Umschau-Quicktipp | 26.07.2016 Hitze-Stau: Coole Tipps für Autofahrer

Mit dem Auto ist man auf der Fahrt in den Urlaub flexibel. Die ganze Familie und jede Menge Gepäck passen auch noch mit rein. Und dann: 34 Grad Celsius, Stau auf der Autobahn. Was nun? Auto sofort aus, weil der Kühler ja keinen Fahrtwind mehr abbekommt? Klimaanlage aus, weil das den Motor noch mehr strapaziert? Wie Sie bei Hitze mit dem Auto richtig umgehen, das klären wir jetzt mit Johannes Boos vom ADAC.

Der Sommercheck = "WOLKEN"-Check

In jeder Betriebsanleitung steht es: Überprüfen Sie regelmäßig Füllstände und andere wichtige Sicherheitsdetails des Autos. Nur wer macht das auch? Vor der großen Fahrt in die Sommerferien sollten Sie aber schon mal ein paar Sachen an ihrem Auto überprüfen. "Das können Sie eigentlich alles alleine machen“, erklärt Johannes Boos vom ADAC. Man brauche dafür keine Werkstatt. Ist mit dem Auto alles in Ordnung, genügt es für den Sommer einmal die so genannten "Wolken" zu checken. Dies bitte am betriebswarmen Auto durchführen.

  • W- wie Wasser: Kontrollieren Sie den Kühlwasserbehälter. Steht die Anzeige unter "min", muss mit destilliertem Wasser nachgefüllt werden. Melden Sie das beim nächsten Werkstattbesuch Ihrem Monteur. Dieser kann nachmessen, ob das Verhältnis Kühlwasser/Frostschutz noch stimmt. Außerdem steht das W noch für Wischwasser. Alle Behälter sollten vor der großen Fahrt aufgefüllt werden. Klares Wasser mit ein bisschen Spülmittel reicht für den Sommer.
  • O- steht für Öl. Auch hier können Sie leicht selber nachschauen und selbst nachfüllen. Welches Öl Sie brauchen, steht in ihrer Betriebsanleitung. Tipp: Öl im Baumarkt ist oft günstiger als das gleiche Produkt an der Tankstelle.
  • L-wie Luft: Ist der Reifendruck noch in Ordnung, auch der vom Reserverad?
  • K- wie Kraftstoff: Ist genug Benzin oder Diesel im Tank? Sollten Sie einen Reservekanister mitführen, überprüfen Sie, ob der noch richtig dicht schließt.  
  • E-wie Elektrik: Damit ist die Beleuchtung an Ihrem Fahrzeug gemeint. Die sollten Sie nicht nur vor dem Urlaub immer mal wieder prüfen, gerade wenn Sie oft in der Dämmerung oder nachts unterwegs sind.
  • N- steht schließlich für Notfallausrüstung: Haben Sie alle Warnwesten und das Warndreieck sowie einen aktuellen Nothilfekasten an Bord?

Wie fit ist eigentlich der Motor?

Sie brauchen sich auch an einem heißen Sommertag keinen Sorgen machen, dass Ihr Auto im Stau überhitzen könnte. "Wenn Ihr Auto normal gewartet ist, gibt es keinen technischen Grund, warum Sie im Stand den Motor ausmachen müssten. Die Fahrzeuge kühlen auch ohne Fahrtwind entsprechend runter. Ich sehe da eher den Umweltaspekt", meint unser Experte vom ADAC dazu. Bedenken Sie, dass Ihr Auto stehend im Leerlauf ein bis zwei Liter Sprit pro Stunde verbrennt! Das klingt nicht viel, aber hochgerechnet auf Hunderte Autos in einem Stau, kommen doch schnell viele umsonst verbrannte Liter zusammen.  

Wann ist die Klimaanlage wirklich sinnvoll?

Mit Klimaanlage lässt sich die Sommerhitze besser ertragen. "Sie sollten aber schauen, ob Sie die Anlage wirklich die ganze Zeit laufen lassen müssen. Das bedeutet nämlich auch einen Mehrverbrauch", so Johannes Boos vom ADAC. Knapp einen halben Liter verbrauchen Sie auf 100 Kilometer oder in der Stunde Stillstand mit Klimaanlage mehr. Also schalten Sie die Kühlung nur zeitweise zu. Sollten Sie im Stau einen Platz im Schatten erwischt haben, dann lieber Fenster runter und lüften. Und Vorsicht: Stellen Sie die Klimaanlage an richtig heißen Tagen nicht sofort auf volle Kühlleistung. Steigen Sie überhitzt ins Auto, könnte sonst Ihr Kreislauf schlapp machen.

Tanken bei Hitze?

Benzin und Diesel kommen aus kühlen unterirdischen Tanks und können sich dann in Ihrem Autotank aufheizen und ausdehnen. Bis zu fünf Prozent mehr an Volumen kann das ausmachen. Dafür aber sind die Tanks ausgelegt und halten das entsprechend aus. Außerdem fahren Sie ja in der Regel nach dem Tanken gleich weiter, was wieder Kraftstoff verbraucht. Trotzdem sollten Sie an der Zapfsäule nach dem ersten Klick von der Zapfpistole Schluss machen und Ihr Auto nicht bis zum Tankdeckel vollpumpen. Auslaufendes Benzin oder Diesel beschädigen Ihren Lack. Außerdem schädigen die Dämpfe die Umwelt“, mahnt der Fachmann vom ADAC.

Das Auto abstellen

Lassen Sie keine Gegenstände aus Plastik oder andere hitzeempfindlichen Sachen in der prallen Sonne liegen. Vorsicht auch bei Feuerzeugen oder Sprayflaschen. Diese könnten bei Temperaturen über 60 Grad explodieren. Bei längeren Standzeiten in der Sonne decken Sie die Scheiben mit entsprechenden Folien, zum Beispiel Thermofolien vom Winter, ab.  Eine Decke oder Pappe helfen zur Not aber auch. Lassen Sie auch bei geöffnetem Fenster keine Kinder oder Tiere im Auto zurück. Das kann lebensgefährlich sein.

Der Reifen-Check

Überprüfen Sie den Luftdruck bei warmgefahrenen Reifen - und wenn Ihr Auto für die Ferienfahrt voll beladen ist. Nur so können Sie für diese Belastung die optimalen Bedingungen schaffen. Reifen heizen sich im Sommer sehr schnell auf und sind empfindlich. Gerade alte Pneus mit leichten Schäden können jetzt schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Überprüfen Sie deshalb Profil und Gesamtzustand Ihrer Räder. Ein Reparaturspray statt eines richtigen Ersatzrades ist gerade bei einem voll beladenen Auto keine gute Idee. Die Sprays funktionieren nicht bei jeder Art Schaden.

Das sollten Sie nicht tun!

Die Scheiben ein kleines Stück runterstellen, damit sich das Auto auf dem Parkplatz nicht zu sehr aufheizt? Das ist keine gute Idee. Sie müssen ihr Auto vor unbefugter Benutzung sichern. Ansonsten können Sie mit einem Verwarnungsgeld belangt werden.

Sind Sie mit Sonnenbrille unterwegs, dann sollte die eine Tönung von maximal 75 Prozent haben. Alles andere ist zu dunkel, um Bremslichter, Ampel oder ähnliches rechtzeitig und deutlich zu erkennen.

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2016, 12:33 Uhr