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Umschau | 23.08.2011 | 20:15 Uhr : Reste-Test: Wie viel in der Tube bleibt

Die Deutschen geben jährlich fast 13 Milliarden Euro für Körperpflegeprodukte aus. Doch viel Geld muss zwangsläufig in den Müll geworfen werden, weil man nicht die gesamte Füllmenge aus Tuben, Flaschen, Tiegeln und Schachteln bekommt. Wir haben gemessen, wie viel drin bleibt.

verpackungen und ihr restinhalt

Wir haben elf Produkte aus den Bereichen Körperpflege und Kosmetik gekauft. Dem Verbraucher werden verschiedene Systeme angeboten, um das Produkt aus der Verpackung zu bekommen. Er kann pumpen, ausdrücken oder auch rollen. Um zu sehen, was drin bleibt, haben wir die elf Produkte so weit wie möglich entleert und zum Durchleuchten in die Radiologie gebracht. Die Bilder des Computertomografen beim Radiologen zeigen, dass man noch viele Restmengen sieht.

Eichamt ermittelt Restmengen

Wir sind überrascht und wollen es genau wissen. Deshalb haben wir die gleichen Produkte noch einmal gekauft und bringen sie ins Landeseichamt Sachsen-Anhalt in Halle. Dort wird gewogen, entleert und nochmals gewogen. Anschließend öffnet der Experte die Packungen und entleert sie komplett. Nur so kann er die Verpackung wiegen und dann errechnen, wie viel genau für den Verbraucher unerreichbar bleibt. Bei unserem Test blieb bei einigen Produkten bis zu einem Drittel der Füllmenge in der Packung. Bei hochpreisigen Waren können das gleich ein paar Euro sein, die verloren gehen. Die Bilder aus dem Computertomografen und die Testergebnisse sehen sie in der Bildergalerie.

Umschau | 23.08.2011 | 20:15 Uhr: Soviel bleibt in der Tube

Auf einem Tisch stehen etliche Tuben und Plastikflaschen. Es sind alles Kosmetikartikel. Links ein Seifenspender, rechts der gleiche Spender im Röntgenbild Eine Cremetube, rechts daneben die Tube durchleuchtet

[Bilder]


Keine Regeln für Mindestentleerungsmengen

Eine Plastikflasche kopfüber an einer Wand.
Kopfüber gelagert, lässt sich die Flasche restlos entleeren.

Es gibt keine gesetzliche Regelung, die festlegt, wie viel maximal in der Verpackung bleiben darf. Für den Verpackungstechnologe Professor Eugen Herzau von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig sind Restmengen ein Ärgernis, mit dem er sich immer wieder beschäftigt. Er empfiehlt: "Ein Verbraucher kann sich nur dahingehend wehren, dass er Produkte auswählt, bei denen er von einer guten Entleerbarkeit ausgehen kann. So können die Kunden ein Stück weit mit den Füßen abstimmen. Verkaufen sich die Produkte nicht mehr, wird der Hersteller so gezwungen, über das Problem nachzudenken."

Tricks zum Sparen

Eine Tube in einer Quetsche
So holt man auch den letzten Rest aus einer Tube.

Den Ärger über vergeudete Restmengen haben pfiffige Hersteller für sich genutzt und bieten Hilfen an. Da gibt es zum Beispiel eine Gummifläche, die beidseitig mit Saugnäpfen ausgestattet ist. In der Dusche angebracht, können an die Saugnäpfe beispielsweise Duschgels und Schampooflaschen kopfüber gelagert werden. Umgekehrt aufgehängt, läuft auch der Rest aus der Flasche. Mit einem Wattestäbchen lässt sich das Make-up aus dem letzten Winkel holen. Ein anderes Hilfsmittel ist eine Tubenquetsche. Zahnrädchen drücken die teure Creme restlos aus der Tube. Und die Zahnpasta lässt sich aufschneiden, um mit der Bürste an den Rest zu kommen.

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2011, 21:59 Uhr

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