Umschau

Umschau extra | 24.06.2014 | 20:15 Uhr : Was verdienen die Ostdeutschen?

Ein junger Mann vor einem Auto mit geöffneter Motorhaube.
Der Kfz- Mechatroniker Thomas Jagmann aus Leipzig

Einer der sich gegen die ungerechte Entlohnung im Osten einsetzt, ist der junge Kfz-Mechatroniker Thomas Jagmann aus Leipzig.

Nach der Ausbildung zeigten ihm Gewerkschafter, wie groß die Differenz zwischen seinem Verdienst und dem im Tarifvertrag war. Seither macht sich der junge Mann für seine Rechte und die seiner Kollegen stark. Er gründete einen Betriebsrat und wurde einer der jüngsten Betriebsratsvorsitzenden in Deutschland.

Ost-West-Pendler zahlen hohen Preis für guten Lohn

Der Elektromonteur Peter Jantschke aus Hoyerswerda ist einer der vielen Ost-West-Berufspendler. Seit elf Jahren pendelt er zwischen seiner Heimat und dem Arbeitsplatz in Ulm. Das Gehalt stimmt zwar, doch die Trennung von seiner Frau ist ein hoher Preis, den er dafür zahlt. So werde die wöchentliche Fahrt nach Hoyerswerda, wo seine Ehefrau auf ihn wartet, zum Höhepunkt der Woche, erzählt der Mann. Seine Frau hat zwar eine Ganztagsstelle in Hoyerswerda, doch ihr Gehalt als Frisörin ist nur ein kleiner Zuverdienst für die Haushaltskasse.

Arbeit ist mehr als nur Geld verdienen

Zwei Verkäuferinnen in einem Supermarkt stehen nebeneinander.
Leipziger Verkäuferin Karin Seifarth (rechts) mit einer Kollegin.

Die Leipziger Verkäuferin Karin Seifarth gehört zu den Ostdeutschen, die nicht viel verdienen, aber glücklich sind, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Ihr Verdienst reicht zwar nur für eine Plattenwohnung, doch viel wichtiger ist für sie, dass ihr die Arbeit einen Lebensinhalt gibt. Seit 40 Jahren arbeitet sie beim Konsum. Sie sagt, dass sich in ihrem privaten Leben viel geändert habe, aber der Arbeitsplatz eine Konstante geblieben sei. Sie hat geheiratet und Kinder großgezogen. Inzwischen haben ihre Kinder das Haus verlassen und ihr Mann ist gestorben. Doch der Konsum gab ihr immer wieder Halt.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2014, 10:33 Uhr

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