Umschau-Quicktipp | 30.05.2017 Urlaub auf dem Traumschiff: Tipps für die Kreuzfahrt

Urlaub auf dem Traumschiff: Tipps für die Kreuzfahrt

Mit einem Cocktail in der Hand auf dem Oberdeck liegen, während man in den Hafen einer südländischen Stadt einfährt – für viele gilt die Kreuzfahrt als der Traumurlaub schlechthin. Damit die Reise tatsächlich traumhaft wird, sind einige Dinge zu beachten: Das beginnt bei der Wahl des Schiffes und endet bei der Höhe des Trinkgeldes.

Das richtige Schiff: Jeder hat andere Erwartungen!

Kreuzfahrten gibt es inzwischen in den unterschiedlichsten Ausführungen: Auf den meisten - vor allem den neuen - Passagierschiffen haben 1.000 bis 5.000 Gäste Platz. Shows und Unterhaltungsprogramme sowie ein breites Restaurantangebot gehören zum Standard.

Swimmingpool an Board MSC
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„Dabei gibt es aber auch immer Ruhezonen und nicht nur Trubel“, so Gabi Hennig von Hanseat Reisen in Leipzig, einem Reisebüro, das auf Kreuzfahrten spezialisiert ist. Weiterer Vorteil: „Je größer das Schiff, desto günstiger die Kreuzfahrt“, so Hennig. Auf kleinere Kreuzfahrtschiffe passen rund 600 Passagiere. Kreuzfahrten mit „kleinen“ Schiffen bieten oft längere und auch ausgefallenere Routen. Auch hier gibt es in der Regel Shows und Musikabende. „Teils gibt es auf solchen Schiffen aber kein großes Programm, da steht die Expedition im Vordergrund.“

Keine reine Rentner-Veranstaltung mehr

Auch für Familien bieten die Reedereien eine Menge an: Einen Kinderclub gibt es inzwischen auf jedem großen Schiff. „Dort arbeiten oft ausgebildete Pädagogen. Sie bieten wirklich ein gutes und abwechslungsreiches Programm für die Kinder, so dass sich die Eltern auch mal gut entspannen können“, so Gabi Hennig. Vorteil der Kreuzfahrt: In wenigen Tagen werden viele unterschiedliche Ziele angefahren, die mit ungeduldigen Kindern im Auto wohl nie in einen Urlaub passen würden. An Bord vergeht die Zeit für die Kinder jedoch schnell und die Eltern können sich auf viele Erlebnisse und Eindrücke bei den Ausflügen freuen.

Besonderheit: Flusskreuzfahrt

Nicht nur über die Weltmeere fahren Kreuzfahrtschiffe heute, auch auf größeren Flüssen werden Urlaube auf dem Schiff angeboten. Besonders beliebte Routen in Europa führen beispielweise über Donau, Rhein, Mosel oder Rhône. Anders als bei den Kreuzfahrten über die Meere gibt es bei Flusskreuzfahrten jedoch immer eine Unwägbarkeit: Der Pegelstand der Flüsse kann unter Umständen dazu führen, dass die Kreuzfahrt kurz vorher abgesagt werden muss. Führt ein Fluss zu wenig Wasser, können die großen Schiffe nicht mehr fahren. Die Veranstalter haben in ihren Verträgen daher oft die Möglichkeit eingeräumt, ihrerseits bis 14 Tage vor Beginn die Reise abzusagen. Andere Anbieter planen in solchen Fällen um und buchen die Gäste um – aus der Kreuzfahrt wird dann eine Busfahrt entlang der Flüsse. Wer das nicht möchte, sollte unbedingt im Vorfeld bei Vertragsabschluss auf solche Details achten und sich gegebenenfalls einen anderen Anbieter suchen.

Wahl der Route und Ausflüge

Neben der Wahl des Schiffes ist auch die Route ein wichtiges Entscheidungskriterium: Wer in den Norden möchte, sollte dafür eine warme Jahreszeit nutzen. Die Kanaren und andere warme Regionen bieten sich dagegen gut im Winter an. An den Haltepunkten kann man sich organisierten Ausflügen anschließen, oft ins Landesinnere. Diese kosten allerdings extra. Wer das nicht ausgeben will, kann den Landgang auch allein gestalten: Manche Häfen liegen auch fußläufig zu einer Innenstadt. „Oft gibt es auch einen Shuttleservice vom Hafen zum Zentrum. Dort hat jeder dann Zeit zur freien Verfügung“, so Gabi Hennig. Generell klingt es verlockend, in wenigen Tagen viele Länder anzufahren. Das führt aber teilweise auch dazu, dass in keiner Stadt wirklich viel Zeit bleibt. Wer Land und Leute etwas näher kennenlernen möchte, der sollte sich für eine Route mit weniger Strecke entscheiden.

