Umschau | 04.09.2012 | 20:15 Uhr : Altersarmut wird im Osten größeres Problem als im Westen
Die neue Beispielrechung der Bundesregierung ist erschreckend: 2030 wird das Renteniveau bei 43 Prozent des Nettogehalts liegen. Die aktuellen Verdienststatistiken verdeutlichen das Ausmaß der drohenden Altersarmut.
Das Bundesarbeitsministerium warnt vor Altersarmut. Nach der neuen Modellrechnung der Bundesregierung bekommen 2030 viele Rentner kaum mehr als die staatliche Grundsicherung (688 Euro). Das ist der Fall, wenn man monatlich 2.500 Euro brutto verdient hat und 35 Jahre in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Derzeit hat nur die Bundesanstalt für Arbeit eine Statistik, aus der hervorgeht, wie viele Arbeitnehmer brutto weniger als 2.500 Euro pro Monat verdienen. Das sind bundesweit derzeit 43 Prozent. Allerdings liegt der der Anteil im Westen "nur" bei 39 Prozent, im Osten dagegen bei 67 Prozent, also deutlich höher. Diese Statistik zählt im Übrigen nur die Vollzeitbeschäftigten. Nimmt man das Heer der Teilzeitkräfte hinzu, liegen die Zahlen noch höher. Für Ende September hat das Statistische Bundesamt aktuelle allumfassende Zahlen angekündigt.
| Thüringen | 69% |
| Mecklenburg-Vorpommern | 68% |
| Sachsen | 66% |
| Sachsen-Anhalt | 66% |
| Brandenburg | 65% |
| Schleswig-Holstein | 49% |
| Berlin | 48% |
| Niedersachsen | 46% |
| Rheinland-Pfalz | 43% |
| Saarland | 40% |
| Bayern | 39% |
| Nordrhein-Westfalen | 38% |
| Bremen | 38% |
| Hessen | 36% |
| Baden-Württemberg | 35% |
| Hamburg | 34% |
| (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte, ohne Auszubildende, Stand: 31.12.2010) |
Beispielrechnungen
Die Leipziger Fachanwältin für Sozialrecht Nannette von Zitzewitz zeigt anhand von drei Beispielrechungen, die zu erwartende Höhe der Rente von Personen, die mit 67 in Rente gehen und bis dahin kontinuierlich ihren gegenwärtigen Verdienst erhalten:
| Geschlecht | Alter | bisherige Arbeitsjahre | Arbeitsentgelt in Euro | zu erwartende Rente in Euro |
|---|---|---|---|---|
| weiblich | 52 | 28 | 1.200 | 709 |
| weiblich | 35 | 13 | 1.500 | 754 |
| männlich | 26 | 10 | 1.700 | 924 |

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