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Umschau-Quicktipp | 14.03.2012 : Abnehmpillen aus der Apotheke

Davon träumen viele Menschen: Man schluckt einfach eine Pille und ganz ohne Diät und Sport purzeln die Pfunde. Doch gibt es tatächlich Medikamente, die das Abnehmen so leicht machen? Und was ist mit den Nebenwirkungen?

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Es gibt nur einen Wirkstoff, dem Apotheker und Mediziner einen gewichtsreduzierenden Effekt bescheinigen. Er heißt Orlistat und ist in Präparaten verschiedener Hersteller enthalten. In geringerer Dosierung sind diese Medikamente rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Allerdings wirken die Mittel nur im Zusammenhang mit einer Diät, weil sich fettreiche Nahrung damit nicht so gut verträgt. Die Einnahme sollte nur in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen. Sie können die Nebenwirkungen am besten abschätzen und kontrollieren.

Auf keinen Fall sollten Schlankheitsmittel von dubiosen Internethändlern bestellt werden, weil diese riskante oder gar in Deutschland verbotene Inhaltsstoffe enthalten können. Außerdem werden bei den Präparaten die Sicherheit und Wirksamkeit häufig nicht überprüft.

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MDR JUMP

Abnehmpillen

Was hilft beim Abnehmen? Frei erhältlich sind Fettbinder oder Quellstoffe. Und dann gibt es noch Orlistat als einizgen medizinischen Wirkstoff. Lässt sich das arglos einnehmen?

14.03.2012, 08:40 Uhr | 01:34 min

Unangenehme Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen

Die meisten Diät-Pillen können schwere Nebenwirkungen auslösen, vor allem, wenn sie in Deutschland nicht zugelassen sind. Die Wirkstoffe führen häufig zu Schlaflosigkeit, erhöhtem Blutdruck oder Kopfschmerzen. Außerdem stehen einige Mittel in Verdacht, das Risiko für Schlaganfälle und Depressionen zu erhöhen. Bei einem Testkauf der Stiftung Warentest im Internet waren 2007 13 von 16 bestellten Schlankheitsmitteln gesundheitsgefährdend.

Gefährliche Eigenversuche unterlassen

Andere Diätprodukte aus der Apotheke wie Füll- und Quellstoffe sollen einem das Gefühl geben, bereits gesättigt zu sein. Diese Stoffe sind zwar unbedenklich, ihre tatsächliche Wirkung wurde aber nie geprüft. Als Anreiz für eine Diät können sie aber helfen. Dagegen sind Abführmittel zur Gewichtsabnahme ungeeignet, denn sie wirken erst im Dickdarm. Wenn die Nahrung dort angekommen ist, sind die Kalorien bereits im Körper verteilt. Durch Diuretika, die Wasser aus dem Körper schwemmen, verliert der Körper zu viele Salze, wodurch die Gicht-Gefahr erhöht ist.

Was wirklich hilft: Ernährung und Sport

Das Versprechen, man könne schnell und ohne Diät nach Belieben abnehmen, ist Quacksalberei. Wer Gewicht verlieren will, sollte sich mehr bewegen und seine Ernährung umstellen. Schlankheitsmittel aus der Apotheke können diese langfristigen Verhaltensänderungen nicht ersetzen, sondern bestenfalls unterstützen. Wer Rat braucht, wendet sich am besten an einen Apotheker oder einen Arzt.

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2012, 10:15 Uhr

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