Umschau-Quicktipp

Umschau : Wann ist eine Mieterhöhung erlaubt?

Jedes Jahr fordern Millionen Wohnungs- und Hauseigentümer höhere Mieten. Die sollte man jedoch nicht ohne weiteres zahlen, denn jede dritte Mieterhöhung in Deutschland ist unzulässig, so der deutsche Mieterbund. In der Regel wird die Miete mit dem Verweis auf allgemein gestiegene Mieten begründet. Wir verraten, wann die Erhöhungen wirksam werden und wann nicht.

Ein Biefmorgen mit markiertem Text.

Erhöhung des Mietpreisniveaus der Wohnungsumgebung

Der Vermieter kann eine Mieterhöhung verlangen wenn, die sogenannten Vergleichsmieten in der Nachbarschaft der Wohnung angestiegen sind. Entweder lässt sich das anhand des örtlichen Mietspiegels nachweisen. Existiert der nicht, muss der Vermieter drei vergleichbare Wohnungen angeben, bei denen die Mieten höher liegen.

Den örtlichen Mietspiegel erhält man zum Beispiel beim Mieterverein oder der Stadtverwaltung.

Jahresfrist einhalten

Für Mieterhöhungen gilt eine Jahressperrfrist. Nachdem die letzte Mieterhöhung wirksam wurde, muss der Vermieter mindestens zwölf Monate bis zur nächsten Mieterhöhung verstreichen lassen. Geschieht dies nicht, ist die Mieterhöhung unwirksam.

Keine grenzenlose Erhöhung

Für die Erhöhung gilt eine sogenannte Kappungsgrenze. Innerhalb von drei Jahren darf der Vermieter maximal 20 Prozent auf die Kaltmiete aufgeschlagen.

Schriftform

Die Mieterhöhung bedarf der Schriftform und muss begründet werden. Ein einfaches Schreiben à la 'Bitte zahlen Sie ab nächstem Monat 100 Euro mehr', reicht nicht aus.

Zustimmung

Für die Erhöhung benötigt der Vermieter das Einverständnis des Mieters. Dieser muss  zustimmen, wenn die Erhöhung formal in Ordnung ist – also wenn die ortsübliche Vergleichsmiete herangezogen, die Jahressperrfirst eingehalten und die Kappungsgrenze beachtet wurde. Der Mieter hat ausreichend Zeit zur Prüfung der Forderung: zwei Monate und den Rest den Monats, in dem das Schreiben des Vermieters eingegangen ist. Stimmt der Mieter dann nicht zu, hat wiederum der Vermieter drei Monate Zeit zu klagen. Tut er das nicht, verfällt seine Forderung. 

Weitere Gründe für Mieterhöhung

Der Mietzins kann sich auch erhöhen, wenn die Nebenkosten gestiegen sind. Das betrifft die Warmmiete. Eine höhere Miete kann der Wohnungseigentümer auch dann verlangen, wenn er die Wohnung modernisiert hat und so der Wohnwert gestiegen ist oder Energie gespart wird. Es gibt allerdings eine Obergrenze für die Umlage: elf Prozent der Investitionskosten auf die Jahreskaltmiete draufschlagen.

Zuletzt aktualisiert: 17. September 2013, 16:03 Uhr

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