Umschau-Quicktipp | 01.11.2017 Bessere Sicht in der dunklen Jahreszeit

Morgens wird es später hell und abends eher dunkel. Ist es neblig, regnet oder schneit es, dann verschlechtern sich auch am Tag die Sichtverhältnisse. Bei gutem Wetter kann Sie die tiefstehende Sonne mitunter so blenden, dass Sie gar nichts mehr sehen. Nur mit richtig eingestellten Scheinwerfern und sauberen Scheiben kommen Sie gut durch Herbst und Winter. Die erste Regel für gute Sicht heißt deshalb:

Putzen

Verdreckte Scheinwerfer, Bremslichter und Blinker können nicht mit voller Leistung leuchten. Deshalb sollten Sie die Beleuchtung vor jeder Fahrt kontrollieren und gegebenenfalls waschen. Denken Sie dabei auch an Nebelscheinwerfer und Kennzeichenbeleuchtung. Im Ernstfall gibt es bei einer Kontrolle ein Bußgeld, wenn die Beleuchtungsanlage nur eingeschränkt funktioniert. Die Autoscheiben sollten Sie nicht nur von außen waschen. „Wichtig ist zu Beginn der dunklen Jahreszeit, dass Sie einmal mit Glasreiniger alle Scheiben auch von innen reinigen“, rät Autoexperte Johannes Boos vom ADAC. Fettfilm und Schlieren machen sich besonders jetzt bei tiefstehender Sonne bemerkbar und können den Durchblick stark behindern. Halten Sie alle Scheiben und Lampen möglichst immer sauber. So sehen nicht nur Sie besser, sondern werden auch früher von anderen Autofahrern gesehen.  

Kratzen

Ein Mann befreit seine Frontscheibe von Eis
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Sind die Autoscheiben vereist, hilft oft nur Kratzen. Dabei müssen Sie allerdings aufpassen, dass Sie die Autoscheibe nicht beschädigen. Dazu unser Experte: „Bei verdreckten Scheiben besteht die Gefahr, dass Sie mit Sand und Schmutz kleine Kratzer auf der Scheibe verursachen. Säubern Sie deshalb vor dem Abstellen des Autos abends einmal die Scheibe mit dem Wischwasser, dann geht das Kratzen am nächsten Tag besser.“ Auch der Eiskratzer selbst sollte sauber und mit möglichst drei Seiten ausgestattet sein. Richtige Reihenfolge: grobes Aufrauen, Eiskratzen und Wischen mit der Gummilippe.

Enteisen

Im Winter gehört Scheibenfrostschutz ins Wischwasser. Das ist seit 2006 gesetzlich vorgeschrieben. Versuchen Sie dabei, die richtige Mischung zu verwenden. Das billigste Gemisch für bis zu minus zehn Grad kann in besonders kalten Nächten selbst einfrieren. Kippen Sie Frostmittel für minus 60 Grad pur in den Wischwasserbehälter, kann Ihnen die Scheibe verschmieren, weil es zu dickflüssig ist. Scheibenfrostschutz können Sie auch zum Enteisen der Scheiben am Morgen direkt aus dem Kanister oder der Flasche verwenden. Allerdings ist da sehr viel Chemie im Einsatz. „Kratzen ist bei Eis schon das erste Mittel der Wahl. Ein Enteiserspray für das Türschloss sollten Sie dennoch bei sich haben. Natürlich gehört das in die Handtasche und nicht ins Auto“, rät Johannes Boos. 

Vereisen verhindern

Vorbeugend können Sie die Frontscheibe auch mit einer Plane oder Pappe gegen Eisbildung schützen. Zeitung ist nicht sinnvoll, sie kann selbst anfrieren und lässt sich dann nur sehr schwer entfernen.  Arbeiten Sie auf keinem Fall mit heißem Wasser, das kann bei sehr tiefen Temperaturen einen zu großen Unterschied bedeuten und die Scheibe zum Platzen oder Reißen bringen. Von innen beschlagene oder vereiste Scheiben lassen Sie am besten von der Klimaanlage trocknen.

