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Umschau-Quicktipp | 16.07.2012 : Was bringt der Anti-Diebstahl-Schutz für Smartphones?

Telefonnummern, Adressen, Bilder - Handys sind Sammelsurien privater und oft sensibler Daten. "Anti-Diebstahl-Apps" sollen vor Langfingern schützen, indem sie ihnen den Zugriff auf die Daten verwehren. Doch Eperten warnen: Bei Profi-Dieben ist die Wirkung eher gering.

Handy-Diebstahlschutz

Jedem zehnten Deutschen ist sein Handy schon mal abhanden gekommen. In jedem zweiten Verlustfall wurde es gestohlen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen BITKOM-Umfrage. Besonders ärgerlich ist es, wenn ein Smartphone gestohlen wird. Die Minicomputer im Handyformat sind meist vergleichsweise teuer und im Speicher sind häufig jede Menge privater Daten wie Bilder, Videos oder E-Mails. Anti-Diebstahl-Apps sollen hier helfe.

Die Bezeichnung "Anti-Diebstahl-App" ist allerdings irreführend. Denn genau genommen können die Apps einen Diebstahl nicht verhindern. Sie können lediglich mit einer Ortungsfunktion bei der Suche nach dem vermissten Handy helfen. Mit Sperr- und Löschfunktionen können sie den Schaden durch den Missbrauch der Handydaten begrenzen. Einige Smartphone-Hersteller bieten derartige Funktionen standardmäßig an. Bei Samsung soll das Programm "Dive" für Schutz sorgen, bei Motorola "Motoblur" und bei Apple "Mein iPhone suchen". Einen eingebauten Schutz haben auch alle Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 7.

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Anti-Diebstahl-Apps

Wenn ein Smartphone geklaut wird, fallen dem Dieb auch wichtige Daten in die Hände. Sogenannte Anti-Diebstahl-Apps sollen ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

16.07.2012, 08:40 Uhr | 01:56 min

Probleme mit der Ortungsfunktion

Bei der Ortungsfunktion greift die Software auf die GPS- oder WLAN-Daten des Handys zurück. Sie beinhalten die Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes des Gerätes. Voraussetzung für die Ortung ist ein stets aktivierter GPS-Sensor. Ist der nicht an, muss auf Daten aus WLAN-Netzen oder Mobilfunkzellen zurückgegriffen werden. Damit lässt sich das Handy schlechter orten als via GPS. Wer denkt, das GPS würde seinen Handy-Akku ganz schnell leer machen, den belehrt ein Test der Computer-Redaktion c’t eines Besseren. Der Stromverbrauch im Standby ist sehr gering.

Wer als Besitzer eines Android-Handys trotzdem nicht ständig das GPS aktivieren möchte, sollte eine App verwenden, mit der man die Ortung per GPS nachträglich anschalten kann. Das bieten beispielsweise Plan B oder Cerberus an. Trotzdem bleibt ein generelles Problem bei der Ortung: Selbst mit einem angeschalteten GPS-Sensor gehört einiges an Glück dazu, um den Aufenthaltsort eines Handydiebes wirklich zu finden. Unter freiem Himmel sind die Positionsdaten sehr genau, liegt das Smartphone allerdings in einer Wohnung, dann weicht die geortete Position im Extremfall um bis zu 30 Meter vom realen Standort ab.

Sperren aus der Ferne hilft nicht immer

Mit Sperren per SMS oder Internet lässt sich das Handy außer Betrieb setzen und wird so vor dem Zugriff Unbefugter geschützt. Die fürs Sperren nötigen Befehle sendet man per SMS (Avast, F-Secure) oder über ein Web-Portal (Apple, Samsung, AVG). Im einem c’t-Test von Schutz-Apps für Android führten die Programme den Sperrbefehl innerhalb von Minuten aus.

Doch auch mit der Sperrfunktion kann man sich nicht in absoluter Sicherheit wiegen. Computerexperten warnen, dass professionelle Gauner die Sperren überwinden können, indem sie unter anderem interne Daten über eine USB-Verbindung zum Computer auslesen oder das Handy mit speziellen Programmen auf den Werkszustand zurücksetzen. Dann können sie das Gerät wieder uneingeschränkt nutzen.

Schutz vor Datenmissbrauch durch Lösch-Funktion

Wer nicht will, dass der Dieb den Inhalt des Handys sehen kann, kann aus der Ferne via SMS-Befehl eine Löschaktion auslösen. Das funktioniert aber nur, wenn das Gerät noch am Netz ist. Hat der Dieb die SIM-Karte oder den Akku entfernt, ist eine Löschung nicht mehr möglich. Beim Löschen gibt es mehrere Möglichkeiten - eine für Apple-Smartphones und zwei für Android-Handys. Die beiden letzteren haben Vor- und Nachteile. Bei Apple sind alle Informationen im Speicher der Apple-Smartphones verschlüsselt. Bei einem Löschbefehl aus der Ferne wird der zum Auslesen nötige Schlüssel vernichtet.

Die eine Möglichkeit für Android löscht alle persönlich hinzugefügten Daten und stellt den so genannten Werkszustand wieder her. Geht man diesen Weg, trennt man sich aber auch endgültig vom Gerät, da es dann nicht mehr geortet werden kann. Diese Löschfunktion bieten Samsung und Motorola und auch der App-Anbieter F-Secure. Die andere Möglichkeit löscht nur bestimmte Daten. Das bieten die Apps von AVG, Kaspersky, Lookout und McAfee. Dabei gibt es jedoch einen Haken. Die Daten werden nur aus dem Datenverzeichnis gelöscht, aber nicht überschrieben. Dadurch sind sie zwar auf den ersten Blick nicht mehr sehen, sind aber trotzdem noch vorhanden. Mit bestimmten Programme kann also jemand vermeintlich gelöschte Daten wie Bilder oder E-Mails wiederherstellen. Wurden die Daten mit anderen Informationen überschrieben, ist das in der Regel nicht mehr möglich. Dies tut einzig Avast Mobile Security.

Experten-Tipp

Unabhängig von der Anti-Diebstahl-App ist es empfehlenswert, die Bildschirmsperre am Handy zu benutzen. Das rät Lutz Labs vom Computermagazin c’t. Das heißt, man muss das Passwort kennen, um das Handy in einen nutzbaren Zustand zu versetzen. Für weniger professionelle Diebe stellt das schon eine Hürde da.

Fazit

Gegen Profidiebe sind die Dienste der Hersteller und sämtliche Diebstahlschutz-Apps machtlos. Die Gauner entnehmen die SIM-Karte, versetzen das Gerät in den Flugmodus oder umgehen eine Sperre durch Flashen des Handys. Häufig können sie zudem noch sensible Daten aus dem Telefonspeicher auslesen. Greift ein Gelegenheitsdieb ohne großes Technikwissen zu, hat man aber gute Chancen, aus der Ferne noch etwas auszurichten. Mit etwas Glück - durch GPS-Ortung - kann man das eigene Handy wiederfinden.

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2012, 10:58 Uhr

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