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Umschau | 16.10.2012 | 20:15 Uhr : Dresden kassiert am meisten mit Parkplatzgebühren

Parken in der Stadt kann zu einem teuren Vergnügen werden. Davon können viele Autofahrer ein Lied singen. Für manch einen wachsen sich die Gebühren beinahe zu einer zweiten Miete aus.

Seniorin mit Sonnenbrille vor einem Parkscheinautomaten

Eigentlich werden Parkautomaten dort aufgestellt, wo Parkplätze knapp sind. Doch nun stehen sie in Dresden auch in Wohngegenden, wo es genug Stellplätze gibt. Unter anderem sind die Parkplätze vor dem Berufsschulzentrum Gastronomie in der Ehrlichstraße und der Schwimmhalle am Freiberger Platz kostenpflichtig. Das ärgert alle Betroffenen. Drei Euro für einen Tagesparkschein sind für Berufsschüler wie Daniel M. mit 300 Euro Lehrlingsgehalt viel Geld. Da er seine Kinder zur Kita und in die Schule bringen und von dort wieder abholen muss, ist er auf das Auto angewiesen. Seitdem man vor der Berufschule fürs Parken zahlen muss, stellt er seinen Wagen illegal auf den Grünstreifen. Das sei nach seiner Rechnung billiger. Die Schwimmvereine haben auch nach einer Lösung gesucht. Sie zahlen inzwischen für ihre ehrenamtlichen Jugendtrainer die Parkgebühren aus der Vereinskasse. Nach Auskunft des Universitätssportvereins Dresden sind das 1.000 bis 1.200 Euro pro Jahr, die an anderer Stelle fehlen.

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Welche Städte kassieren bei Parkplätzen am meisten ab?

Einen Parkplatz in der Stadt zu finden ist mitunter nicht nur pures Glück, sondern kann auch richtig teuer werden. In Dresden wird selbst vor einer Berufsschule abkassiert.

16.10.2012, 20:15 Uhr | 06:42 min

Berufstätige leiden unter kostenpflichtigen Parkplätzen am Cityrand

Im Vergleich der mitteldeutschen Großstädte hat Dresden die meisten kostenpflichtigen Parkplätze, die von der Kommune bewirtschaftet werden. Im gesamten Stadtgebiet gibt es mehr als 7.000 Stück. Auf diese Weise hat die sächsische Landeshauptstadt 2011 6,7 Mio. Euro Parkgebühren eingenommen.

Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung 2011
  Einnahmen
in Mio. Euro
Anzahl der öffentlich bewirt. Parkplätze Einnahmen pro
Parkplatz in Euro
Dresden 6,7 7.093 945
Magdeburg 2,8 4.628 605
Leipzig 2,6 2.130 1.221
Halle 1,6 2.550 627

Ermittelt man die Einnahmen pro Parkplatz, liegt Leipzig ganz weit vorn. Dort sind die Preise am höchsten. In der Innenstadt zahlt man für eine halbe Stunde einen Euro. Und selbst rund um den Innenstadtring werden 70 Cent je halbe Stunde fällig. Das ist gerade für Berufstätige, die dort arbeiten, sehr kostspielig. Wer einen Vollzeitjob hat, zahlt fürs Parken mehr als 10 Euro. Das ist u. a. für das Personal des Pflegeheims Marthahaus in der Leipziger Löhrstraße ein Problem, beschreibt Heimleiterin Heike Weimert die Situation: "Ich muss schon früh um sechs auf Parkplatzsuche gehen, weil ich tagsüber keine Chance habe, einen kostenfreien Parkplatz zu kriegen." Ihr Arbeitsbeginn ist um acht Uhr.

