Umschau-Quicktipp | 20.03.2017 Frühjahrs-Check fürs Auto

Grundreinigung in der Waschanlage

Nach dem Winter sollte man seinem Fahrzeug in einer Waschstraße ein Programm mit Unterbodenwäsche gönnen. "Dort sind in den Nischen und Hohlräume noch Dreck und Streusalz und das sollte raus", sagt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD).

Ein Auto in einer Autowaschanlage.
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Sei der Unterbodenschutz erst einmal beschädigt, sei das ein guter Angriffspunkt für Rost. Wer sein Auto selber wasche, sollte daher mit dem Druckreiniger auch den Wagenboden mit reinigen. Philipp Heise vom Auto Club Europa (ACE) empfiehlt eines der aufwendigeren Waschprogramme mit Nanoversiegelung, um den "Salzschliff" des Winters gut vom Lack herunter zu bekommen: "Damit werden die Folgen von Rollsplit auf dem Lack zudem herauspoliert." Kleine Steine und aufgewirbeltes Streusalz können wie Schmirgelpapier auf dem Lack wirken. Kleine Schäden lassen sich nach der ausgiebigen Wäsche besser erkennen und mit einem Lackstift oder spezieller Kratzerpolitur auspolieren. Reicht der Schaden bis auf die Grundierung, lohnt sich eventuell eine professionelle Lackreparatur.

Motorreinigung

An vielen Waschanlagen und Tankstellen wird nach dem Winter auch eine Motorreinigung empfohlen. Aus Sicht von Philipp Heise braucht man die aber meist nicht: "Moderne Motoren sind gut gekapselt und haben meist einen Unterfahrschutz." Außerdem reinige eine Unterbodenwäsche die Stellen unten an der Maschine, auf die es ankomme. "Wenn der Motor verölt ist, geht man besser in die Werkstatt als in die Waschanlage", empfiehlt Herbert Engelmohr. Öl am Motor kann etwa auf eine defekte oder demnächst Probleme bereitende Zylinderkopfdichtung hinweisen. Beim Blick unter die Motorhaube lassen sich gleich noch andere wichtige Punkte kontrollieren. Dazu gehören etwa Motoröl- und Kühlwasserstand und die Vorratsbehälter der Scheiben-und Scheinwerferwaschanlage. Außerdem sollten Autofahrer Schläuche und Leitungen auf etwaige Undichtigkeiten untersuchen. Schließlich sollte man auch nach der dunklen Jahreszeit alle Scheinwerfer am Fahrzeug nochmal in Ruhe kontrollieren.

Felgenreinigung

"Bei den Felgen kann man gleich noch prüfen, ob die Klarlackschicht durch Rollsplit durchbrochen wurde. Dort fängt es dann an zu rosten", erklärt ACE-Experte Heise. Kleine Fehler lassen sich meist mit entsprechenden Reparaturstiften ausgleichen. Nach der Reinigung mit Felgenreiniger können zumindest Alufelgen hitzebeständig versiegelt werden. Das macht eine spätere Reinigung leichter. Aufgrund der großen Wärmeabstrahlung der Bremsen ist normales Wachs hier nicht ausreichend. "Bei den Bremsen kann man als Laie zumindest mal eine Sichtprüfung machen – also ob die Bremsscheibe selbst und die Beläge noch in Ordnung sind", sagt Herbert Engelmohr. "Wichtig ist auch ein Check der Bremsleitungen, ob die durch den Rollsplit gelitten haben und korrodieren", ergänzt Philipp Heise. Die Leitungen am Fahrzeugunterboden könnten in der Regel aber nur Werkstätten mit entsprechender Hebebühne durchgängig kontrollieren.

Klimaanlage prüfen

Bedienelemente (Schalter / Drehregler) der Klimaautomatik / Klimaanlage (Heizung / Lüftung) in einem Auto.
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Im Winter ist die Klimaanlage gut, um Feuchtigkeit durch Schnee und Eis aus dem Fahrzeug zu transportieren. Nach der kalten Jahreszeit sollte man ihr einen kleinen Check gönnen. "Die Klimaanlage muss aber erst gewartet werden, wenn man etwa üble Gerüche feststellt", sagt Philipp Heise. In solchen Fällen müssen die Filter der Anlage in der Werkstatt gewechselt werden.

