Umschau-Quicktipp | 20.06.2017 Risiko Reifenplatzer

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Die Urlaubsreisewelle ist im Anrollen. Bevor es losgeht, sollten Sie unbedingt Ihre Reifen überprüfen, denn gerade in der heißen Sommerzeit werden Auto-Reifen besonders stark beansprucht. Die Hitze strapaziert das Material. Das Reisegepäck schraubt das Ladungsgewicht nach oben. Und in den Sommermonaten steigt das Verkehrsaufkommen, weil das Auto häufiger genutzt wird als in anderen Jahreszeiten. Wenn Reifen bei dieser Belastung nicht gut gewartet werden, kann es zu einer Beschädigung des Reifens kommen. Bei laufender Fahrt - ein Risiko, das immer wieder schwere Unfälle auslöst.

Was ist ein Reifenplatzer?

Eigentlich ist die Bezeichnung „Reifenplatzer“ irreführend. Denn die Ursache für das, was landläufig so bezeichnet wird, ist meist nicht ein zu hoher Reifendruck, sondern zu wenig Luft auf den Pneus. Dann besteht die Gefahr, dass der Reifen eingedrückt wird und zu viel Reibung entsteht. Die Folge: Sie verbrauchen mehr Kraftstoff. Und am Reifen bildet sich zu viel Wärme. Irgendwann ist die Hülle zerstört und die Luft entweicht. Entweder schleichend oder schlagartig in einem explosionsartigen Druckabfall. Das kennt man als „Reifenplatzer.“ Wie kann man genau diesen vermeiden?

Luftdruck überprüfen

Reifenplatzer
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Vor allem vor längeren Autofahrten müssen Sie den Druck am kalten Reifen prüfen und der Beladung anpassen. Wie hoch der optimale Druck sein sollte, steht bei vielen Autos an der Innenseite des Tankdeckels. Falls nicht, hilft ein Blick in die Betriebsanleitung. Experten raten: Kontrollieren Sie regelmäßig den Reifeninnendruck, am besten aller vier Wochen. Denn durch die Durchlässigkeit des Gummis verlieren Reifen im Monat durchschnittlich 0,2 bar.

Alte Reifen austauschen

Reifen sind teuer. Trotzdem empfehlen Experten, sie nach sechs Jahren auszutauschen. Wie alt Ihre Reifen sind, können Sie an der so genannten DOT-Nummer erkennen. Sie ist an der Seite Ihrer Reifen eingeprägt. Die letzten beiden Ziffern stehen für das Herstellungsjahr. Die ersten beiden für die Woche. Das Profil Ihrer Reifen sollte laut Gesetz mindestens 1,6 Millimeter tief sein. Zu wenig, meinen Experten. Sie empfehlen mindestens drei Millimeter Profiltiefe. Mit einem einfachen Trick können Sie das selbst zuhause überprüfen: Stecken Sie eine Ein-Euro-Münze ins Profil. Verschwindet der goldene Rand komplett, ist das Profil drei Millimeter tief. Das heißt, es ist ok.

Außen hui – innen pfui!

Es ist gut möglich, dass Ihre Reifen von außen wie neu und unbeschädigt aussehen, innerlich aber „verletzt“ sind. Solche Vorschädigungen werden im Lauf der Zeit immer schlimmer. Sie können unbeobachtet entstehen. Zum Beispiel, indem Sie sich einen Nagel einfahren. Als wahre Gefahrenzone für Pneus gelten auch Gehwege. Wer auf eine Bordsteinkante fährt, riskiert immer eine Schädigung des Reifens – auch bei vergleichsweise geringer Geschwindigkeit. Besonders hoch ist das Risiko, wenn die Reifen frontal und mit hoher Geschwindigkeit gegen ein Hindernis gelenkt werden. Aber auch ein seitliches Entlangschürfen ist gefährlich, denn dann bilden sich kleine Einschnitte, über die Wasser in den Unterbau des Reifens eindringen kann. Die Folge: Er rostet innerlich, ohne dass Sie von außen etwas sehen. Versuchen Sie, solche „Misshandlungen“ des Reifens deshalb zu vermeiden.

Den Ernstfall proben

Panne
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Was tun, wenn es doch passiert und bei voller Fahrt ein Reifen platzt? Die wichtigste Regel: Ruhe bewahren. Dann Warnblinkanlage an und gefühlvoll bremsen. Meist bricht der Wagen in eine Richtung aus. Versuchen Sie, sanft gegenzulenken. Falls der Wagen dann in die andere Richtung zieht, wieder sanft gegenlenken. Falls das nicht funktioniert, der Wagen stark ausbricht und richtig ins Schleudern gerät, hilft nur noch eine Vollbremsung.

Bringen Sie den Wagen an einer geeigneten Stelle zum Stehen und bringen Sie sich selbst in Sicherheit. Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen versteht sich ja von selbst. Experten empfehlen, dass jeder mit dem eigenen Wagen einmal ein Fahrsicherheitstraining absolviert haben sollte. So wissen Sie im Ernstfall, wie Ihr Wagen reagiert und was Sie zu Ihrem Schutz tun können. Die Kosten: rund 100 Euro.

Über dieses Thema berichtet auch MDR JUMP am Vormittag | 20.06.2017 | 9:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2017, 12:56 Uhr