Umschau-Quicktipp | 20.10.2017 Wäschetrockner: Das sollten Sie vor dem Kauf wissen

Der Wäscheständer steht ständig im Weg? Das Lieblingsoberteil wird im Winter einfach nicht so schnell trocken, wie man es gern hätte? Dann hilft ein Wäschetrockner! Der spart Zeit, Platz und – so kurios es klingt – sogar Geld.

Größe der Trommel mit der Waschmaschine abstimmen

Mutter und Tochter räumen einen Wäschetrockner aus
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Genau wie bei Waschmaschinen gibt es bei Trocknern Angaben, wie viele Kilogramm Wäsche in die Trommel passen. Im Gegensatz zu Waschmaschinen bezieht sich die Angabe aber auf feuchte Wäsche. Da diese schwerer ist, sollte das Fassungsvermögen auch größer sein als bei der Waschmaschine. Sechs Kilogramm trockene Wäsche wiegen nass acht bis neun Kilogramm. Wichtig ist, dass man die Trommel nicht bis zum Rand füllt, sonst knittern die Stoffe und werden nicht richtig trocken.

Verschiedene Techniken mit unterschiedlichem Energieverbrauch

Wäschetrockner gibt es mit verschiedenen Trockentechniken – das hat nicht nur Einfluss darauf, wie die Feuchtigkeit abgeleitet wird, sondern vor allem auf den Energieverbrauch.

  • Bei Ablufttrocknern wird die Feuchtigkeit, die der Wäsche entzogen wird, mittels eines Schlauchs nach außen befördert. Diesen muss man dann aus dem Fenster hängen oder an ein Abluftsystem anschließen. In der Praxis ist das bei vielen Räumen nicht möglich. Verkauft werden diese Modelle allerdings nach wie vor. Ihr Preis liegt bei rund 200 Euro.
  • Ein klassischer Kondensationstrockner hat einen Wärmetauscher, der die heiße und feuchte Luft mithilfe kalter Raumluft abkühlt. Das System verbraucht viel Strom, hat aber den Vorteil, dass die Geräte günstiger sind als modernere Modelle mit Wärmepumpe. Außerdem trocknen diese Modelle relativ schnell.
  • Neueste Kondensationstrockner nutzen eine Wärmepumpe. Die Wäsche wird mit warmer Luft durchströmt, die die Feuchtigkeit aufnimmt. Die Wärmepumpe kühlt die Luft wieder ab, entfeuchtet sie und erwärmt sie mithilfe der zuvor entzogenen Energie erneut. Größter Vorteil: Die Wärmepumpentechnik spart Energie und Stromkosten. „Wärmepumpentrockner verbrauchen weniger als die Hälfte der Energie eines Trockners ohne Wärmepumpe, teilweise sogar nur ein Drittel“, so Thomas Müller von Stiftung Warentest. Dadurch kann man bei regelmäßiger Nutzung 100 Euro im Jahr sparen. Der Nachteil: Die Geräte kosten mindestens rund 450 Euro. Außerdem benötigen sie mehr Zeit, um die Wäsche zu trocknen.

Wäschetrockner aus einer Wiese
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Übrigens: Es ist ein Trugschluss, dass das Aufhängen von Wäsche wirklich günstiger sein muss. „Das Trocknen im Freien kostet nichts und schont die Umwelt. Im Winter aber geht die Rechnung oft nicht auf. Steht der Wäscheständer in der beheizten Wohnung, sinkt durch das Trocknen die Raumtemperatur, sodass die Heizung stärker gefordert ist. Außerdem muss dann häufiger gelüftet werden, um die Feuchtigkeit aus dem Raum zu bekommen, ansonsten droht Schimmel. Das kostet insgesamt so viel Energie, dass ein moderner Wäschetrockner sparsamer sein kann“, so das Fazit von Stiftung Warentest.