Scheinwerfer testen und einstellen

Autofahrer mit Licht bei starkem Nebel in der Stadt
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Ob Ihre Scheinwerfer richtig funktionieren, können Sie grob an der Hauswand testen. Dazu rät unser Experte: “Manche vergessen nach dem Urlaub mit Hänger oder Wohnwagen die Einstellung der Scheinwerfer wieder auf normal zu setzen. Das können Sie jetzt selber machen.“ Auch die grundsätzliche Funktion von Nebelscheinwerfen, Blinkern und allen andern Lampen sollten Sie regelmäßig überprüfen. Einen richtigen Lichttest und spezielle Einstellungen direkt an den Scheinwerfern sollten Sie von einer Werkstatt vornehmen lassen. Diese Tests sind im Herbst oft kostenlos oder zumindest sehr preiswert.

Lampenwechsel

Sind Lampen kaputt, müssen sie sich laut einer EU-Vorschrift auch von einem Nicht-Fachmann ohne größere Mühe wechseln lassen. Die Praxis sieht anders aus. Sollten Sie am Wechsel der Lampen verzweifeln, lassen Sie einen Fachmann ran. Auch wenn die Werkstatt dafür ein paar Euro berechnet, sind Sie so auf der sicheren Seite. Eine gute Fachwerkstatt wird Ihnen einen einfachen Lampenwechsel nicht in Rechnung stellen, wenn Sie die Lampen dort kaufen. Eine falsch eingebaute Lampe stellt ein großes Risiko dar. Machen Sie es also selbst, überprüfen Sie nach dem Wechsel, ob alles einwandfrei funktioniert.

Tagfahrlicht vs. Abblendlicht

Seit  2011 müssen in jedem Neuwagen spezielle Tagfahrlampen eingebaut sein. „Im Gegensatz zum Abblendlicht leuchten die nur nach vorne und sind nur dafür da, dass Sie besser gesehen werden. Sie dienen also nicht zur Beleuchtung der Straße für Ihre Sicht“, so unser Experte vom ADAC. Diese LED-Lampen verbrauchen nur sehr wenig Strom, zwischen 0,02 und 0,05 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer zusätzlich. Im Tunnel oder bei wechselnden Lichtverhältnissen in einer Allee werden Sie damit besser gesehen. Verschlechtern sich aber die Lichtverhältnisse auch am Tag durch Regen, Schnee oder Nebel, reichen diese Tagfahrlampen nicht mehr aus. Dann müssen Sie wie bei Dämmerung oder Dunkelheit das Abblendlicht einschalten.

Richtig benutzen

Grundsätzlich sollten Sie die Beleuchtung am Auto benutzen, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern. Nebelschlussleuchten schalten Sie nur ein, wenn die Sichtverhältnisse so schlecht werden, dass Sie nicht weiter als 50 Meter sehen können. Sie leuchten heller als das normale Rücklicht und können bei guter Sicht nachfolgende Autofahrer blenden. Das ist ebenso verboten wie der Einsatz der Nebelscheinwerfer bei guter Sicht.

Die beste Lampe

Unter Halogen-, Xenon- und LED-Lampen ist die jüngste Technologie, also LED, aus Sicht des Fahrers am besten. „Wir haben damit bei eigenen Tests tatsächlich die besten Ergebnisse erzielt“, so Johannes Boos. Ob eine Nachrüstung Ihres Autos mit LED-Scheinwerfern machbar und von den Kosten her sinnvoll ist, das besprechen Sie am besten mit Ihrer Werkstatt. Achten Sie beim Autokauf auf Hilfssysteme wie einen dynamischen Fernlichtassistenten. Damit wird nur der Bereich des Gegenverkehrs abgeblendet, das sorgt für optimale Sicht bei allen. „Wir wollen, das solche Systeme künftig zur Grundausstattung jedes Autos gehören und nicht nur im teuren Zusatzpaket enthalten sind“, fordert unser Experte.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 01. November 0017 | 09:26 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2017, 11:13 Uhr