Umschau

Umschau | 02.08.2011 | 20:15 Uhr : Onlinehändler mit undurchschaubarer Preispolitik

Jeder Händler kalkuliert seinen Preis individuell. So kann es zu großen Preisunterschieden kommen. Das gilt auch fürs Internet. Deshalb sollte man dort vor dem Kauf die Preise vergleichen. Die "Umschau" hat dabei etwas Sonderbares entdeckt. Ein Anbieter verkauft das gleiche Produkt auf verschiedenen Handelsplattformen zu unterschiedlichen Preisen.

Bei Preisrecherchen im Internet sind wir auf ein neues Phänomen gestoßen. Ein Händler verkauft auf mehreren Portalen dasselbe Produkt zu unterschiedlichen Preisen. Beispielweise ein TV-Gerät: Auf der Internetseite von Ebay kostet es beim Anbieter "Shop Seltmann" 601,50 Euro (plus 6,95 Euro Versandkosten). Bei Amazon verkauft derselbe Händler den Fernseher versandkostenfrei für 607,50 Euro. Der Verkäufer hat aber auch noch einen eigenen Webshop. Und dort bietet er den Fernseher für 480 Euro, also rund 20 Prozent günstiger an. Das gleiche Phänomen entdecken wir bei einem Paar Sportschuhe. Beim Onlineschuhhaus Zalando kostet es rund 70 Euro. Auf dem Marktplatz von Amazon bietet der Händler "Sportsprofi" dasselbe Model für rund 43 Euro an. In seinem eigenen Webshop kosten sie nur noch 40 Euro.

Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass der Webshop des Händlers immer den günstigsten Preis hat. Das zeigte die Preisrecherche für einen Rasenmäher. Mit 82 Euro am billigstenwar er beim Händler "Shop Seltmann" auf Ebay. In Seltmanns eigenem Webshop war er mit 98 Euro am teuersten. Der Preis bei Amazon lag dazwischen.

Marktpaltzbetreiber sehen Preispolitik unterschiedlich

Eigentlich dürfte es besonders die Unterschiede zu den Preisen bei Amazon nicht geben, denn Amazon verpflichtet seine Händler zur Preisparität. Das heißt, er darf die Ware nirgendwo im Netz günstiger anbieten als bei Amazon. Beim Internetkonzern will man sich dazu jedoch nicht äußern. Der Marktplatzbetreiber Ebay sieht diese undurchschaubare Preispolitik gelassen. Händlermarketingleiter Wolfgang Huber sagt: "Wir als Ebay sehen darin keinen Sinn, den Händlern diesbezüglich Vorschriften zu machen." Für Ebay reguliert sich der Markt von selbst. Kritischer sieht das ganze Treiben Christina Bathmann vom Preisvergleichsportal "Günstiger.de": "Wir empfehlen Händlern, von einem solchen Verfahren abzusehen. Damit setzen sie das Vertrauen ihrer Nutzer aufs Spiel. Und das Vertrauen ist letztendlich entscheidend für die Kaufentscheidung im Internet", argumentiert Bathmann.

Experten-Tipp:

Für den Online-Schnäppchenjäger ist es also unerlässlich, sich einen breiten Überblick über die jeweiligen Preise zu verschaffen. Benutzen Sie dazu die zahlreichen Preisvergleichsportale. Vertrauen Sie dabei aber nicht auf einen einzelnen Anbieter, sondern überprüfen Sie den Preis auch bei den anderen Suchmaschinen. Nicht jeder Preis ist bei jedem Portal gelistet.

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2011, 07:43 Uhr

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