Umschau-Quicktipp

Umschau-Quicktipp | 04.02.2013 : Wie aussagekräftig sind Arzt-Portale?

Viele Menschen verlassen sich bei der Arztwahl auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten. Hilfe versprechen auch Internetportale, auf denen Ärzte beurteilt werden. Doch wie bei fast allen Bewertungsportalen im Internet, können auch hier Urteile manipuliert werden. Wir geben Tipps, worauf Sie achten sollten.

Eine Patientin beim Arzt.

Wer einen Mediziner sucht, kann sich auf Ärztebewertungsportalen informieren. Man kann nach Fachrichtung, Namen oder Anschrift suchen. Auf den Portalen findet man Bewertungen von anderen Patienten und kann auch selbst welche angeben. Allerdings sollte man diese Bewertungen richtig bewerten, meint Tino Pfabe von der Unabhängigen Patientenberatung Erfurt: "Bewertet wird nicht fachliche Qualifikationen, sondern Sekundärdaten wie der Umgang mit Patienten, Wartezeiten, Service und die Kompetenz des Arztes, sich verständlich auszudrücken und auf die Bedürfnisse des Patienten einzugehen."

Der Umschau Quicktipp
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Wie aussagekräftig sind Arzt-Portale?

01:37 min

Während das Schreiben von Bewertungen in der Regel eine Registrierung erfordert, ist das Lesen von Bewertungen ohne Anmeldung möglich. Die Unabhängige Patientenberatung empfiehlt die  "Weisse Liste" (www.weisse-liste.de/arzt). Manipulierende Mehrfachbewertungen sind dort weitgehend ausgeschlossen, denn man muss sich mit seiner Krankenversicherungsnummer registrieren. Erst wenn es zehn Bewertungen zu einem Arzt gibt, werden diese veröffentlicht. Das spiegelt zwar nicht den gesamten Umfang der Patienten wieder, sei aber ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Tino Pfabe.

Darauf sollte man beim Lesen von Arzt-Bewertungen achten

  • Aussagekräftiger sind die Bewertungen, wenn es mehrere Urteile zu einem Arzt gibt. Ist das auf einem Portal nicht der Fall, sollte man gegebenenfalls auf anderen Bewertungsportalen suchen.
  • Vertrauen Sie eher solchen Urteilen, für deren Abgabe eine Registrierung erforderlich ist. Dies schützt vor Betrug, wie etwa Eigen- und Mehrfachbewertungen.
  • Neben Patientenbewertungen gibt es auf einigen Portalen auch gekaufte "Arztempfehlungen". Sie stehen meist sehr prominent über der Auflistung des Suchergebnisses und sind als Anzeige gekennzeichnet. Gesehen zum Beispiel bei docinsider.de, esando.de, imedo.de und medfuehrer.de.
  • Bei der Registrierung auf einem Portal sollte man zur Wahrung seiner Privatsphäre nie mehr Angaben zu seiner Person machen als notwendig.

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2013, 10:08 Uhr

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