Umschau-Quicktipp

Umschau-Quicktipp | 30.05.2012 : Tricksereien mit Testsiegeln

Ein Testsiegel suggeriert geprüfte Qualität und löst bei vielen Verbrauchern einen Kaufimpuls aus. Doch mit Siegeln wird auch getrickst. Darum sollten sie nie der einzige Grund für den Kauf eines Produktes sein.

Testsiegel

Kriterien für werthaltige Test-Urteile

Werthaltige Testsiegel zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Experten vergeben werden, die unabhängig vom Auftraggeber testen. Dazu zählt beispielsweise die Stiftung Wartentest. Sie wird vom Staat finanziert und testet ohne kommerzielles Interesse. Wer sich hinter anderen Siegeln verbirgt, ist oft nur mit größerem Rechercheaufwand herauszufinden. Jeder Hersteller kann seine Produkte selbst testen, Siegel entwerfen und auf sein Produkt drucken.

Tests sollten transparent und nachvollziehbar sein. Das ist dann der Fall, wenn das Siegeln Angaben zum Tester enthält. So hat der Verbraucher die Möglichkeit, sich beim Tester über Details zu informieren und die Objektivität des Verfahrens einzuschätzen.

Der Verbraucher sollte das Testurteil einordnen können. Das kann er, wenn nicht nur "gut" auf dem Produkt steht, sondern auch ob es Mitbewerber gab, die besser abgeschnitten haben. So macht es beispielsweise die Stiftung Warentest.

So wird mit Siegeln getrickst

Der "Experten"-Trick

Wenn Hersteller ohne Angaben von Zahlen mit "von Ernährungswissenschaftlern", "von Experten" oder "von Dermatologen" getestet werben, sollte man vorsichtig sein. Die Unverbindlichkeit der Angaben, lässt den Verbraucher im Unklaren darüber, wer konkret gestestet hat. Gesetzliche Regelungen gibt es dazu keine. Diese Grauzone wird von vielen Herstellern ausgenutzt, um den Kunden ein umfassendes Experten-Urteil zu suggerieren, das es in Wirklichkeit nicht gibt.

Siegel werden zu lange genutzt

Viele Produkte werben zu lange mit einem Testergebnis. Das macht das einmal vergebene Testsiegel obsolet. Denn Qualität kann schwanken. Das gilt vor allem für Lebensmittel. Bei der Stiftung Warentest beispielsweise dürfen die Hersteller die Testergebnisse nur so lange verwenden, bis das gleiche Produkt in einem aktuelleren Test untersucht oder das Produkt verändert worden ist. Die Nutzungsdauer der Siegel regelt der Verleiher.

Quicktipp
MDR JUMP

Tricksereien mit Testsiegeln

Ein Testsiegel suggeriert geprüfte Qualität und beeinflusst bei vielen Verbrauchern eine Kaufentscheidung positiv. Doch Vorsicht: Mit mit Siegeln wird auch getrickst!

30.05.2012, 08:40 Uhr | 01:44 min

Produkte wurden nie getestet

Immer wieder werden Testsiegel für Produkte verwendet, die gar nicht getestet worden sind. So wurde beispielsweise das Handy A 1 getestet und mit einem Siegel versehen. Mit diesem Siegel wird aber auch für das leicht modifizierte Handy A 2 geworben. Das ist nicht erlaubt.

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2012, 08:52 Uhr

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