Umschau-Quicktipp | 24.10.2017 Smarte Heizungssteuerung für Mietwohnungen

Die Heizkosten gehören zu den größten Posten auf der Nebenkostenabrechnung. Mit intelligenten Heizungssteuerungen sollen sie sich deutlich verringern lassen. Die Systeme gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Dreh- und Angelpunkt der "intelligenten" Systeme ist der Thermostat, wie Max Wiesmüller von Computerbild erklärt: "Der Thermostat ist der Drehregler, den man jeden Abend aufdreht, wenn man es wärmer haben möchte." Wer umsteigen will, schraubt den alten Thermostat ab und ersetzt ihn durch die smartere Variante. Weil dabei in der Regel nichts umgebaut werden muss, können Laien den Austausch auch selbst vornehmen.

Um ganz sicher zu gehen, sollten Mieter aber vorab den Eigentümer der Wohnung fragen. "In den neuen Heizungssteuerungen sind dann eine oder mehrere Batterien drin und ein kleines Stellgetriebe. Das dreht dann den Regler der Heizung in die richtige Position", sagt Redakteur Wiesmüller. Die intelligenten Steuerungen passten an die meisten gängigen Heizkörper. Dazu würden die meisten Hersteller auf ihren Webseiten ausführliche Anleitungen und auch Expertenchats anbieten. 

Einfaches System reicht aus

Eine Frau sitzt auf dem Fußboden vor einem Heizkörper. In der einen Hand hält sie Geldscheine, mit der anderen umfasst sie den Thermostat.
Den Wechsel des Thermostats können Laien selbständig vornehmen. Bildrechte: IMAGO

Einfache Systeme gibt es für rund 20 Euro pro Heizkörper. "Die sind recht simpel mit einem kleinen Display und Tasten und darüber stellt man dann alles ein", erklärt Max Wiesmüller. Dann kann beispielsweise für den Zeitraum von 22 bis sechs Uhr und nochmal für neun bis 16 Uhr eine deutlich niedrigere Temperatur eingestellt werden als für die Zeiten, in denen die meisten Familienmitglieder zu Hause sind. Das Ganze hat allerdings den Nachteil, dass jeder Heizkörper einzeln "programmiert" werden muss. "Die Dinger funktionieren aber schon ganz gut, eine zentrale Steuerung braucht man eigentlich nicht", sagt unser Experte. Er rät zu Systemen, die zusätzlich mit einer sogenannten Fenster-Erkennung ausgerüstet sind. Sie meldet der Heizungssteuerung, wenn gelüftet wird. "Sonst heizt man ja zum Fenster raus", so Max Wiesmüller.

System erkennt, wenn keiner zu Hause ist

Wohnzimmer in einer Designerwohnung
Keiner zu Hause? Dann brauch ich auch nicht zu heizen. Bildrechte: Colourbox.de

Etwas mehr Komfort bieten vernetzte Heizungssysteme, die mindestens 180 Euro kosten. Sie werden etwa von Herstellern wie Danfoss, Netatmo, Tado oder Honeywell angeboten. Vereinfacht gesagt, werden dabei mehrere "Stellräder" über den Funk "Bluetooth Smart" von einer Zentralsteuerung betrieben. An der lassen sich die Temperaturen für bestimmte Zeiten und Räume über ein Display einstellen. "Wenn man das Ganze sogar aus der Ferne steuern will, braucht man noch ein weiteres Gerät, das am WLAN-Router hängt und dann die Befehle an die einzelnen Regler abgibt", erläutert Max Wiesmüller. Dann lasse sich die Heizung für die Wohnung oder das Haus sogar per Smartphone-App aus der Ferne regeln. Dank der App können die Systeme sogar erkennen, wenn niemand zu Hause ist und die Temperatur entsprechend herunterregeln. "Das klappt über das GPS auf dem Smartphone und dann regelt beispielsweise die Zentraleinheit um zwei Grad runter, wenn man fünf Kilometer von zu Hause weg ist und nochmal ein Grad, wenn man zehn Kilometer weg ist", sagt Redakteur Wiesmüller. Allerdings könne es passieren, dass es im Haus kalt wird, wenn das Familienoberhaupt unterwegs ist. Für diesen Fall sollten am besten alle Mitglieder der Familie die App nutzen.

Einsparpotenzial

Mit den intelligenten Heizungssteuerungen lässt sich laut Computerbild tatsächlich sparen. "Vorausgesetzt aber, man dreht nicht immer auf volle Temperatur auf", sagt Max Wiesmüller. Bei den beschriebenen einfachen Systemen habe man den Kaufpreis meist schon nach ein, zwei Jahren wieder heraus. Bei den aufwendigeren Steuerungen lohne sich das Ganze nach etwa zwei Jahren. Bei den teureren Systemen gibt man gegenüber den Herstellern sehr private Daten über die eigenen Lebensgewohnheiten preis. Und einen hundertprozentigen Schutz gegen Eindringlinge gibt es derzeit auch nicht. "Die Smart Home Industrie steht noch am Anfang, da gibt es Schwachstellen. Allerdings können Hacker bei einer Heizung nicht so viel anrichten", sagt Max Wiesmüller.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 24. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 13:16 Uhr