Umschau-Quicktipp | 26.01.2017 Dampfbügeleisen und –stationen

Dampfbügeleisen sind heute weit verbreitet, Bügeleisen ohne Dampffunktion gibt es kaum noch. Dampfbügeleisen gibt es schon für unter 20 Euro, anspruchsvollere für rund 100 Euro.

Bügelstationen gibt es mit Bügeltisch oder in einer kleineren Version nur aus Bügeleisen und Basisstation mit Wassertank. Vorteil beider Varianten: Sie erhitzen das Wasser extern und können so schon bei niedrigeren Temperaturen Dampf geben. Das schaffen nur wenige Dampfbügeleisen. Nachteil der klassischen Stationen: Sie sind sperrig und schwer, und brauchen mehr Platz. Die Kosten für eine Station bewegen sich ungefähr zwischen 100 und 1.000 Euro.

Und wo liegt der Unterschied?

Hand mit Dampfbügeleisen beim Bügeln
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Der größte Unterschied liegt in der Dampferzeugung. Der Dampf entsteht beim Bügeleisen durch das Erhitzen direkt an der Bügelsohle. Das bedeutet, dass im niedrigen Temperaturbereich kaum Dampf zur Verfügung steht. Bei den Dampfbügelstationen erfolgt die Dampfproduktion dagegen in einem externen Boiler. Sie stoßen Dampf auch bei niedriger Temperaturstufe aus, wenn die Bügelsohle nicht so heiß ist. Auf diese Weise verschwinden Falten selbst aus empfindlichen und feinen Textilien.

Mit Volldampf voraus

Dampfmenge, Dampfdauer und das Gleiten der Bügelsohle entscheiden über ein optimales Bügelergebnis. Ein wichtiges Kriterium hierbei ist die Dampfmenge, die pro Minute austritt. Sie wird in Gramm pro Minute angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto besser fällt meist das Ergebnis beim Bügeln aus.

Bei den Dampfbügeleisen sind dies in der Regel 30 bis 40 Gramm pro Minute, sowie 100 Gramm pro Minute bei einem zusätzlichen Dampfstoß. Bei den geringen Wassermengen, die ein Dampfbügeleisen im Wassertank hat, ist das Wasser bei Dauerdampf allerdings schnell verbraucht.

Eine Hand bügelt mit einem Bügeleisen, das zu einer Bügelstation gehört.
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Bei den Dampfbügelstationen gibt es ganz unterschiedliche Werte. Beim Einsteigermodell liegt der konstante Dampfdruck bei 90 Gramm pro Minute und kann nicht durch einen extra Dampfstoß erhöht werden. Doch schon bei diesen Werten ist es möglich, die Wäschestücke nur von einer Seite zu bügeln. Bei komfortableren und somit auch teureren Modellen liegt der Dampfausstoß bei etwa 120 Gramm pro Minute und kann sogar durch einen Dampfstoß bis auf 340 Gramm pro Minute erhöht werden.

Entkalken ist wichtig

Ob man sein Bügeleisen entkalken muss, merkt man spätestens, wenn kleine weiße Flecken auf der gebügelten Wäsche zurückbleiben. Das ist der Kalk, der sich – wenn man Leitungswasser nutzt –­ im Laufe der Benutzung abgesetzt hat und sich nun löst. Zum Entkalken müssen die Düsen in der Bügelsohle regelmäßig mit Volldampf durchgepustet werden, dann werden sie wieder frei. Bügelstationen haben oft eine automatische Entkalkungsfunktion. Modelle mit einem Anti-Kalk System erlauben die Verwendung von herkömmlichem Leitungswasser. Bei allen anderen Geräten sollte destilliertes Wasser eingefüllt werden. Einige Versionen sammeln den Kalk in einem extra Behälter, der dann nur ausgewaschen werden muss.

Welches Gerät für wen?

Für Wenigbügler oder Singlehaushalte empfiehlt sich ein Dampfbügeleisen mit mindestens Gramm pro Minute Dampfmenge und einem zusätzlichen Dampfstoß von 100 Gramm pro Minute. Ein Wasserbehälter über 300 Milliliter sollte es außerdem sein – sonst muss man ständig nachfüllen. Für Vielbügler oder für viele schwere Stoffe eignet sich eine Dampfbügelstation.

Was Stiftung Warentest herausgefunden hat

Stiftung Warentest hat Dampfbügeleisen und verschiedene Dampfbügelstationen getestet. Bemängelt wurde, dass unter dem Begriff Dampfbügelstation auch Modelle verkauft werden, die zwar ähnlich aussehen, aber eben ohne den besagtem Druckboiler arbeiten. Diese Modelle leiten Wasser mit einer Motorpumpe entweder zum Bügeleisen oder in einen drucklosen Boiler, wo es dann verdampft. Die Geräte sind zwar billiger als Stationen mit Druckboiler, im Test aber nicht überzeugen.

Beim Test musste jedes Gerät sowohl empfindliche als auch robuste Textilien plätten: Mischgewebe, Seide, Baumwolle, Leinen. Die größten Unterschiede zeigten sich beim Mischgewebe, das nicht zu heiß gebügelt werden darf. Die meisten Dampfbügeleisen und die Geräte ohne Druckboiler lieferten bei niedriger Temperaturstufe kaum Dampf. Falten ließen sich darum kaum entfernen. Ab Temperaturstufe 2 dampften auch die klassischen Bügeleisen und bügelten ähnlich glatt wie die Stationen mit Druckboiler.

Stiftung Warentest rät deshalb: Bügelstationen mit Druckboiler lohnen sich für Vielbügler und Perfektionisten. Sie dampfen schon bei niedriger Temperatur und glätten so auch empfindliche Wäsche. Allerding sind die Geräte teuer und benötigen viel Platz. Deutlich günstiger und bei mittlerer bis hoher Temperatur ebenfalls gut sind Dampfbügeleisen. Sie benötigen weniger Platz als die Stationen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2017, 14:30 Uhr