Trocknungsdauer und Lautstärke im Auge behalten

Bis die Wäsche trocken ist, dauert es zwei bis zweieinhalb Stunden bei Geräten mit Wärmepumpe. Wer Wert auf schnelles Trocknen legt, sollte hierauf beim Kauf besonders achten. Fast alle Maschinen zeigen inzwischen auch die Restlaufzeit an – allerdings stimmt laut Stiftung Warentest die erste angegebene Laufzeit so gut wie nie. Der Grund: Viele Geräte messen heutzutage auch während des Trocknens den Trockengrad der Wäsche und passen ihre Zeit immer wieder an. Auch in der Lautstärke unterscheiden sich die Trockner: 65 Dezibel entsprechen einem Gruppengespräch. Trockner mit 70 dB und mehr sind nicht mehr für die Wohnung geeignet, sondern nur für den Waschkeller.

Spezielle Funktionen hinterfragen

Moderne Trockner bieten die unterschiedlichsten Funktionen, die vielleicht nicht jeder braucht. Dazu zählen u.a. eine Innenbeleuchtung, ein Signalton bei Programmende oder eine Gerätesperre für Kleinkinder. Sinnvoll für alle ist in der Regel ein automatischer Kondenswasserablauf, da das Wasser sonst nach jedem Vorgang händisch entfernt werden muss. Auch selbstreinigende Filter sorgen für mehr Bequemlichkeit. Geschieht das nicht automatisch, müssen die Flusen- und Wärmepumpensiebe regelmäßig gereinigt werden. Ansonsten „können sich Trockenzeit und Energieverbrauch mit der Zeit erheblich verlängern und die Geräte Schaden nehmen“, so Stiftung Warentest.

Platzbedarf bedenken

Frontlader lassen sich problemlos auf Waschmaschinen stellen, um den bereits verwendeten Platz erneut zu nutzen. Sicheren Halt gibt zusätzlich eine Antivibrationsmatte. Toplader, also Geräte, die von oben befüllt werden, sind schmaler gebaut als Frontlader. Dadurch passen ggf. Waschmaschine und Trockner auch nebeneinander.

Wer wenig wäscht, kann auch einen Waschtrockner in Erwägung ziehen. Diese Geräte kombinieren Waschmaschine und Trockner – aber dann muss man für beide Gerätefunktionen teils beträchtliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Nicht jedes Wäschestück in den Trockner

Grundsätzlich gilt: Wäsche, die bei 60 Grad gewaschen werden darf, kann auch bedenkenlos in den Trockner. Ansonsten findet sich auf dem Etikett ein entsprechender Hinweis. Gut beraten ist man mit einem Programm, das verschiedene Stoffe wie Baumwolle und Synthetik gleichzeitig trocknet. Bei empfindlichen Stoffen sollte man nur eine geringe Heizleistung wählen. Sogar Wolle kann inzwischen oft in der Maschine getrocknet werden. Seide, synthetische Gardinen sowie Socken mit "Antirutsch-Noppen" sollten dagegen nicht in den Trockner, sie verfilzen oder gehen schnell ein. Vorsicht auch bei Kleidungsstücken mit Aufdrucken aus Kunststoff, denn diese können durch Hitze schnell schmelzen.

Fazit

Wäschetrockner erleichtern die Hausarbeit enorm: Die Wäsche ist in der Regel schneller trocken als auf der Leine und zudem meist knitterfrei. Bei der Auswahl sollte man allerdings nicht nur auf den Anschaffungspreis achten, sondern vor allem auch auf den Energieverbrauch. Geräte ohne Wärmepumpe sind zwar günstiger, verbrauchen aber deutlich mehr Energie. Aufgrund des geringen Stromverbrauchs schneiden die Modelle mit Wärmepumpe bei Stiftung Warentest generell besser ab. Teuer heißt aber nicht unbedingt besser, denn die Geräte trocknen in der Regel alle gut. Unterschiede gibt es eher bei Dauer, Lautstärke und den Zusatzfunktionen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 20. Oktober 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2017, 10:24 Uhr