Umschau-Quicktipp | 09.11.2016 PC und Laptop auf die Sprünge helfen

Bei PCs und Laptops gibt es eine immer gültige Regel: Kurz nach dem Kauf läuft die neue Technik begeisternd flott. Aber schon nach drei bis vier Jahren sieht das ganz anders aus. Selbst beim Surfen im Internet, beim Bearbeiten von Bildern und anderen Standardaufgaben brauchen die Computer eine gefühlte Ewigkeit. Ein neues Modell ist aber dann trotzdem noch nicht nötig. Mit ein- bis zweihundert Euro können auch Laien Computer und Laptop noch einmal einen kräftigen Leistungsschub geben.

Staub angesetzt

Ein Mann sitzt in seinem Büro am Computer und stützt seinen Kopf auf seine Hände.
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Bevor Computernutzer Geld für neue Technik in die Hand nehmen, sollten sie PC oder Laptop zunächst vorsichtig von Staub befreien. Bereits bringt oft schon etwas Geschwindigkeit zurück. Aber warum? "Es ist durchaus möglich, dass die Lüfter verstaubt sind und dann wird eben der Prozessor zu warm und damit auch langsamer", erklärt Christian Hirsch vom Computermagazin c’t. Fürs Öffnen von Laptops gibt es auf Youtube und diversen Technikseiten im Internet genaue Anleitungen für die einzelnen Geräte. Oft reicht es aber schon, wenn der Computer durch die Lüftungsschlitze hindurch einmal "freigepustet" wird. Beim Entstauben der Technik sollten Nutzer allerdings vorsichtig vorgehen, warnt Christian Hirsch: "Immer den Computer vorher ausschalten und darauf achten, dass der Lüfter dabei nicht beschädigt wird. Sonst kann der anfangen zu brummen oder Kratzgeräusche von sich geben." Mit Druckluft-Spraydosen aus dem Baumarkt geht das Entstauben deutlich schonender als etwa mit einem herkömmlichen Staubsauger.

Wo ist der Flaschenhals?

Selbst Laien können mit den Bordmitteln vom Windows- oder Mac-Betriebssystem vergleichsweise einfach herausfinden, an welchen Stellen die Technik sinnvollerweise aufgerüstet werden kann. Dafür wird unter Windows mit der Tastenkombination "Strg-Alt-Entf" das Menü für den Zugang zum Task-Manager aufgerufen. Eine ähnliche Anzeige bietet auch Apples Betriebssystem mit der sogenannten "Aktivitätsanzeige" unter Programme>Dienstprogramme. "Dort kann man dann erstmal sehen, ob der Prozessor ausgelastet ist, obwohl man gerade gar nichts am Computer macht", sagt Christian Hirsch. Schuld könnte ein fehlerhaft laufender Virenscanner oder Treiberprobleme sein. "Dann kann man im Taskmanager die Liste der offenen Programme aufrufen und dann steht da auch, wie viele CPU-Last die einzelne Anwendung zieht." Den Computer sehr fordernde Programme können dann mit einem Mausklick geschlossen werden. Ist der PC oder Laptop dann immer noch langsam, lohnt sich eine weitergehende Diagnose der Technik.

Arbeitsspeicher vergrößern

Nahaufnahme von einem RAM-Riegels
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Häufig bremst ein zu klein gewordener Arbeitsspeicher den Computer empfindlich aus. "Der Arbeitsspeicher ist dafür da, wenn man ein Programm startet. Das wird dann in den Arbeitsspeicher reingeladen. Wenn der zu klein ist, muss das auf die Festplatte ausgelagert werden und das ist dann eine ganze Ecke langsamer", sagt Christian Hirsch. Ein Indiz für einen zu kleinen Arbeitsspeicher erkennen auch Laien: Beim Neustart eines Programmes oder beim Wechsel zwischen verschiedener Software flackert die Festplatten-Anzeige sehr lang. Mit kostenlosen Programmen wie "Aida 32" oder "Aida 64" lässt sich prüfen, wie viel Arbeitsspeicher im Computer maximal verbaut werden kann. Erweiterrungsriegel für den Arbeitsspeicher gibt es selbst von Markenanbietern ab 30 Euro aufwärts. Die RAM können auch Laien oft mit etwas Geduld selbst in Laptops einbauen. Sie sind nur mit Hilfe von Haltespangen fixiert.

Alte Festplatte raus!

SSD-Festplatte
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Auch der Tausch einer herkömmlichen Festplatte mit Lesekopf gegen ein SSD-Modell verschafft Computern oft schon einen richtigen Leistungsschub. "SSD hat den großen Vorteil, dass Programmstarts oder das Hochfahren von Windows beschleunigt werden", sagt Christian Hirsch. Häufig bringe der Tausch der Festplatte sogar noch mehr als der Einbau eines schnelleren Prozessors. Günstige SSD-Festplatten oder sogenannte Hybridmodelle aus herkömmlicher Technik und einem SSD-Teil für das Beschleunigen von Programmstarts gibt es online schon ab 50 Euro aufwärts. Den Tausch schaffen auch Laien selbst bei Laptops, weil die Festplatte bei vielen Geräten unter einer Klappe am Boden sitzt. Viele Hersteller von SSD-Speicher legen Programme für das "Klonen" der Speicher frei, um den Wechsel so einfach wie möglich zu machen. So läuft das Betriebssystem und die eingerichteten Programme auch nach dem Tausch wie gewohnt weiter.

Prozessor nur selten als Tausch-Option

"Der Tausch des Prozessors lohnt sich meist nur, wenn man etwa von einem Modell mit zwei Kernen auf eins mit vieren umsteigt, also von Dualcore auf Quadcore", rät Christian Hirsch. Bei kleineren Schritten sei der Leistungszuwachs für Nutzer meist nicht spürbar. Hinzu kommt: "Der Tausch bringt in der Regel nur etwas, wenn man Programme nutzt, die von den vielen Kernen profitieren", so der c’t-Experte. Dazu gehöre etwa Software für die Video- oder Bildbearbeitung. Wer mit dem Computer nur Texte schreibe oder im Internet surfe, profitiere kaum vom Tausch des Prozessors.

Wer hilft?

Reichen die Umbauanleitungen auf Youtube und Ratgeberseiten nicht aus, bleibt immer noch der Gang zum PC-Händler vor Ort. "Da sollte man erstmal fragen, ob sich das Aufrüsten an der einen oder anderen Stelle noch lohnt", sagt Christian Hirsch. Nach seiner Erfahrung sollten Nutzer nicht mehr als 200 Euro in das Aufrüsten investieren. Diese Summe reicht laut c’t für das Verdoppeln des Arbeitsspeichers und den Wechsel auf eine schnelle Festplatte mit SSD-Technik.

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2016, 00:10 Uhr