Gläser soll die Brille 225 Euro kosten. Das ist uns zu viel. Wir verhandeln. Am Ende zahlen wir 199 Euro. Doch schon wenige Stunden nach dem Tragen der Brille gibt es ein Problem. Unsere Testperson bekommt Kopfschmerzen. Optikermeisterin Claudia Riedel erahnt den Grund: "Fielman ist bei der Augenmessung zu anderen Werten gekommen, als wir." Ihre Empfehlung: Nachbesserung oder Umtausch verlangen. Und das geht bei Fielmann dann auch problemlos.
Internet
Im Internet gibt es viele Brillenshops. Wir testen in einer Stichpobe "Netzoptiker.de" und "Brille24". Wer sehen will, ob ihm die Brille steht, muss ein Foto hochladen. Wer das nicht mag, kann sich auch Gestelle zum Anprobieren schicken lassen. Um die Bestellung komplett zu machen, muss man noch die Sehwerte angeben und die Optionen "gehärtet", "entspiegelt" und "dünn" anklicken. Bei "Netzoptiker" kostet die Brille inklusive Gläsern 58 Euro. Der Versand dauert ca. 14 Tage. Bei "Brille 24" ist sie schon nach einer Woche da und kostet insgesamt 39,90 Euro plus fünf Euro Versand. Die Qualität der beiden Brillen begutachtet Optikermeisterin Claudia Riedel. Sie ist zufrieden.
Drogerie
Auch die Drogeriefilialisten Rossmann und Schlecker bieten Lesebrillen an. Es sind jedoch Fertigbrillen. Die Auswahl ist winzig. Bei Rossmann haben alle nur einfache Kunststoffgläser. Die Dioptrien-Zahl, die wir brauchen, ist derzeit nicht im Angebot. Wir entscheiden uns für eine Brille, die der gewünschten Sehstärke am nächsten kommt. Das Gestell passt nicht richtig. Dafür kostet die Fertigbrille nur 2,29 Euro. Ähnlich ist es bei Schlecker. Auch hier gibt es Fertigbrillen, auch hier nicht in der richtigen Sehstärke. Der Preis bei Schlecker: 5,99 Euro. Die Optikermeisterin Claudia Riedel schaut sich beide Drogeriebrillen an. Das Urteil: Sie sind wegen der einfachen Gläser und der ungenauen Werte für die dauerhafte Anwendung nicht geeignet.
Fazit
Qualitativ sind die Brillen vom Optiker, von Fielmann und aus dem Internet in Ordnung. Die teuerste Brille vom Optiker hat zwar tatsächlich das dünnste Glas, aber dafür kostet sie fünfmal so viel wie die Internetbrille, deren Gläser wiederum nicht ganz so dünn sind. Für welche Brille man sich letztlich entscheidet, hängt vom Typ ab. Aber wie unsere Stichprobe zeigt. Wer den Service vor Ort nicht braucht, der ist mit Internetbrillen gut und preiswert bedient.
