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Umschau extra | 20.12.2011 | 20:15 Uhr : Kampf den Rückenschmerzen: Trainingsgeräte für den Hausgebrauch im Test

80 Prozent der Deutschen leiden unter Rückenschmerzen. Sportgerätehersteller bieten deshalb eine breite Palette von Geräten für den Hausgebrauch an, um seinen Rücken zu trainieren. Wir haben einige Geräte quer durch alle Preissegmente getestet.

Wir nehmen Sportgeräte unter die Lupe, die zwischen zehn und knapp 240 Euro kosten. Sie werden von den Sportstudenten Linda und Christian getestet und von Dr. Christiane Wilke beurteilt. Sie ist Sportwissenschaftlerin an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Alle Produkte versprechen einen gesunden Rücken.

Swingstick (je nach Ausführung zw. 10 - 90 Euro)

Der Swingstick besteht aus einem ca. zwei Meter langen Stab aus flexiblem Material. An den Enden sind Kunststoffkugeln montiert. In der Mitte gibt es einen Griff. Bewegt man den Stab in der Mitte am Griff, wird er durch die Trägheit der Kugeln an den beiden Enden in Schwingungen versetzt. Um den Schwingungen entgegenzuwirken, muss man den Körper anspannen. Das trainiert vor allem die Muskeln entlang der Wirbelsäule oberhalb des Gesäßes, erklärt Sportwissenschaftlerin Dr. Wilke. Auch der Tester ist vom Trainingseffekt überzeugt. Den Swingstick gibt es in verschiedenen Preisklassen. Aus der Sicht unserer Expertin erkennt man zwar den höheren Preis an der besseren Verarbeitung. Doch für Freizeitsportler reiche die günstigere Variante aus, meint sie.

Reizstromgerät (ca. 40 Euro)

Das Gerät besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus Plättchen (Elektroden), die auf die Haut geklebt werden und den Strom dorthin bringen. Und zum anderen aus einem Bedienelement, mit dem die Stromstärke gesteuert wird. Der Reizstrom soll die Muskeln entspannen und die elektrischen Impulse sollen Schmerzen lindern. Die Plättchen werden an die Körperstellen geklebt, die trainiert werden sollen. So hat es auch unsere Testerin gemacht. Sie beschreibt die Wirkung: "Ich spüre an den Stellen eine leichte Vibration, ist ganz angenehm." Für Dr. Wilke ist das Gerät nicht geeignet, langfristige Effekte zu erzielen: "Wenn ich das zur Entspannung einsetze, bringt es einen kurzfristigen Effekt. Langfristig ist es sicherlich so, dass man das nicht alleine einsetzen kann um Rückenschmerzen vorzubeugen."

Rückenbank (50 Euro)

Auf die Rückenbank legt man sich bäuchlings mit Oberschenkel und Becken, um dann den Rumpf zu heben. Dabei ist der Anstellwinkel der Bankfläche individuell einstellbar. Mit dieser Übung wird der lange Rückenstrecker, der entlang der Wirbelsäule läuft, insbesondere im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule trainiert. Mit leichten Variationen der Übungen lassen sich auch andere Muskeln trainieren. Streckt man beispielsweise beim Rumpfheben die Arme nach vorn und bewegt sie gegeneinander kurz auf und ab, dann trainiert man auch die kleinen Muskeln entlang der Wirbelsäule. Das Urteil der Expertin Dr. Wilke ist verhalten: "Vom Prinzip her könnte man diese Übungen auch auf einer Matte machen. Einige Leute machen es halt lieber mit einem Gerät."

Passive Rückentrainer (169 Euro)

Der passive Rückentrainer ist ca. ein halben Meter hoch. Er bietet eine Beinablagefläche. Um das Gerät zu nutzen, legt man sich rücklings auf den Boden und legt die Beine auf die Ablagefläche. Der obere Teil des Gerätes hebt und senkt sich. Diese Bewegung überträgt sich, sodass sich der Oberschenkel in der Hüfte bewegt. "Die Wirkung auf den Rücken ist marginal oder auch gar nicht vorhanden. Der Preis steht  in keiner Relation zur Wirkung", urteilt Dr. Wilke. Um den gleichen Effekt zu erreichen, empfehlt sie eine sogenannte Stufenlagerung der Beine, zum Beispiel auf einem Hocker.

Der Elektromassagesitz (236 Euro)

Der Elektromassagesitz sieht aus wie ein Autositz. In die Rückenlehne sind Rotoren eingebaut, die Wärme erzeugen und den Rücken mit kreisenden Bewegungen massieren. "Schöne Massage", findet unsere Testerin. Doch die Expertin ist skeptisch, was den  Trainingserfolg betrifft: "Wenn man die Muskulatur verspannt hat, wie jetzt im Winter, ist durch Wärme und kreisende Bewegungen eine kurzfristige Muskelentspannung möglich. Langfristig würde das bei Rückenschmerzen auch nicht reichen."

Fazit:

Man kann viel Geld ausgeben, um seine Rückenschmerzen mit Geräten für den Hausgebrauch zu lindern. Sinnvoller ist es jedoch, regelmäßig, maßvoll und unter Anleitung in einer Rückenschule oder einem Fitnesscenter zu trainieren.

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2011, 08:09 Uhr

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