Umschau-Quicktipp | 01.10.2012 : Sicher unterwegs mit Fahrradanhängern für Kinder
Eltern, die gern und viel Fahrrad fahren, müssen nicht aufs Radfahren verzichten. Sie können ihre Kinder in Kindersitzen oder Fahrradanhängern mit auf ihre Touren nehmen. Aber was muss man bei der Benutzung der Fahrradanhänger beachten, wie sicher sind sie und was sind ihre Vor- und Nachteile?
In den Fahrradanhängern, die speziell für Kinder ausgerüstet sind, können je nach Modell ein bis zwei Kinder mitfahren. Sie werden durch gepolsterte Gurte gesichert. An der hinteren Fahrradachse werden die Anhänger montiert.
Verhaltensregeln im Straßenverkehr
Laut Straßenverkehrsordnung müssen die Fahrradanhänger mit einer mindestens 1,5 Meter hohen Sicherheitsfahne, so wie Rückstrahlern und –lichtern ausstattet sein. An Board dürfen bei einigen Herstellern nur Kinder, die bereits aufrecht sitzen können. Die Altersobergrenze liegt bei sieben Jahren. Doch vorher müssen noch einige weitere Vorschriften beachtet werden:
Sicherheit
Kinder sollten im Straßenverkehr immer Gurte angelegt haben und einen Helm tragen. Sehr wichtig – besonders wenn das Kind schläft – ist auch eine seitliche Kopfstütze im Sitz, die oft als Zubehör erhältlich ist. Das Fliegengitter sollte immer geschlossen sein, denn es schützt nicht nur vor Insekten, sondern auch vor Split und Steinen. Montiert man einen Rückspiegel an sein Fahrrad, hat man sein Kind und den Verkehr immer im Blick.
Beleuchtung
Die Anhänger verdecken während der Fahrt das Rücklicht des Erwachsenenrades. Um gut gesehen zu werden, brauchen sie darum eine eigene Beleuchtung. Diese besteht aus zwei weißen Frontleuchten und zwei roten Schlussleuchten. Neben Batterieleuchten gibt es auch Adapter zur Nutzung des Fahrraddynamos für die Anhängerleuchten.
Vorbereitung
Wenn man einen Anhänger kaufen will, sollte man sein Fahrrad mit zum Händler nehmen. Mit Dummys kann man dort eine erste Übungsrunde drehen. Vor allem der Kurvenradius, die Breite des Anhängers und das Bremsen sind gewöhnungsbedürftig. Ganz wichtig: Fahrradanhänger haben in der Regel keine eigene Bremse. Daher sollten die Bremsen am Fahrrad tadellos funktionieren.
Keine Zweckentfremdung
Anhänger dürfen nur von Fahrrädern gezogen werden. Für E-Bikes, Pedelecs und Mofas sind sie weder geeignet noch zugelassen.
Vorteile von Fahrradanhängern
- Freiheit: Anders als in einem Kindersitz haben die Kleinen in einem Anhänger Bewegungsfreiheit. Sie sitzen komfortabel und sind obendrein durch Planen vor Wind und Wetter geschützt.
- Sicherheit: Auch im Fall eines Unfalls bieten die Anhänger Vorteile: Das Kind stürzt nicht vom Rad, sondern sitzt weiterhin sicher angeschnallt. Zudem kann der Anhänger zumindest einen leichten Aufprall durch seine Pufferzonen abfedern.
- Flexibilität: Viele Kinderfahrradanhänger lassen sich mit ein paar Handgriffen umbauen und können so als Schiebebuggy benutzt werden. So kann man damit auch Skaten oder Joggen. Eltern sollten allerdings vorher genau überlegen, wofür sie die Anhänger tatsächlich nutzen wollen. Die Extras können schnell ins Geld gehen.
Nachteile von Fahrradanhängern
- Kosten: Fahrradanhänger sind nicht billig. Zwischen 250 und 1.200 Euro muss man dafür investieren. Neben den klassischen Zweisitzern haben einige Anbieter auch Einsitzer im Sortiment. Die sind nicht nur schmaler und leichter, sondern oft auch etwas günstiger.
- Belastungen: Da die Kinder in den Anhängern sehr niedrig sitzen, atmen sie permanent die Abgase von Autos ein. Zudem gefährden Chemikalien in den Anhängern selbst die Gesundheit von Kindern und Eltern: Das Labor vom ADAC und Stiftung Warentest entdeckte 2010 in vielen Sitzpolstern, Seitenstoffen, Gurten, aber auch in Sichtfenstern und Regenschutz, bedenkliche Substanzen.
- Platzbedarf: Was Raum bietet, braucht auch Platz. Kellerräume, die meist sowieso sehr eng sind, sind durch die Fahrradanhänger schnell voll gestellt.
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