Umschau | 17.04.2012 | 20:15 Uhr : Quicktipp: Kostenfallen bei Billigfliegern
Für zehn Euro nach London, Paris, Madrid: In Online-Preisvergleichen liegen Flüge der Low-Cost-Airlines meist ganz weit vorn. Wer bucht, kann aber eine böse Überraschung erleben. Denn die Billigflieger sind beim Erfinden von Gebühren und Aufschlägen ziemlich kreativ. Wir erklären, auf welche Kostenfallen Sie achten sollten.
Laut EU-Verordnung müssen die Airlines in der Werbung stets den gesamten Flugpreis inklusive aller Steuern und Gebühren angeben. Dazu gehören etwa Flughafensteuern, Auslands- und Luftverkehrssteuern, Verwaltungsgebühren oder auch Kerosinaufschläge. Während der Buchung dürfen Zuschläge dazukommen, die individuell vom Fluggast abhängen, zum Beispiel Gepäckzuschläge, Gebühren für Kreditkartenzahlung, Sitzplatzreservierungen, Online-Check-in oder bevorzugtes Boarding. Und genau diese Zuschläge sind es, die einen Vergleich so mühsam machen.
Gebühren fürs Bezahlen des Flugtickets
Generell gilt: Eine Zahlungsweise muss immer aufpreisfrei sein. Alle Fluganbieter sind laut EU verpflichtet, bei Onlinebuchungen mindestens eine kostenfreie Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Bei den meisten ist das die Lastschrift. Für Kreditkartenzahlungen dagegen werden je nach Anbieter sechs bis acht Euro fällig. Bei Ryanair wird als kostenfreie Variante nur die Bezahlung per Mastercard Prepaid angeboten. Doch dies wiederum kostet selbst Gebühren und ist kaum verbreitet.
| Ryanair | 6 Euro - keine Gebühren für Besitzer einer Ryanair Geldkarte oder Mastercard Prepaid. Übrigens: Wer sich das Buchen per SMS bestätigen lässt, zahlt 1,50 Euro extra. |
| Easyjet | Kreditkarten kosten 2,5 Prozent der Gesamtsumme, mindestens aber 6 Euro |
| Germanwings | 8 Euro für Kreditkarte bei Flügen ins europäische Ausland, 9,52 Euro bei innerdeutschen Flügen, Lastschrift ist frei. |
| Air Berlin | Kreditkarte 7 Euro, Lastschrift kostenfrei |
| Condor | Lastschrift ist kostenfrei, Kreditkarte kostet 8 Euro pro Transaktion. |
| TUIfly | Lastschrift kostenfrei, Kreditkarte kostet 8 Euro (innerhalb Deutschlands 9,52 Euro) |
Gepäckkosten
Wer nicht schon online beim Buchen genau angibt, wie viel er mitnehmen will, und dabei auch gleich bezahlt, kann am Flughafen extra zur Kasse gebeten werden. Manche Airlines wie Germanwings verlangen beim Einchecken den doppelten Gepäckaufschlag. Bei Ryanair werden aus 25 Euro bei der Online-Buchung 100 Euro am Schalter. Ein Problem mit den Gepäckkosten kann auch entstehen, wenn man nicht direkt bei der Airline, sondern über allgemeine Buchungsseiten wie swoodoo.de oder expedia.de bucht. Hier sollte man genau prüfen, ob der Anbieter die Gepäckgebühren mit einzieht, da es sonst am Flughafen teuer werden kann.
| Ryanair | Nur zwei Gepäckstücke dürfen aufgegeben werden. In der Hauptsaison (Juni bis September und um Silvester) kostet das erste 25 Euro (100 Euro, wenn nicht über ryanair.com gebucht) und das zweite schon 45 Euro (135 Euro, wenn nicht über ryanair.com) |
| Easyjet | Pro Passagier sind insgesamt 20 Kilogramm frei, jedes weitere Kilogramm kostet 12 Euro, wenn man online bucht. Am Flughafen sind die Gebühren höher (nicht angegeben). Pro Gepäckstück 17 Euro fällig. |
| Germanwings | 10 Euro pro aufgegebenes Gepäckstück bis 20 Kilogramm, wenn man online oder telefonisch anmeldet. Wenn man am Flughafen anmeldet, kostet das Anmelden des Freigepäcks 20 Euro. Übergepäck kostet bis 5 Kilogramm pauschal 50 Euro. |
| Air Berlin | Freigepäck für aufgegebenes Gepäck - 20 Kilogramm, ab Anfang Mai 23 kg (das muss aber ein Koffer sein, nicht zwei). Übergepäck - 2. Gepäckstück: 50 Euro). Babys unter 2 Jahren haben übrigens auch 23 Kilogramm Freigepäck. |
| Condor | Freigepäck 20 Kilogramm |
| TUIfly | Freigepäck 20 Kilogramm, pro Kilogramm Übergepäck sind zehn Euro fällig. Zusätzlich kann man Online Übergepäckpakete kaufen. So kosten fünf Kilo pauschal 35 Euro. |
Sitzplatzreservierung
Wer sich seines Platzes ganz sicher sein will, reserviert lieber im Voraus. Der Preis für eine Sitzplatzreservierung liegt bei den Billiganbietern bei etwa zehn Euro. Germanwings lässt sich die Beinfreiheit extra entlohnen.