Wahl der Kabine

Innenkabinen sind grundsätzlich sehr viel preiswerter als außen liegende Kabinen mit Bullaugen, Fenstern oder sogar Balkonen. „Sie reichen in der Regel zum Schlafen oder Umziehen, wenn man die restliche Zeit an Bord bzw. auf Landausflügen verbringt“, so die Expertin. Wer unter Platzangst leidet, sollte sich aber für Fenster in dem Raum entscheiden. „Natürlich haben auch Kabinen mit Balkon ihren Charme, vor allem, wenn man seine Ruhe haben möchte und dort dann beispielsweise auch frühstückt bei Sonnenaufgang“. Allerdings kann vor allem bei Flusskreuzfahrten die Außenkabine an Reiz verlieren, zum Beispiel dann, wenn das Schiff lange an einer Kaimauer liegt und somit das Fenster versperrt wird. Wer empfindlich auf Wellengang reagiert, sollte eine Kabine möglichst weit unten buchen. Sie sind zudem preiswerter. Wissenswert: Am Heck ist es durch den Motor lauter. Wer ruhig schlafen möchte, sollte eine Kabine am Bug buchen.

Kleiderordnung an Bord

Blick in ein Restaurant des Schiffes Queen Elizabeth
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Auf den Internetseiten der Reedereien stehen oft die wichtigsten Informationen zu den Dresscodes. Grundsätzlich geht es tagsüber auf Kreuzfahrtschiffen leger zu, abends wird nur noch auf wenigen Schiffen eine strenge Abendgarderobe erwartet. „Ich sage meinen Kunden immer: Auf dem Schiff sollte man so essen gehen, wie man auch in Deutschland in ein Restaurant geht – also mit langer Hose und einem ordentlichen Oberteil“, rät Gabi Hennig. Sind Gala-Dinner oder Kapitänsempfänge vorgesehen, sind Anzüge angebracht.

Krankheit an Bord

Medikamente gegen Seekrankheit werden in der Regel kostenlos an der Rezeption ausgegeben. Ärzte an Bord sind für die Notfallversorgung zuständig. Bei schweren Fällen werden die Patienten in ein Krankenhaus an Land verlegt und nach Ermessen des Arztes auch nach Hause geflogen. „Wer allerdings auf dem Schiff zum Arzt geht, wird abgerechnet wie bei jedem Arztbesuch im Ausland. Daher empfehlt sich immer eine Auslandskrankenversicherung“, so die Kreuzfahrtexpertin.

Trinkgelder und weitere Nebenkosten

Schon bei der Buchung sollte darauf geachtet werden, welche Kosten im Preis enthalten sind. Müssen zum Beispiel die Getränke extra gezahlt werden, kann das schnell ins Geld gehen. Horrende Preise werden mit fehlenden Lagerkapazitäten begründet. Weiterer Kostenfaktor ist das Trinkgeld, denn bei den Reedereien gibt es große Unterschiede bei der Honorierung der Crew. Es gibt Reedereien, die automatisch einen gewissen Betrag pro Person und Tag vom Bordkonto als Trinkgeld abbuchen. Sinn und Zweck ist es, dass das Trinkgeld dann auf die gesamte Mannschaft aufgeteilt wird, also auch auf den Koch beispielsweise, den sonst keiner sieht. Andere bitten um freiwillige Leistungen, die auch anonym im Briefumschlag an der Rezeption abgegeben werden können. Als Richtlinie empfehlen Experten vier bis sechs Euro pro Nacht. Wer sicher gehen will, sollte sich vor Abreise informieren.

Über dieses Thema berichtet die Umschau MDR FERNSEHEN | 30.05.2017 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2017, 16:13 Uhr

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Crew steht auf einer Tür
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Ein Swimmingpool auf einem Flusskreuzfahrtschiff
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Die MS Spree
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Crew steht auf einer Tür
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Die MS Spree
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