Umschau-Quicktipp

Umschau-Quicktipp | 18.07.2012 : Kindersitze - So fahren ihre Kinder sicher Auto

Kinder sollen im Kindersitz ihren Bedürfnissen entsprechend gut und sicher angeschnallt sitzen. Je nach Alter bieten die Hersteller verschiedene Modelle an. Das Befestigungssystem Isofix hat sich auf dem Markt zur Fixierung der Autositze durchgesetzt. Sollte der Kindersitz in Ihrem Auto einmal dem Härtetest ausgesetzt werden, sollten Sie ihn austauschen.

Kinder bis zwölf Jahre oder bis 1,50 Meter Körpergröße müssen laut Straßenverkehrsordnung im Auto in einem Kindersitz Platz nehmen. So soll die Fahrt für die Kleinen sicherer sein. Der ADAC hat vor wenigen Wochen 33 Modelle daraufhin getestet. Fünf von ihnen erhielten dabei lediglich das Prädikat "mangelhaft". Doch worauf sollte man achten, damit Kinder wirklich sicherer im Autositz sind?

Modelle für verschiedene Altersklassen

Kindersitze müssen der Größe des Kindes angepasst sein. Für verschiedene Altersklassen gibt es daher auch verschiedene Sitze. Für Babys sollten so lange wie möglich Babyschalen verwendet werden. Ab einem Alter von ungefähr einem Jahr kommt dann ein Kindersitz zum Einsatz. Den gibt es in zwei Varianten: zum einen das mitwachsende Modell für Kinder von ein bis zwölf Jahre, zum anderen Ausführungen speziell für die verschiedenen Altersgruppen - für Ein- bis Vierjährige und für Vier- bis Zwölfjährige.

Rückenlehne und Fangkörper für mehr Sicherheit

Die Stiftung Warentest empfiehlt statt einer einfachen Sitzschale, einen Kindersitz mit Rückenlehne und seitlichen Kopfstützen. Die Kopfstützen verhindern, dass der Kopf des Kindes im Ernstfall ungebremst gegen die harte Fahrzeugtür schlägt. Er bietet Schutz wie ein Kopfairbag bei Erwachsenen. Mehr Sicherheit erhält man auch bei Kindersitzen mit so genannten "Fangkörpern". Diese sind am Sitz angebracht und halten die Kinder besser als ein Gurt.

Isofix-Sytem gibt besseren Halt

Bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes sollte man auch auf das Vorhandensein des Befestigungssystems "Isofix" achten. Damit lassen sich Kindersitze einfach und besonders fest im Auto verankern. Dafür befinden sich Haken am Kindersitz, die fest an Ösen im Auto verschraubt werden. Dies soll verhindern, dass der Sitz bei einem Unfall verrutscht.

Die meisten "Isofix"-Sitze, vor allem ältere Modelle, haben aber auch einen klaren Nachteil: Man kann sie nicht in jedes Fahrzeug einbauen. Die Hersteller geben genau an, welchen Sitz man in welchem Pkw einbauen darf. Dies bedeutet unter Umständen, dass bei einem Autoneukauf auch ein neuer Sitz her muss. Seit 2004 gibt es aber auch universell einbaubare Isofix-Kindersitze. Das heißt, der Einbau ist in alle Fahrzeuge möglich, wenn sie über einen so genannten Isofix-Bügel verfügen. Das ist bei allen neuen Fahrzeugen der Fall.

Sitz nach Unfall austauschen

Auch wenn der Kindersitz bei einem Unfall augenscheinlich keinen Schaden genommen hat, kann die Schutzfunktion durch kleine kaum sichtbare Risse eingeschränkt sein. Deshalb empfiehlt sich eine Prüfung des Sitzes und, wenn nötig, ein Austausch. Einige Hersteller bieten einen kostenlosen Prüfservice an.

Wegen möglicher unsichtbarer Unfallschäden sollte man keinen Kindersitz auf dem Flohmarkt oder aus zweiter Hand kaufen. Denn in diesem Fall müsste man sich auf die Informationen des Verkäufers verlassen. Solange dieser Mängel des Sitzes nicht schriftlich ausschließt, kann man ihn auch für Schäden nicht haftbar machen.

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2013, 17:23 Uhr

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