Umschau-Quicktipp | 02.06.2017 Familientarife fürs Handy

Wer teilt, spart! So oder so ähnlich werben Mobilfunkunternehmen für Familien- oder Partnertarife. Die gibt es allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und nur von vereinzelten Anbietern. Eine echte Sparmöglichkeit sind die Tarife im Alltag auch nicht immer. Wir fassen das Wichtigste zu Familientarifen zusammen.

Meist nur von den Großen und nur für Verträge

Flatrate
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Familien- oder Paartarife gibt es fast ausschließlich nur bei den großen Mobilfunkunternehmen wie Vodafone, Telekom und O2. Auch bei Tchibo und bei MediaMarkt können Handykunden die Koppel-Möglichkeit wählen. Bei meist etwas günstigeren Handydiscountern dagegen suchen Kunden solche Tarife vergebens. „Das hat einmal damit zu tun, dass man solche Angebote etwas mehr erklären muss und das geht im Handyladen besser. Und zum anderen ist es für die Anbieter aufwendiger, das in ihrem System anzulegen“, sagt Thorsten Neuhetzki von teltarif.de. Zudem gibt es die Familientarife nur für Kunden, die sich mit einem Vertrag längerfristig an einen Anbieter binden wollen. „Im Idealfall ist der eine Kunde schon bei dem Anbieter und überredet dann seine Familie, ganz dahin zu wechseln. Dann kündigt die Ehefrau ihren bisherigen Tarif beim anderen Anbieter und Handynummer wird dann in den Familientarif integriert“, sagt unser Experte. Auf dem Prepaid-Markt gibt es die Angebote ihm zufolge derzeit nicht.

Echtes Tarif-Sharing ist selten

Auch wenn es der Name „Familientarif“ anders suggeriert, wird der Vertrag nur bei den wenigsten Angeboten wirklich geteilt. Bei Vodafones „Red + Partnerkarte“-Angebot zum Beispiel können beim Abschluss eines Vertrages Partnerkarten mit eigener Rufnummer für aktuell 15 Euro dazu gebucht werden. Karten für Kinder kosten zusätzlich zehn Euro. Dann nutzen alle Familienmitglieder eine Flatrate für alle Handynetze und das Festnetz und teilen sich zudem das Datenvolumen. Ähnlich funktioniert auch Tchibos Familientarif, den sich bis zu fünf Nutzer teilen. Denen können bestimmte Anteile des Datenvolumens flexibel zugeteilt werden. Der Kaffeeröster und Einzelhändler wirbt zudem mit einer kurzen Laufzeit: Das Angebot kann monatlich gekündigt werden.

Rabatt-Variante für Partner

Hände halten Smartphnes mit Bildern eines jugen Paares auf den Bildschirmen
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Die Anbieter Telekom und O2 haben offenbar ein anderes Verständnis von „Teilen“. Sie gewähren Rabatte auf die monatliche Grundgebühr, wenn zu einem bestehenden Vertrag ein „Partner“-Vertrag abgeschlossen wird. Das MediaMarkt-Angebot ist aus Sicht von Thorsten Neuhetzki ein Sonderfall: „Da kann jedes Familienmitglied den Tarif individuell zusammenstellen und für sich passend machen.“ Wer generell nur noch wenig SMS schreibt, kann etwa die Flatrate für die Kurznachrichten abwählen. Damit sinkt der Gesamtpreis des Familientarifes etwas. Mit einer Laufzeit von mindestens 24 Monaten müssen sich Handynutzer bei diesem Modell vergleichsweise lange binden.

Wer einzeln abschließt, spart eher

Aus Sicht unseres Experten bieten Familientarife keine echte Sparmöglichkeit. Sie seien eher eine bequemere Abrechnungs-Variante für die Nutzer. „Da hat man halt den Service, dass alles übersichtlich auf einer Rechnung auftaucht“, sagt Thorsten Neuhetzki. Deutlich günstiger kämen Handynutzer meist, wenn sie einzelne Handyverträge bei den Discountern abschließen. Allnet-Flats inklusive Datenvolumen fürs mobile Internet gibt es aktuell schon für deutlich unter zehn Euro. Die Familientarife beginnen je nach Anbieter derzeit bei rund 30 Euro monatlich. Laut Thorsten Neuhetzki könnten die Tarife aber für Eltern interessant sein, die für ihre Kinder noch keinen vollwertigen Handytarif abschließen wollen: „Da hat man mit den Familienangeboten die Möglichkeit, dass die Kinder kostenlos zu Hause anrufen.“ Das würde mit einer leeren Prepaid-Karte nicht funktionieren.

Über dieses Thema berichtet auch MDR JUMP am Vormittag | 02.06.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2017, 11:02 Uhr