Parkkosten in mitteldeutschen Großstädten
  2 Stunden*
in Zone 1 (City)
Mo - Fr
9-18 Uhr
8 Stunden
Zone 2 (Cityrand)
Mo - Fr
9-18 Uhr
Leipzig 4 Euro 11,20 Euro
Dresden 3 Euro 3 Euro**
Magdeburg 2 Euro 1,50 Euro**
Halle 2 Euro 2,50 Euro**

*) Höchstparkdauer in Leipzig: 2 Stunden
**) Tagesticket

Kostenpflichtige Parkplätze mit Vor- und Nachteilen für Handel

Es gibt aber auch Anlieger, die von Bezahlparkplätzen profitieren. Es sind die Händler in der Innenstadt. Blumenhändlerin Claudia Bunge in Magdeburg meint: "Wenn das Parken kostenlos wäre, würde sich die arbeitende Bevölkerung hier hinstellen, es würde gar keiner mehr kommen und wir könnten auch gar kein Geschäft machen." Kostenpflichtige Parkplätze haben aber auch Nachteile für den Handel. Kunden mit Auto können auch auf die Einkaufscenter auf der Grünen Wiese ausweichen. Dort gibt es ausreichend kostenlose Stellflächen. Experten fordern daher neue Konzepte für den Umgang mit Parkflächen in den Innenstädten. Verkehrswissenschaftler Gerd-Axel Ahrens von der TU Dresden will Parken und den innerstädtischen Nahverkehr intelligent verknüpfen. "Ich kenne das aus der Stadt Bremen. Dort hat man ein Parkticket plus eingeführt. Das heißt, dass das Parkticket dann auch zum Shop-Hopping mit der Straßenbahn genutzt werden kann", erklärt er.

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2012, 22:07 Uhr

4. Vetter:
Die Abzocke der Politik nimmt kein Ende! Die Begründung das man damit Kurzparken ermöglichen will, ist unsinn, dass kann man auch mit einer Parkscheibe erreichen! Parkraumbew. ist doppelte Abzocke. der Autofahrer bezahlt über Steuern (KFZ-, Mineralöl-, MW-, Öko-St. u. a. wie z.B. Blitzer und Mautgeb.) viele Milliarden. Von diesen Steuern wird alles mögliche bezahlt, aber kein Straßenbau. Das Geld, das in den Straßenbau fließt, dient dazu Fahradwege zu bauen, Parkplätze in Grünflächen zu verwandeln, Tempo 30 Zonen einzurichten, Busspuren anzulegen usw. Wenn der Autofahrer dann das Auto abschafft, geht ein Aufschrei durchs Land weil viele Arbeitsplätze gefährdet sind! Dann werden wieder mit Steuern Arbeitsplätze gerettet (Stichwort Abwrackpr.). Erst wenn alle Straße dicht sind werden wir feststellen, dass Lebensmittel nicht im Geschäft wachsen und Krankenwagen, Feuerwehr, die Müllabfuhr und andere große LKW's nicht durch die engen Str. kommen. usw.
16.10.2012
21:17 Uhr
3. Uwe Hasert:
Neben den genannten Negativbeispielen, möchte ich Ihnen ein absolut positives Beispiel nennen. In der thüringer Stadt Bad Salzungen sind fast alle Parkplätze "Stundenparkplätze" und das kostenfrei. Ich war als Gast der Stadt äußerst überrascht. Es geht also auch anders! Fahren Sie einfach mal hin und überzeugen sich selbst! M.f.G. Uwe Hasert
16.10.2012
21:07 Uhr
2. Uwe Hensch:
Danke für den Beitrag. Ich wollte eigentlich mit meiner Tochter nach Dresden fahren in den Herbstferien. Zum Vergleich die Parkgebühren in Luxembourg-City Place du Glacis ca 5min bis ins Zentrum von 8-18 die Stunde 80Cent
16.10.2012
20:41 Uhr
1. Krause:
Noch größere Abzocke ist das Parken auf dem Leipziger Flughafen. 5,00 Euro für das Parken von nur wenigen Minuten bis 2 Stunden. Das ist noch größere Abzocke, vorallem wenn man jemand abholen will.
16.10.2012
20:03 Uhr

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