| Ryanair | 10 Euro |
| Easyjet | zwischen 4 und 15 Euro |
| Germanwings | zwischen 8 und 15 Euro (letzteres ist für Best Seats, die Reihen 1 bis 10, da hat man mehr Beinfreiheit) |
| Air Berlin | 10 Euro |
| Condor | 10 Euro (Kurz- und Mittelstrecke) bis 15 Euro (Langstrecke) |
| TUIfly | 10 Euro |
Gebühr für bevorzugtes Boarding
Wer sich für bevorzugtes Boarding entscheidet, darf vor den anderen ins Flugzeug und sich einen Sitzplatz aussuchen. Das kann unter Umständen etwas Stress ersparen, kostet allerdings extra. Nicht jede Fluggesellschaft bietet diese Option an.
| Ryanair | 5 Euro, 6 Euro wenn nicht direkt über ryanair.com gebucht |
| Easyjet | 10,75 Euro |
| Germanwings | gibt es hier nicht, aber Familien mit Kindern dürfen eher rein |
| Air Berlin | gibt es hier nicht |
| Condor | gibt es hier nicht, aber Familien mit Kindern dürfen bevorzugt an Bord |
| TUIfly | nur in Verbindung mit einem Premium-Economy-Flug: enthält neben bevorzugtem Boarding, mehr Platz (Mittelplatz frei) und Sonderessen |
Online-Check-in
Viele Fluggesellschaften bieten einen Online-Check-in. Der ist bei den meisten kostenlos. Wer erst am Flughafen eincheckt, bezahlt bei den meisten Airlines ebenfalls nichts. Eine Ausnahme bildet jedoch Ryanair. Bei dem Billigflieger muss man online einchecken und die Bord-Karte ausdrucken. Dafür werden sechs Euro pro Flug erhoben. Die müssen allerdings schon im Preis in der Werbung enthalten sein, werden dort aber nicht jedes Mal ausdrücklich ausgewiesen. Teuer wird bei Ryanair der Check-in am Flughafen, denn der wird als "Neuausstellung einer Bordkarte" behandelt, für die eine Gebühr von 60 Euro erhoben wird.
Reisen mit Kindern
Tickets für Kinder können je nach Alter unterschiedlich teuer sein. Manchmal fliegen sie sogar kostenlos.Bei Kinderwagen oder Reisebetten sind die meisten Fluggesellschaften recht kulant. Ryanair bildet hier die Ausnahme.
| Ryanair | Für Kinder unter zwei Jahren zahlt man pauschal 20 Euro pro Flug. Sie sitzen auf dem Schoß der Eltern. Ein Kinderwagen kann kostenlos mitgenommen werden, für Kindersitz oder Reisebett werden 10 Euro bzw. 20 Euro (Buchung über Buchungszentrale oder am Flughafen) fällig. Wichtig: Kleinkinder ohne eigenen Platz dürfen auch kein Gepäck haben. Bei Kindern ab zwei Jahren zahlt man den vollen Reisepreis. |
| Easyjet | Für Kinder unter zwei Jahren zahlt man 24 Euro pro Flug, der Platz ist auf dem Schoß der Eltern. Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder Reisebett werden kostenlos mitgenommen. |
| Germanwings | Für Kinder unter zwei Jahren zahlt man pauschal 15 Euro ins europäische Ausland, 17,85 Euro bei innerdeutschen Flügen, der Platz ist auf dem Schoß der Eltern. Kleinkinder mit eigenem Sitzplatz oder Kinder bis einschließlich elf Jahre bekommen 20 Prozent Nachlass auf den Flugpreis. Bei Germanwings etwa kann man einen Kinderwagen oder einen Buggy oder ein Reisebett kostenlos aufgeben. |
| Air Berlin | Kinder unter zwei Jahren fliegen kostenlos innerhalb von Deutschland und zahlen 10 Prozent vom Ticketpreis bei Flügen ins Ausland. Kinder von zwei bis zwölf Jahren zahlen 67 Prozent des Nettoflugpreises (zzgl. Luftsicherheitskosten, Steuern und Gebühren). Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder Reisebett werden kostenlos mitgenommen. |
| Condor | Kinderwagen, Buggys, Betten und Kindersitze werden ohne Aufpreis im Laderaum befördert. Kinder unter zwei Jahren, die auf dem Schoß sitzen, bekommen 90 Prozent Ermäßigung auf den Flugpreis, Kinder unter zwölf erhalten 25 Prozent Ermäßigung. Familien mit Kleinkindern unter zwei Jahren können Sitzplätze kostenfrei reservieren. |
| TUIfly | Für Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr werden pauschal 15 Euro fällig. Die Kinder sitzen dann auf dem Schoß der Eltern. Kinder bis maximal elf Jahre erhalten 25 Prozent Ermäßigung. Kinderwagen, Buggy, Kindersitz oder Reisebett werden kostenlos mitgenommen. |
Telefonisch buchen
Die Buchung am Telefon ist nicht überall kostenlos. Manche Anbieter berechnen einen Aufschlag, wenn nicht übers Internet gebucht wird.
| Ryanair | 20 Euro Aufschlag, wenn man nicht über die Webseite, sondern über Call-Center oder Reisezentrale bucht |
| Easyjet | Die Buchung am Telefon kostet 18 Euro mehr als die Online-Buchung. |
| Germanwings | Nur die Online-Buchung ist kostenlos. Acht Euro werden fällig, wenn über Call-Center, externe Vermittler oder am Flughafen gebucht wird. |
| Air Berlin | 17 Euro Servicegebühr, wenn man online bucht, 27 Euro Servicegebühr bei telefonischer Buchung |
| Condor | Zwischen den Buchungsarten bestehen keine Preisunterschiede. |
| TUIfly | Hier werden pro Person und Strecke fünf Euro extra fällig, wenn man nicht online, sondern am Telefon bucht. |

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