Umschau-Quicktipp | 02.05.2017 Pad, Kapsel, Filter: Kaffeemaschinen im Test

Kaffee wird aus einer Kanne in Tassen eingeschenkt.
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Kaffee ist der Deutschen liebstes Heißgetränk. Etwa 675 Tassen pro Jahr trinkt jeder von uns jährlich. Aus seiner Zubereitung kann man heutzutage schon fast eine Wissenschaft machen. Die Auswahl an Kaffeemaschinen ist riesig: Kaffeevollautomat, Pad-, Kapsel- oder klassische Kaffeemaschine gibt es in den verschiedensten Designs und Preisklassen. Doch wie schmeckt der Kaffee am Ende am besten? Und wie viel Geld muss man bei den verschiedenen Techniken für sein Getränk einplanen?

Worauf kommt es beim Kaffee an?

Nahaufnahme von gerösteten Kaffeebohnen
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Bohnensorte: Arabica und Robusta sind die wirtschaftlich bedeutendsten Sorten. Arabicabohnen sind in der Regel weicher, haben eine größere Aromavielfalt und sind weniger bitter. Die Robustas haben einen derberen, kräftigeren Geschmack. Ganz wesentlich ist auch der Unterschied im Koffeingehalt. Herzschonender ist hier die Arabicabohne mit einem Koffeingehalt zwischen 1,1 und 1,7 Prozent. Dafür ist die Robustabohne mit einem Koffeingehalt von 2 bis 4,5 Prozent der bessere Wachmacher.

Röstung: Durch das Rösten erhalten die Kaffeebohnen ihr unverwechselbares Aroma. Die Dauer und die Temperatur beeinflussen den Geschmack des Kaffees maßgeblich. Dabei gilt: Hellere Röstungen schmecken weicher und milder, dunklere Röstungen weisen mehr Bitterstoffe auf und sind für konzentriertere Zubereitungsarten wie Espresso geeignet.

Extraktion: Bei der Kaffeezubereitung löst heißes Wasser die Aromen, Säuren und das Koffein aus dem Kaffeepulver. Je mehr Bestandteile aus dem Kaffee gelöst werden, desto dunkler sieht er aus und desto bitterer schmeckt er. Bei geringeren Mengen ist er dünn und geschmacksarm. Entscheidend sind der Mahlgrad des Kaffees, die Temperatur des Wassers und die Dauer des Kontaktes von Wasser und Kaffeepulver. Idealerweise sollte die Brühtemperatur bei der Zubereitung von Kaffee zwischen 86 und 92 Grad Celsius liegen, keinesfalls jedoch höher als 96 Grad Celsius.

Die gängigsten Filtermethoden

Handaufguss

Beim Handaufguss brüht man selbst. Die Anwendung ist unkompliziert. Der Handfilter wird auf eine Kanne oder Tasse gesetzt, ein Kaffeefilter eingelegt, gemahlener Kaffee eingefüllt und Schluck für Schluck heißes Wasser aufgegossen. Der Kaffee fließt langsam ins Gefäß. Brühtemperatur und Stärke des Kaffees können so individuell angepasst werden. Die Zubereitung erfordert allerdings etwas mehr Zeit als bei der klassischen Kaffeemaschine. Auch das Warmhalten von größeren Mengen Kaffee ist komplizierter. Unschlagbarer Vorteil ist der Preis. Einen Handfilter bekommt man schon für unter 10 Euro. Außerdem ist er klein und passt in jeden Küchenschrank.

Klassische Kaffeemaschine

Auch in Zeiten individueller Kaffeewünsche ist die klassische Filtermaschine nicht wegzudenken. Mehr als 60 Prozent der deutschen Haushalte nutzen sie, denn sie ist immer dann gut, wenn in kurzer Zeit relativ viel Kaffee hergestellt werden soll. Bis zu zehn Tassen sind in wenigen Minuten fertig. Das Warmhalten des Kaffees funktioniert bei klassischen Kaffeemaschinen in der Regel ohne Probleme. Die Bestandteile der Maschine, also Kanne und Filter, lassen sich leicht reinigen. Filtermaschinen sind außerdem umweltschonend und produzieren wenig Müll. Sie sind schon ab ca. 20 Euro zu haben. Bei teureren Maschinen mit eingebautem Mahlwerk oder mit frisch gemahlenen Bohnen aus einer Kaffeemühle kann dem Kaffee noch mehr Aroma verliehen werden. Einfache Kaffeemühlen kosten ca. 15 Euro.

