Umschau-Quicktipp

Umschau-Quicktipp | 28.12.2012 : Preiswerter Champagner oder teurer Sekt?

Silvester knallen wieder millionenfach die Korken. Wer mehr als gewöhnlich ausgeben will, hat die Wahl zwischen hochwertigem Sekt und Champagner. Den Unterschied zwischen beiden erklärt Johannes Lüddens von der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Hamburg.

Eine Champagner-Flasche.

Champagner: Exklusiv und teuer

Champagner hat in der Regel ein heftiges, trockenes, leicht brotiges und süßes Aroma. Für eine Flasche guten Champagners muss man mindestens 23 bis 24 Euro ausgeben.

Beim Champagner dürfen nur Grundweine genutzt werden, deren Trauben aus dem Anbaugebiet Champagne in Frankreich stammen. Bei richtig gutem Champagner werden dann bis zu 70 verschiedene Grundweine verschiedener Jahrgänge miteinander verschnitten, um den typischen Geschmack zu treffen.

Sekt: Vollmundig und frisch

Der Umschau Quicktipp
MDR JUMP

Sekt oder Champagner?

27.12.2012, 15:51 Uhr | 02:07 min

Sekt schmeckt meist deutlich vollmundiger, fruchtiger und frischer als Champagner. Dabei ist er viel preiswerter: Eine Flasche hochwertigen Sekt bekommt man schon für 12 bis 15 Euro. Bei Sekt ist kein bestimmtes Anbaugebiet vorgegeben. Beim Rebsortensekt müssen mindestens 85 Prozent der verwendeten Weine aus Trauben einer Rebsorte stammen. In der Regel werden bei Sekt die Trauben eines Jahrgangs verwendet. Ein Mischen verschiedener Jahre wie beim Champagner ist nicht üblich. Sekt kann daher von Jahr zu Jahr anders schmecken.

Herstellung

Beide Schaumweine werden ähnlich hergestellt. Die Ausgangsweine werden mit einem Mix aus Zucker und Hefe versetzt. Dabei entsteht die Kohlensäure. Die Hefe wird nach dem Gärprozess wieder entfernt. Bei Sekt sollte man auf die Aufschrift "traditionelle Flaschengärung" auf dem Etikett achten. Bei dieser aufwendigen Herstellungsmethode wird Sekt genau wie Champagner auch komplett in der Flasche hergestellt.

Tipps zum optimalen Genuss von Sekt und Champagner

  • Im Fachgeschäft kaufen. "Am besten kauft man die Flasche beim Weinhändler um die Ecke", rät Johannes Lüddens. Der Händler wisse zum einen, wie alt der Sekt oder Champagner sei. Zudem könne man beim Fachmann erstmal ausprobieren, ob einem der typische Champagner-Geschmack zusagt.
  • Nicht zu lange aufbewahren. Anders als Wein werden Schaumweine mit dem Alter schlechter. Sie altern, sobald man die Hefe entfernt. In der Fachsprache heißt dieser Prozess "degorgieren". "Champagner kann schon ein halbes Jahr nach dem Degorgieren muffig, nach Pilzen, nach nassem Laub und Keller schmecken", sagt Lüddens. Leider schreiben nur sehr wenige Hersteller das Degorgier-Datum aufs Etikett.
  • Kühl lagern. Sowohl Sekt als auch Champagner trinkt man am besten gut gekühlt, aber nicht eiskalt. Bei sechs bis zwölf Grad Celsius können sich die Aromen der Schaumweine am besten entfalten. Nach dem Ausgießen kommt die Flasche - am besten verschlossen -  in den Kühlschrank. Tipps, wie beispielsweise der Löffel in der Flasche, bringen nichts. In Filmen packen die Reichen und Schönen die offene Champagnerflasche wieder in den Eiskübel. Davon hält Johannes Lüddens allerdings nichts: "Das sieht vielleicht edel aus, für den Geschmack des Schaumweins ist diese Masche aber nicht gut",  so der Weinexperte.

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2013, 08:27 Uhr

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