Umschau-Quicktipp | 15.01.2013 : Sind Kapitallebensversicherungen noch zeitgemäß?
Die Lebensversicherung ist die beliebteste Altersvorsorge der Deutschen. Dabei wird sie von Verbraucherschützern seit Jahren heftig kritisiert. Soll man also noch auf diese Form der Vorsorge setzen? Und was sollte man tun, wenn man bereits eine Versicherung abgeschlossen hat?
Vorteil Sicherheit
Die Kapitallebensversicherung ist eine sichere Anlageform. Die eingezahlten Beiträge bekommt man wieder raus, wenn man den Vertrag bis zum Ende bedient. Zudem gibt es eine, wenn auch geringe, Mindestverzinsung. Und schließlich sind die Lebensversicherer per Gesetz dazu verpflichtet, das eingezahlte Geld ihrer Kunden sicher anzulegen, etwa in festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen.
Probleme mit der Lebensversicherung
Bei einer Kapitallebensversicherung muss man über Jahrzehnte hinweg Beiträge einzahlen. Das schafft aber nach Angaben des Bundes der Versicherten weniger als die Hälfte der Deutschen. Zudem gibt es immer weniger Zinsen auf die Versicherung und man muss am Ende der Laufzeit die Erträge teilweise versteuern. Weiteres Manko: Die Vorsorge für den Todesfall schmälert die Gewinne der Altersvorsorge.
Verschiedene Möglichkeiten, den Vertrag aufzulösen
Kann man die Beiträge nicht mehr zahlen oder wünscht sich eine bessere Altersvorsorge, hat man im Wesentlichen drei Möglichkeiten.
- Kündigung: Dies ist die schlechteste Wahl. Vor allem in den ersten Jahren nach Abschluss bekommt man kaum das bereits eingezahlte Geld heraus. Zusätzlich werden häufig Stornogebühren fällig.
- Verkauf: Auch das ist mit Verlusten verbunden. Bei einem guten Angebot sind die aber lange nicht so hoch wie bei einer Kündigung. Dafür gibt es andere Haken. So zahlen einige Unternehmen die Kaufsumme nur in Raten aus. Das ist riskant, weil der Käufer pleite gehen kann. Manche Unternehmen ziehen vom Kaufpreis auch Bearbeitungsgebühren ab. Vor einem Verkauf sollte man deshalb immer mehrere Angebote einholen.
- Freistellen: Beim Freistellen ruht der Vertrag. Damit sinkt zwar die Summe, die man im Alter oder im Todesfall bekommt. An den Überschüssen, die aus den bisherigen Monatsbeiträgen erwirtschaftet werden, wird man trotzdem beteiligt.
Wer das Geld für eine Lebensversicherung übrig hat, sollte ganz genau kalkulieren, ob man aus dem Vertrag wirklich aussteigen will. Absolute Sicherheit gibt es nirgends, und die Kosten von Abwicklung und kompletter Neuorientierung der Anlage sind hoch.
Alternativen zur Lebensversicherung
Es gibt angesichts der minimalen Erträge der Kapitallebensversicherungen mehrere Anlageformen, mit denen man besser fürs Alter vorsorgen kann. Schon ein Tagesgeldkonto bringt nach Angaben des Bundes der Versicherten teilweise mehr Zinsen.
Oft lohnt sich auch der Vergleich mit einer privaten Rentenversicherung. Vom Schema her ähneln diese einer Kapitallebensversicherung (Garantiezinsen und Überschussbeteiligung), verzichten aber auf die Absicherung beim Todesfall. Daher können sie renditestärker sein.
Auch staatlich geförderte Produkte sind eine Alternative: Durch die Förderung bei Riester- oder Rürup-Renten und betrieblicher Altersvorsorge werden die Nachteile durch niedrige Zinsen zum Teil wieder wettgemacht.
Wem der Hinterbliebenenschutz wichtig ist, der sollte eine Risikolebensversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 200.000 Euro abschließen und separat Geld fürs Alter ansparen.
