Umschau-Quicktipp | 11.08.2017 Geschirrspüler optimal nutzen

Der Geschirrspüler gilt als eine der größten Haushaltshilfen. Schmutziges Geschirr hinein, Tab dazu, ein bis zwei Stunden warten, und schon ist das alles wieder sauber. Aber nur wenn Sie das Gerät auch richtig benutzen… Ärgerlich wird es nämlich dann, wenn das Geschirr feucht, schmutzig oder angelaufen aus dem Spüler kommt. Gute Gläser können stumpf werden, Besteck läuft an, Goldränder verschwinden vom Porzellan, oder das Geschirr hat ganz einfach Kalkflecken. Das kann passieren, wenn die drei wichtigsten Dinge beim Geschirrspülen nicht funktionieren: Reinigung, Wasser enthärten, Klarspülen. Nur die optimale Mischung von Reinigungsmitteln und Spülprogramm sorgt für ein gutes Reinigungsergebnis.

Die Grundregeln

Der Geschirrspüler soll neben Zeit vor allem Energie und Wasser sparen. „Deshalb ist es nicht nötig, das Geschirr vorher mit der Hand vorzuspülen. Sie verschwenden dabei nur Wasser. Mit dem richtigen Reinigungsprogramm und -mittel geht auch festsitzender Schmutz ab“, so Dr. Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. Vorspülen fällt also weg, grobe Speisereste sollten Sie allerdings entfernen.

Ein voller Geschirrspüler.
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Räumen Sie das Geschirr immer so ein, dass alle Seiten von den Wasserdüsen des Spülers erreicht werden können. Der Spüler sollte immer möglichst vollgeladen werden. Dabei darf das Geschirr sich untereinander allerdings nicht berühren. Reinigungsmittel, Klarspüler und Enthärter setzen Sie immer so ein, wie der Hersteller es empfiehlt. Ist das Geschirr normal verschmutzt, schalten Sie auf ein Eco-Programm. Das spart vor allem Energie für das Aufheizen des Wassers. Die Reinigung selbst dauert dabei zwar länger, ist im Endeffekt aber preiswerter. Einmal im Monat sollten Sie Filter und Sprühdüsen von Hand säubern und durchspülen.

Ab und zu mal heiß Spülen

Eco- oder Sparprogramme entfernen auch bei niedrigen Temperaturen mit Pulvertabs oder Pulverspülmittel zuverlässig Keime und Bakterien. „Mit der Zeit setzen sich aber in Filter und Schläuchen gehärtete Fette ab, die den Spüler verstopfen und die Reinigung behindern können“, warnt Dr. Glassl. Deshalb sollten Sie mindestens aller vier Wochen ein Programm mit 60 Grad oder mehr laufen lassen. Das löst die Fette und sorgt für einen sauberen Spüler. Anschließend empfiehlt sich noch das Abwischen der Dichtungen, an denen sich  oft Reste anlagern.  

 Welches Reinigungsmittel soll es sein?

Geschirrspülertabs
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Am häufigsten werden in Spülmaschinen Tabs verwendet. Für normales Geschirr und normale Verschmutzungen reicht ein Tab mit den drei Grundfunktionen Reinigung, Wasserenthärtung und Klarspülen. Einfache Tabs reinigen in allen Preisklassen übrigens genauso gut wie Tabs mit Zusatzfunktionen. Tabs mit mehr Funktionen beinhalten die genannten drei Grundfunktionen und haben zusätzliche Wirkstoffe für Silberbesteck, spezielles Glas oder empfindliches Porzellan. Unser Experte rät aber: „Wirklich empfindliche Teile, wie teures Glas, sollten Sie ohnehin mit der Hand spülen.“

Ganz einfache Tabs oder auch Geschirrspülpulver erfüllen nur die Reinigungsfunktion. Deshalb kann jeder Spüler zusätzlich mit Salz zum Wasserenthärten und Klarspüler befüllt werden. Die entsprechenden Mengen gibt der Hersteller vor, die Wasserhärte ihrer Wohngegend erfahren Sie beim zuständigen Wasserwerk. Salz und Klarspüler extra brauchen Sie nicht, wenn sie entsprechende Tabs verwenden oder nur dann, wenn Sie wirklich extrem hartes Wasser haben.

Spüler spülen sparsamer

Auch größere Geschirrteile wie Töpfe oder Auflaufformen können Sie im Spüler säubern. Auch, wenn das auf den ersten Blick wie Verschwendung aussieht und man der Meinung ist, mit der Hand spülen wäre sparsamer. „Die Geräte arbeiten heute mit nur zehn Litern pro Spülgang. Ob Sie damit ein oder zwei Töpfe mit der Hand wirklich sauber bekommen ist fraglich“, meint Dr. Glassl. 

Der verkeimte Spüler

Es ist kein hygienisches Problem, wenn der Spüler einige Tage, zum Beispiel während des Urlaubs, nicht benutz wird. Zwar vermehren sich in Filter, Wasserschläuchen und Düsen schon nach kurzer Zeit Keime und Bakterien. “Solange Sie Tabs auf Pulverbasis oder Spülmittel in Pulverform verwenden, ist das aber auch bei niedrigen Spültemperaturen kein Problem. Diese Pulver enthalten alle Bleichmittel, die auch schon bei 30 Grad Bakterien und Keime zuverlässig abtöten“, so unser Experte. Achten Sie darauf, den Spüler auch mit schmutzigem Geschirr immer geschlossen zu halten, so verbreitet sich kein unangenehmer Geruch in der Wohnung.  

Bitte nicht in den Spüler

Geschirr oder Besteck aus Holz gehören nicht in den Spüler. Außerdem sollten Sie auch Geschirr mit Goldrand oder aufwendigen Verzierungen und Bemalungen vom Spüler fernhalten. Teure Christallgläser und das gute alte Meißner verbieten sich von selbst.

Gute Geräte müssen nicht teuer sein

Ganz aktuell hat die Stiftung Warentest 21 Geschirrspüler unter die Lupe genommen. Dabei bekamen Geräte für rund 500 Euro Anschaffungskosten ähnlich gute Beurteilungen wie die doppelt so teuren Testsieger. Fast alle Spüler reinigen gut bis sehr gut, haben aber Probleme mit dem Trocknen des Geschirrs, so dass mit dem Küchentuch nachgetrocknet werden muss. Einzige Ausnahme stellte in diesem Test ein Einbauspüler von Miele dar, der mit einer technischen Neuerung daherkommt. Auto-Open-Trocknung nennt der Hersteller die Technik, bei der der Spüler die Tür eine Stunde vor Ende des Eco-Programms automatisch kurz ein Stück öffnet. Dabei kann feuchte Luft abziehen und trockene kalte Luft in den Spüler  einströmen. Ergebnis: Das Geschirr ist am Ende trocken, Nachwischen überflüssig. Nur eine Frage der Zeit, bis andere Hersteller ähnliche Programme anbieten. Wenn Sie beim Kauf auf das Energielabel achten: Dessen Daten sind immer mit Vorsicht zu genießen. Sie gelten nämlich nur für das sparsamste Programm des Spülers. Andere Programme können deutlich mehr Energie und Wasser verbrauchen.

Über dieses Thema berichtet auch MDR JUMP am Vormittag | 11.08.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2017, 00:10 Uhr