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Umschau | 17.04.2012 | 20:15 Uhr : Rostgarantie greift nicht bei jedem Rost

Beim Kauf des Kleinwagens wurde eine Rostgarantie über zwölf Jahre gegeben. Doch als sich trotz Scheckheftpflege schon nach fünf Jahren Roststellen zeigten an dem Fahrzeug, wollten weder der Händler noch der Hersteller die Garantieansprüche anerkennen. Damit haben sie durchaus recht, auch wenn das für Kunden schwer nachvollziehbar ist. Denn in den Garantiebedingungen ist Rost nicht gleich Rost. Für die Autobesitzerin ging die Angelegenheit trotzdem gut aus.

Kleinwagen
Trotz Scheckheftpflege traten bei diesem Kleinwagen nach fünf Jahren Rostschäden auf.

Vor fünf Jahren kaufte sich Monika Z. einen Neuwagen,  für den eine Rostgarantie über zwölf Jahre gegeben wurde. Seither ließ die Frau das Auto in dem Autohaus, in dem sie es erworben hatte, in den vorgegebenen Serviceintervallen warten. Kein Wunder also, dass das scheckheftgepflegte Fahrzeug auf den ersten Blick auch heute noch in einem tadellosen Zustand zu sein scheint. Doch unterhalb der Tür haben sich unter dem Lack sogenannte Rostblumen entwickelt. Als sich die Kundin deswegen an ihr Autohaus wandte, winkte der Händler ab. Trotz der Rostgarantie wollten weder er noch der Hersteller Mitsubishi den Schaden übernehmen.

Rost ist nicht gleich Rost

sogenannte Rostblumen unter der Lackschicht eines Autos
Unterhalb der Tür bildeten sich unter dem Lack sogenannte Rostblumen.

Für die meisten Kunden ist Rost gleich Rost. So hat es auch Monika Z. verstanden. Der Händler und der Hersteller sehen es jedoch anders. Bei den Roststellen in Monika Z.s Fahrzeug handele es sich nicht um eine Durchrostung von innen nach außen. Mit diesem Argument lehnen sie eine Übernahme durch Garantie ab. Anwältin Katrin Schmitt erklärt, warum der Hersteller damit recht hat: "Die Rostgarantie gilt immer dann, wenn ein Blechteil von einem Fahrzeug von innen nach außen rostet, sprich der Rostursprung im Inneren des Teils liegt und dann von innen nach außen zu Tage tritt." Aus ihrer Sicht entsteht das falsche Verständnis von der Rostgarantie, weil ein ungenauer Name verwendet werde. Korrekterweise müsse man von einer Durchrostungsgarantie sprechen und nicht von einer Rostgarantie, so die Anwältin.

Gutachter können Ursachen von Rostschäden erkennen

Rechtsanwältin Katrin Schmitt
Rechtsanwältin Katrin Schmitt: ungenauer Name verwendet

Erstaunlicherweise schreibt Mitsubishi: "Die zu sehenden Korrosionsspuren können durchaus ihren Ursprung in kleinen Beschädigungen der Lackoberschicht haben." Ursache dafür kann sowohl eine unsachgemäße Pflege durch den Kunden sein, als auch eine fehlerhafte Lackierung durch den Hersteller. Gutachter Stefan Krone stellt an Monika Z.s Auto fest, dass es mit "großer Wahrscheinlichkeit" im Werk falsch lackiert wurde. Um größeren Rostlöchern vorzubeugen, empfiehlt er eine Sanierung, für die er rund 3.800 Euro kalkuliert. Als Mitsubishi von diesem Gutachten erfährt, will sich das Unternehmen aus Kulanz mit 750 Euro an der Reparatur beteiligen. Für Monika Z. ist das zu wenig. Doch mehr könne sie nicht verlangen, da die normale Garantie und die Gewährleistung abgelaufen seien, wie Rechtsanwältin Katrin Schmitt erläutert. Darum sei die Kundin auf die Kulanz angewiesen.

Rostgarantie
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Ist Garantie für Reparatur von Rostschäden nutzlos?

Vollmundig werden beim Autokauf sogenannte Rostgarantien angepriesen - eine Reparatur von Rostschäden. Doch Rost ist nicht gleich Rost.

17.04.2012, 20:15 Uhr | 04:57 min

Gutes Ende

Als das Fernsehen nachhakt, spricht der Autohändler am Telefon von einer "sehr unglücklichen Situation". Offiziell will er sich aber nicht äußern. Bei Mitsubishi bewirkt der Anruf vom Fernsehen dann aber doch etwas: Wie der Händler bestätigt, will der Hersteller aus Kulanz nun doch die kompletten Reparaturkosten übernehmen.

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2012, 22:05 Uhr

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