Umschau | 17.07.2012 | 20:15 Uhr : Nicht alle Olympia-Träume in Leipzig geplatzt
Im Mai 2004 hatte sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) gegen Leipzig als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2012 entschieden. Doch trotz der Absage flossen circa 100 Millionen Euro durch das Olympiasofortprogramm des Bundes in Sportstätten und Infrastruktur.
Vom Olympiasofortprogramm haben vor allen zwei Sportanlagen in Leipzig profitiert. Die eine ist die Leichtathletik - und Judohalle auf der Nordanlage des Leipziger Sportforums. Sie wurde 2008 fertig gestellt und hat knapp sieben Millionen Euro gekostet. Hier trainiert die zweimalige deutsche Judo-Meisterin Kerstin Thiele. Sie fährt dieses Jahr zu den olympischen Spielen nach London. Auch im Kanupark am Markkleeberger See bereiten sich Olympia-Teilnehmer auf die Spiele in London vor. Diese Anlage ist eine der wenigen Sportstätten, die außerhalb von Leipzig realisiert wurden. Acht Millionen Euro Fördergelder wurden hier investiert. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2007 erfreut sich die Anlage großer Beliebtheit im Breitensport.
Leipzigs Infrastruktur hat profitiert
Von der Bewerbung für das Sportevent hat auch die Leipziger Infrastruktur profitiert. Rund um das Sportforum im Leipziger Westen wurden Straßen neu gebaut, auch die Straßenbahnunterführung an der Jahnallee. Stadteinwärts wurde in leerstehende und unsanierte Häuser investiert. Geplant war, hier Unterkünfte für die Athleten zu schaffen und nach den Spielen diese Wohnungen dem Markt zur Verfügung zu stellen, erklärt Engelbert Lütke Daldrup, ehemaliger Baubürgermeister Leipzigs. Das gleiche sollte auch mit dem Wintergartenhochhaus auf der Ostseite des Hauptbahnhofes passieren. Auch hier wurde trotz Absage saniert.
Große Sportbauten wurden nicht realisiert
Die meisten Projekte wurden jedoch nicht umgesetzt. Das Olympiastadion mit 75.000 Sitzplätzen sollte neben dem Leipziger Zentralstadion, heute Red Bull Arena, gebaut werden. Dafür waren rund 300 Millionen Euro geplant. Gleich daneben sollte auf dem Elsterbecken eine Schwimmanlage mit zahlreichen Tribünen entstehen. Im Leipziger Hauptbahnhof war ein Pressezentrum geplant. Das Kampfsportzentrum sollte auf dem Gelände der Alten Messe und das Ballsportzentrum auf dem neuen Messegelände errichtet werden. Am Lindenauer Hafen war das Olympische Dorf für die 11.000 Sportler und ihre Betreuer geplant. Nach den Spielen sollte die Anlage in einen attraktiven Stadtteil mit Wohnungen für 2.300 Familien umgebaut werden. Doch seit der Absage hat sich nichts getan.
Olympia-Bewerbung hat auch Moritzburg schöner gemacht
Das Olympische Feuer sollte 2012 aber auch in weiteren ostdeutschen Orten brennen. Im Reitsport-Mekka Moritzburg war neben verschiedenen Reithallen und Ställen auch ein Stadion mit 30.000 Plätzen geplant. Nach der Olympia-Absage gab es nichts davon. Lediglich die Schlossallee, eine wichtige Magistrale, wurde 2005 mit fünf Millionen Euro komplett saniert. In Rostock-Warnemünde sollten die olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen werden. Unter anderem sollte an der Warnowmündung der Yachthafen "Hohe Düne" entstehen. Dieser wurde 2006 fertig gestellt, allerdings durch Mittel eines privaten Investors.

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