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Umschau-Quicktipp | 20.03.2012 : Punktesammeln nachgerechnet! Was bringen Payback & Co wirklich?

Kundenkarten sind in Deutschland allgegenwärtig. Mittlerweile sind rund 200 Millionen dieser Plastikkärtchen im Umlauf - weit mehr, als Deutschland Einwohner hat. Doch bringen sie ihren Inhabern tatsächlich Vorteile?

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Der finanzielle Vorteil

Meist lohnen sich Kundenkarten finanziell kaum. Lediglich Stammkunden, die sowieso immer in demselben Geschäft einkaufen, können davon profitieren.

Aber Vorsicht: Durch diese Karten kommt man als Kunde schnell in die Versuchung, nicht in den billigeren Laden zu gehen, sondern dorthin, wo es Rabattpunkte und gute Prämien gibt. Darauf spekuliert der Handel. Wer noch nicht genug Punkte für eine Prämie beisammen hat, kauft dann unter Umständen irgendetwas, nur damit die Punkte nicht verfallen.

Schnäppchenjäger sollten trotz Kundenkarte die Preise vergleichen. Manche Waren sind zum Normalpreis bei anderen Händlern günstiger als beim Anbieter eines Rabatt- oder Bonussystems. Bei größeren Anschaffungen lohnt es sich vielmehr, den Preis zu verhandeln.

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MDR JUMP

Lohnt sich das Punktesammeln?

Wer Treuepunkte sammelt, so das Versprechen des Einzelhandels, der spare beim Einkaufen. Doch ist dem wirklich so? Undwie steht es bei den Rabattsystemen mit dem Datenschutz?

15.03.2012, 14:51 Uhr | 01:39 min

Ob die Sachprämien tatsächlich immer die Punkte wert sind, darf bezweifelt werden. Kunden sollten daher genau schauen, ob sie die Prämie nicht anderswo zu einem günstigeren Preis bekommen, vor allem, wenn sie ohnehin zuzahlen müssen. Die  Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen empfiehlt, sich die gesammelten Punkte in bar auszahlen zu lassen, wenn dies möglich ist.

Der gläserne Kunde

Verbraucherschützer warnen immer wieder vor elektronischen Kundenkarten, da damit oft zu viele private Daten preisgegeben werden. Rechtlich reichen eigentlich schon die Angaben aus, die für die Abwicklung des Programms nötig sind. Vielen Anbietern von Bonusprogrammen geht es aber nicht nur um die Kundenbindung, sondern um die Erfassung von Kundendaten für Werbezwecke. Darum fragen sie vom Kunden oft mehr ab, als eigentlich erforderlich ist.

Kunden sollten deshalb immer nachlesen oder fragen, wofür die Daten verwendet werden. Werbung muss man sich nicht gefallen lassen, dies darf man aus dem Vertrag streichen bzw. kann man im Nachhinein widersprechen. Wie seriös die Angebote sind, kann man ebenfalls ganz einfach herausfinden: Der Kundenkartenanbieter muss kostenlos und schriftlich Auskunft darüber geben, welche Daten genau gespeichert werden und warum.

Besonders praktisch sind laut Stiftung Warentest die kleinen Kärtchen, die jedes Mal nur abgestempelt werden. Das machen Friseure, Kinos, Coffeeshops. Da gibt es den elften Haarschnitt oder Kaffee gratis. Man merkt den finanziellen Gewinn schnell und auch wegen des Datenschutzes muss man sich keine Sorgen machen.

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2012, 10:17 Uhr

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