Umschau-Quicktipp | 13.07.2017 Bluetooth-Kopfhörer im Klangtest

Bluetooth-Kopfhörer, die auf den Ohren aufliegen oder die Ohren umschließen, gibt es aktuell schon ab 20 Euro aufwärts. Teure Modelle kosten deutlich über 200 Euro. Schon in der Preisliga von 60 bis 80 Euro finden sich aktuell Bluetooth-Kopfhörer, die einen richtig guten Klang liefern. Das ist das Ergebnis von aktuellen Vergleichen von "CHIP Online" (Stand: Juli 2017) und "Stiftung Warentest" (Stand: Juni 2017). Beide haben Modelle getestet, die auf den Ohren aufliegen oder sie umschließen. Noch günstigere Modelle klingen nach dem Urteil der Tester häufig dumpf, verzerren einzelne Frequenzen und legen deutlich zu viel Wert auf Bässe.

Gute Modelle schon für unter 100 Euro

Laut den Testern müssen Musikliebhaber auch nicht unbedingt sehr viel Geld ausgeben. Im Klangtest von "Stiftung Warentest" ging zwar ein 245 Euro teurer Kopfhörer von Sennheiser als Sieger hervor. Der umschließt allerdings das Ohr komplett. Das kann an warmen Tagen stören. Der Testsieger ist im direkten Vergleich mit dem knapp 90 Euro kostenden Modell von Skullcandy nur unwesentlich besser. Bei den sehr teuren Modellen legten die Hersteller aus Sicht von Peter Knaak von "Stiftung Warentest" mehr Wert auf die Verarbeitung und haltbarere Materialien. Auch die Akkulaufzeit sei bei den sehr hochpreisigen Kopfhörern tendenziell etwas besser.

Datenverlust für Laien meist nicht hörbar

Die Art der Übertragung spielt dagegen für den Klang keine Rolle, obwohl beim Bluetooth-Standard die Daten komprimiert werden. "Wir hatten zwar Qualitätsunterschiede zwischen den getesteten Kopfhörern selbst. Aber nicht als wir die wahlweise via Kabel und mal per Bluetooth beschallt haben", erklärt der Experte von "Stiftung Warentest". Die Bluetooth-Technik habe da inzwischen gut aufgeholt.

Lange Laufzeiten der Akkus

Bluetooth-Kopfhörer haben einen Akku, der ab und an aufgeladen werden muss. Dann wird mit einer blinkenden Diode beim Einschalten oder beim Hören mit einer Ansage vor einem fast leeren Energiespeicher gewarnt. Aus Sicht der Tester sind die Abstände zwischen dem Aufladen aber erfreulich groß. "Die Akkus der von uns getesteten Kopfhörer halten im Schnitt 25 Stunden durch, einzelne schaffen sogar bis zu 45 Stunden", betont der Experte. Ihn störte im Test eher, dass einige Kopfhörer wie zum Beispiel von Sony schon sehr früh vor einem fast leeren Akku warnten. Die LED blinkte laut "Stiftung Warentest" schon elf Stunden vor dem Aus. Auch die akustische Warnung einiger Geräte empfand Peter Knaak als störend: "Dann gibt es eine Durchsage, die bei einigen Kopfhörern unglaublich laut war. Und überhaupt nicht passend zur Musiklautstärke, die ich habe. Und diese Warnung wird dann regelmäßig wiederholt." Ist der Akku komplett leer und kann nicht aufgeladen werden, lassen sich die Funk-Kopfhörer in der Regel mit einem Kabel ans Smartphone oder eine andere Musikquelle koppeln und so weiternutzen.

Rauschen kann stören

Vor dem Kauf sollten Nutzer unbedingt ausprobieren, ob sie das leise Rauschen stört, das bei einigen Kopfhörern offenbar bauartbedingt ist. "Das geht aber bei Rock und Pop komplett unter. Bei Sprache kommt es manchmal durch", sagt Peter Knaak. Hörbuch- und Podcast-Fans sollten dies beachten.

Wer seinen Bluetooth-Kopfhörer an den Fernseher koppeln will, sollte auf einen anderen Punkt achten. Bei manchen Kopfhörern laufen Ton und Bild versetzt und stören damit den Fernsehgenuss. Im Test von "Stiftung Warentest" fielen dabei die Modelle von JVC und Isy negativ auf. "Die beiden Kopfhörer hatten eine so große Verzögerung, da kann man nicht mehr Fernsehen.", so der Experte. Schuld sei vereinfacht gesagt die Umwandlung des analogen Fernseh-Signals in ein digitales Funksignal für den Kopfhörer und zurück. Das bekommen offenbar nicht alle Hersteller schnell genug hin.

Fazit

Schon für deutlich unter 100 Euro gibt es aktuell sehr gut klingende Bluetooth-Kopfhörer, die das Ohr umschließen oder aufliegen. Die Modelle halten im Akkubetrieb lang genug durch und stören auch nicht durch Verluste bei der Datenübertragung. Käufer sollten auf mögliche bauartbedingte Nachteile wie ein Rauschen bei manchen Modellen achten. Außerdem nerven einige Kopfhörer beim Fernseheinsatz mit versetzten Audiosignalen.

Über dieses Thema berichtet auch MDR JUMP am Vormittag | 13.07.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2017, 00:10 Uhr