Innenreinigung

"Wenn nicht schon vorhanden, sollte man im Winter immer extra Gummifußmatten ins Auto legen. Sonst können sich Teppiche und Polster mit Feuchtigkeit vollsaugen, weil die kalte Luft kaum Feuchtigkeit aufnimmt", rät Philipp Heise. "Bei einem feuchten Innenraum nach dem Winter kann man über die Nacht die Matten zurückschlagen und dann Zeitungen auf die Oberflächen legen", sagt Herbert Engelmohr. In ganz hartnäckigen Fällen hilft auch ein Heizlüfter, den Autofahrer aber nicht ohne Aufsicht im Fahrzeug stehen lassen sollten. "Alternativ gibt es noch preiswerte Luftentfeuchter mit Granulat, die man aufs Armaturenbrett stellt", sagt Philipp Heise.

Ein Werkstattmitarbeiter saugt den Boden im Inneren eines PKWs.
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Mit dem Staubsauger sollte man dann Innen- und Kofferraum gründlich reinigen. Verschmutzte Polster und Teppiche können ein Nährboden für Bakterien und Pilze sein. Auch das Armaturenbrett sollte gereinigt werden. Kunststoffreiniger testet man aber am besten zuerst an einer unauffälligen Stelle. Bei schlechten Produkten wird das Plastik speckig. Die Windschutzscheibe sollte mit Glasreiniger und Wischtuch - auch innen - gesäubert werden, um störende Reflexionen im Gegenlicht anderer Autofahrer zu vermeiden. "Dabei kann man gleich noch die Frontscheibe und die Scheinwerferabdeckungen auf Schäden durch Rollsplit kontrollieren", rät Philipp Heise. Gummi- und Kunststoffteile besonders im Außenbereich sollten mit speziellen Pflegemitteln gereinigt werden. So erhalten sie Geschmeidigkeit und verhindern, dass etwa die Dichtungen an Türen und Fenstern bröselig und brüchig werden. Auch die Scheibenwischerblätter sollten Autofahrer nach der Frostzeit kontrollieren und reinigen. Schmieren die Blätter, sollte man sie austauschen.

Zu guter Letzt sollte man das Auto von ungenutzten Gegenständen entrümpelt werden, denn das schafft Platz und spart Sprit. Bei wärmeren Temperaturen werden Schneeketten, Enteiser und Skiträger nicht mehr gebraucht.

Reifenwechsel erst später

"Von O bis O – von Oktober bis Ostern": Diese Daumenregel kennen die meisten Autofahrer. Man sollte aber nicht zu früh auf Sommerreifen wechseln. Bis Mitte Mai ist Frost möglich. "Beim Wechsel kann man sich nochmal in Ruhe die Winterreifen ansehen. Falls nötig, kann man die zum Ende der Saison zu günstigen Preisen gleich nachkaufen", rät Herbert Engelmohr. Wer selbst wechselt, kann bei der Gelegenheit gleich noch die Radkästen innen auf Schäden durch Split und Salz kontrollieren. Bei den Sommerreifen sollte man auf eine ausreichende Profiltiefe achten. Vorgeschrieben sind zwar nur 1,6 Millimeter, der ADAC empfiehlt aber zur Verkehrssicherheit bereits bei unter 3 Millimeter einen Neukauf. Beim Wechsel von Winter- auf Sommerreifen sollte auch das Felgenbett auf der Radinnenseite geputzt werden, da kommt man sonst nur sehr schwer dran.

Werkstatt-Check

Eine Mechanikerin hantiert am Unterboden eines Autos.
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Wer einen Frühjahrscheck doch lieber von einer Fachwerkstatt durchführen lassen möchte, der findet solche Angebote sowohl regional als auch überregional. In der Regel kosten diese Checks je nach Umfang zwischen 50 bis 80 Euro und umfassen darüber hinaus auch noch Leistungen wie einen Check der Batterie, der Lichtmaschine, der Stoßdämpfer, der Bremsen, der Abgasanlage sowie der Beleuchtung. Viele Automobilclubs bieten ihren Mitgliedern in Zusammenarbeit mit Werkstätten kostenlose Profi-Checks an. "Beim ACE ist ein kostenloser Check pro Jahr möglich und da ist es Autofahrern überlassen, ob die das nach dem Winter in Anspruch nehmen", sagt Philipp Heise.

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 00:10 Uhr