Kapsel- oder Padmaschine

Kaffeepads mit Dose
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Sie bedienen das Bedürfnis nach einer einzelnen, individuellen Kaffeeportion. Ob Filterkaffee, Cappuccino oder Espresso, all das bereiten die Maschinen portionsweise in Sekundenschnelle zu. Wenn der Wasserkanister gefüllt ist, Kapsel oder Pad sich in der entsprechende Vorrichtung befinden und der Knopf gedrückt wird, ist das gewünschte Getränk schnell fertig. Das ist praktisch für Kaffeetrinker, die mehrmals am Tag eine einzelne Tasse haben möchten. Für größere Mengen sind die Maschinen jedoch nicht geeignet. Ein weiterer Nachteil: der Abfall. Kapseln aus Aluminium sind biologisch nicht abbaubar. Aber auch Kunststoff hat eine schlechte Ökobilanz. Kaffeepads, die Kaffee in Zellstoffbeutelchen enthalten, lassen sich kompostieren. Die Reinigung und Pflege der Maschinen ist unkompliziert. Bei Geräten mit Milchaufschäumer bedarf es etwas mehr Geduld und Zeit. Viele Bestandteile können jedoch auch in den Geschirrspüler. Die Kapsel- oder Padmaschinen haben eine überschaubare Größe und nehmen nicht übermäßig viel Platz weg. Auch preislich sind diese Maschinen erschwinglich: Einsteigermodelle kosten zwischen 50 und 100 Euro.

Kaffeevollautomat

Auch beim Vollautomaten fließen Latte Macchiato, Cappuccino, Espresso und anderes portionsweise auf Knopfdruck in die Tasse. Das allerdings umweltfreundlicher als bei Kapsel- oder Padmaschinen. Oft haben Vollautomaten extra Behälter für ganze Bohnen und eine integrierte Kaffeemühle. Den frisch gemahlenen Kaffee gibt es auch mit Crema oder Milchschaum. Die Brühtemperatur wird überwiegend automatisch gewählt. Persönliche Vorlieben, wie der Mahlgrad und die Stärke vom Kaffee, lassen sich bei vielen Modellen programmieren. Doch der Luxus hat seinen Preis. Im Schnitt kosten gute Kaffeevollautomaten 800 Euro. Nicht unterschätzen sollte man die Reinigung solcher Geräte. Mehrmals im Monat, wenn nicht sogar täglich, sollten die gesamte Brüheinheit im Inneren des Gerätes und der Wassertank gesäubert werden, die Bestandteile zum Milchschäumen sogar nach jedem Gebrauch. Integrierte Spülprogramme reinigen nur die Kaffeewege. Feuchtigkeit, die im Gerät verbleibt, bietet einen Nährboden für Bakterien und Keime. Kaffeevollautomaten benötigen ausreichend Platz in der Küche. Sie sind meist größer als klassische Kaffeemaschinen, Kapsel- oder Padmaschinen.

Wie viel kostet der Kaffee aus welcher Maschine?

Neben den Anschaffungskosten der Maschinen sind die Verbrauchskosten des Kaffees jeweils nicht zu unterschätzen. Je nachdem, ob der Kaffee beispielsweise lose in der Packung, in Pads oder in Alukapseln abgepackt gekauft wird, ist der Kilopreis für den Kaffee unterschiedlich. Die Umschau hat ausgerechnet, welche Kosten allein für den Kaffee innerhalb von fünf Jahren in einem Haushalt zusammenkommen:

Kaffeemaschine Ausgaben für Kaffee in 5 Jahren*
Klassische Kaffeemaschine / Handaufguss ca. 566 Euro
Kaffeevollautomat ca. 585 Euro
Padmaschine ca. 1050 Euro
Kapselmaschine ca. 2498 Euro

*pro Haushalt mit zwei Kaffeetrinkern, statistischer Durchschnittsverbrauch pro Kaffeetrinker: 675 Tassen Kaffee pro Jahr

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2017, 21:28 Uhr