Umschau-Quicktipp

Umschau-Quicktipp | 16.07.2012 : Beklaut im Urlaub - kein Grund zur Panik

Wer in den Urlaub fährt, hat einiges an Wertsachen im Gepäck: Bargeld, eine teure Kamera, Schmuck und natürlich die Reisedokumente. Meist achtet man besonders auf diese Dinge, doch ganz sicher ist man nie: Ein Trickdieb im Gedränge, das nur einen kurzen Augenblick unbeaufsichtigte Hotelzimmer – was tun, wenn plötzlich die Papiere weg sind?

Ein Taschendieb.

Wichtige Telefonnummern notieren

Vor der Reise sollten Ausweispapiere, Geld- und Krankenkassenkarten sowie Fahrkarten kopiert werden. Die Kopien müssen natürlich getrennt von den Originalen untergebracht werden. Für Notfälle sollten die Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer der deutschen Vertretung im Urlaubsland notiert werden. Sie kann helfen, wenn man plötzlich unvorhergesehen in Not gerät.

Geldkarten sperren

Bei Verlust sollte man umgehend alle Bank- und Kreditkarten sperren lassen. Das geht meist unter der zentralen Sperrnummer (0049) 116. Fragen sie bei Ihrer Bank nach, ob diese eine Hotline für Kartensperrungen hat. Für Schäden, die nach dem Anruf erfolgen, haftet die Bank und nicht mehr der Kunde. Um den Sperr-Auftrag im Zweifelsfall beweisen zu können, sollte man deshalb den Namen des Mitarbeiters und die Uhrzeit des Gesprächs notieren.

Anzeige bei der Polizei erstatten

Der Verlust des Geldbeutels und der Papiere muss bei der Polizei gemeldet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Dies ist Voraussetzung, damit Banken, Behörden und Versicherungen für den Verlust aufkommen. Bei Sprachproblemen ist es sinnvoll, sich an das örtliche Büro des Reiseveranstalters zu wenden. In Touristikregionen gibt es meist auch Polizisten, die Deutsch sprechen.

Weg zur Botschaft

Sind die Ausweispapiere weg, sollte der nächste Weg zur deutschen Botschaft oder dem deutschen Konsulat führen. Beide sind ermächtigt, provisorische Reiseausweise auszugeben. Diese berechtigen zur Rückkehr nach Deutschland, nicht aber zur Weiterreise in andere Länder. Die Dokumente lassen sich schneller ausstellen, wenn die Bestohlenen Fotokopien aller verloren gegangenen Ausweispapiere (s.o.) vorlegen können. Kfz-Papiere, Führerschein und Personalausweis können nur von den Heimatbehörden ersetzt werden.

Geld besorgen

Geldscheine im Portemonaie
Geld kann per Überweisung kommen.

Reisende, die im Urlaub ausgeraubt werden und keinen Notgroschen im Hotelsafe haben, sollten sich an ihren Reiseveranstalter bzw. Hotelchef wenden. In der Regel können Angehörige oder Freunde Geld auf ein Konto des Reiseveranstalters überweisen. Die Reiseleitung vor Ort zahlt das Geld dann an den Reisenden in bar aus.

Die Finanzdienstleister Western Union und Moneygram ermöglichen weltweite Überweisungen innerhalb weniger Minuten. Das Geld kann dabei von einem Bekannten überwiesen und im Urlaubsland bei der verabredeten Filiale abgeholt werden. Dort muss man eine zugewiesene Geheimnummer und seinen vorläufigen Personalausweis vorzeigen. Die Bearbeitungsgebühren sind aber sehr hoch.

Hausratversicherung zahlt nicht immer

Der Umschau Quicktipp
MDR JUMP

Beklaut im Urlaub

16.07.2013, 00:10 Uhr | 01:58 min

Bei Verlust von Bargeld und Wertsachen außerhalb der eigenen vier Wände kommt unter Umständen die Hausratversicherung auf. Dazu muss einem sein Eigentum jedoch mit Gewalt entwendet worden sein. Ein einfacher Trick- oder Taschendiebstahl auf der Straße ist nicht abgesichert. Auch die Wertsachen im Hotel oder in der Ferienwohnung sind nur dann versichert, wenn sie gut weggeschlossen waren, also wenn Türen, Fenster Tresore oder Schränke aufgebrochen werden mussten. Können die Gauner indes ungehindert in die Unterkunft spazieren, etwa wegen nicht verschlossener Türen, kann der Urlauber leer ausgehen.

Wie hoch die Entschädigung ist, steht in den Versicherungspapieren. Bei Bargeld liegt die Obergrenze häufig bei 1.000 Euro. Bei Wertgegenständen wie Fotoapparaten und Handys beträgt die Entschädigung oft zehn Prozent der Versicherungssumme: Wer also Hausrat für 70.000 Euro versichert hat, bekommt im Schadensfall höchstens 7.000 Euro erstattet.

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2013, 09:24 Uhr

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