Umschau-Quicktipp | 01.02.2017 Professionelle Zahnreinigung

Warum sollten Sie zur PZR?

Auch die beste Zahnbürste kommt nicht in jeden Zahnzwischenraum. Je nach Bauart Ihres Gebisses können diese Zwischenräume eng sein. Außerdem können zwischen Zahn und Zahnfleisch verschieden große Lücken entstehen. In diesen sogenannten Taschen und den Zahnzwischenräumen können Beläge, Zahnstein und Verfärbungen nicht gründlich entfernt werden. Bakterien vermehren sich und greifen Zahn und Zahnfleisch an. Menschen mit empfindlichen Zähnen und Vorerkrankungen des Zahnfleisches brauchen daher an diesen Stellen eine gründliche Zahnreinigung: die sogenannte Professionelle Zahnreinigung (PZR).

Dabei wird mit zahnmedizinischen Geräten, mit Ultraschall, kleinen Dentalbürsten und anderem Equipment jede Stelle des Gebisses erreicht und gesäubert. Anschließend werden die Zähne geglättet, damit die Oberfläche weniger Angriffsmöglichkeiten für Bakterien bietet. Zum Schluss bekommen die Zähne noch einen schützenden und aufbauenden Flouridlack.

Wie oft sollten Sie zur PZR?

ein lächelnder Mund mit weißen Zähnen von der Seite.
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Das hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab, wie Zahnarzt Dr. Thomas Breyer erklärt: "Zum einen, ob Sie eine hohe Neigung zur Bildung von Zahnstein haben. Zum anderen kommt es auf die Zähne selbst an. Haben Sie enge Zahnzwischenräume, sind die Zähne schief und verdreht? Haben Sie große Taschen im Zahnfleisch?", Das bedeutet, manche Menschen müssen gar nicht, andere bis zu viermal pro Jahr zur PZR. Lassen Sie sich hier von Ihrem Zahnarzt beraten. Eine PZR sollte nie ohne vorherige Bestandsaufnahme und Beratung durch den Zahnarzt durchgeführt werden.

Was kostet eine PZR?

Da eine PZR zwischen 40 und 150 Euro kosten kann, ist es natürlich auch eine Kostenfrage, wie oft im Jahr Sie das durchführen lassen. Der Preis richtet sich dabei nach der Anzahl der behandelten Zähne und der Art der Behandlung. Je nach Zustand Ihres Gebisses kommen verschiedene Reinigungsmethoden zum Einsatz und das kostet dann entsprechend. Rät Ihnen Ihr Zahnarzt einfach pauschal viermal im Jahr zur Reinigung und kostet die dann auch noch das Maximum, holen Sie sich mindestens eine Zweitmeinung.

Was müsse Sie im Vorfeld beachten?

Ein Zahnarzt mit Schutzvisier beugt sich ein Poliergerät in der Hand haltend über einen Patienten.
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Ob Sie vor der PZR Ihre Zähne geputzt haben oder nicht, spielt für die Reinigung an sich keine Rolle. Langfristig entstandene Verfärbungen bekommen Sie durch eine Gewaltputzaktion kurz vorher auch nicht weg. Wichtiger ist, dass Sie Ihrem Zahnarzt mitteilen, ob Sie blutverdünnende Medikamente nehmen oder gerade an einer Krankheit leiden. Herzkranke und Immungeschwächte sollten das besonders ernst nehmen, rät Experte Dr. Breyer: "Bei der Reinigung kommt es zu kleinen Blutungen des Zahnfleisches. Freigesetzte Bakterien aus den Belägen und dem Zahnstein können so in den Blutkreislauf gelangen und bestimmten Patienten schaden. Deshalb führen wir hier vorher eine antibiotische Abschirmung durch." Auch wer gerade eine größere Parodontitis-Behandlung hinter sich hat, muss eine PZR im Vorfeld mit dem Zahnarzt besprechen.

Was müssen Sie hinterher beachten?

Zwei Stunden nach der PZR sollten Sie nichts essen und trinken. "Das ist wichtig, damit der Flouridauftrag nicht gleich wieder entfernt wird, sondern erst einmal wirken kann", erklärt Zahnarzt Dr. Thomas Breyer. Wer sich von fleckenverursachenden "Intensivtätern" wie Rotwein, Kaffee, Tee und Zigaretten fernhält, beugt neuen Flecken länger vor. Allerdings müssen Sie es nicht zu asketisch angehen, denn irgendwann bilden sich der Zahnstein und die Flecken wieder. Also genießen Sie ruhig Genussmittel, aber in Maßen.

Sind Schmerzen normal?

Von unserem Experten gibt es dazu ein klares Nein: "Es kann schon mal sein, dass Sie ein bis zwei Tage etwas empfindlichere Zähne haben. Aber Schmerzen sollte das definitiv nicht verursachen. Wenn Sie während der PZR und hinterher also leiden, reden Sie mit der Zahnarzthelferin oder dem Zahnarzt. Dann kann die Behandlung besser auf Ihre Bedürfnisse angepasst werden."

Müssen auch Kinder zur PZR?

Im Prinzip haben Kinder so gut wie nie Zahnstein, sodass die einfache Putzhygiene bei Ihnen ausreicht. "Wir haben aber durchaus auch schon dreijährige Patienten, die mit Zahnstein zu uns kommen. Die Regel ist das aber nicht", so Dr. Breyer. Es gibt keine Altersbegrenzung für eine PZR. Im Zweifel beraten Sie eine Behandlung bei Ihrem Kind mit dem Zahnarzt.

Was bringt die PZR bei Brücken, Implantaten und Kronen?

Eine blaue Zahnbürste mit blauer Zahncreme liegt neben einem Bonusheft.
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Besonders an den Übergängen zwischen Zahnersatz und Zahnfleisch beziehungsweise Kiefer können sich viele Bakterien ansiedeln, deshalb ist eine PZR gerade bei künstlichem Zahnersatz oder auch einer Spange durchaus sinnvoll.

Besonderheit beim Bonusheft

Für eine PZR bekommen Sie keinen Stempel im Bonusheft, für die Kontrolluntersuchung hingegen schon. Achten Sie also darauf, dass Sie in einem Jahr immer auch eine Untersuchung haben. 

Fazit

Eine professionelle Zahnreinigung ist ein wichtiger Beitrag für Ihre Zahngesundheit. Wie oft Sie eine PZR im Jahr durchführen lassen müssen, hängt vom Zustand Ihrer Zähne ab. Lassen Sie sich im Vorfeld immer von Ihrem Zahnarzt beraten. Einige gesetzliche Krankenkassen bezuschussen eine PZR pro Jahr. Bei vielen privaten Kassen bekommen Sie die Kosten in der Regel ersetzt.

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2017, 00:10 Uhr