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Umschau | 04.12.2012 | 20:15 Uhr : Nicht jeder reduzierte Preis ist auch ein Schnäppchen

In der Vorweihnachtszeit werben Kaufhäuser, Spielwarenketten und Parfümerien in ihren Werbeprospekten mit Schnäppchen zum Fest. Oft sind alte Preise durchgestrichen und durch niedrigere ersetzt. Die Umschau überprüft, ob die Preise auch im Vergleich zu anderen Anbieter wirklich günstiger sind.

Eine Grafik, auf der"-50 %" geschrieben steht.

In ihrem aktuellen Prospekt wirbt die Drogeriemarktkette "Müller" mit einem Weihnachtsschnäppchenpreis für das Kosmetik-Set von Jean Paul Gautier. Es kostet 54,95 Euro. Doch richtig günstig ist das noch nicht, wie ein Vergleich mit der Parfümeriekette Douglas zeigt. Dort kostet das gleiche Kosmetik-Set nur 49,95 Euro. Und das, obwohl Douglas nicht gerade als günstig gilt. Wir finden bei "Müller" und "Douglas" noch weitere Produkte mit diesem Preisgefälle.

Bei Spielzeug machen wir eine gegensätzliche Entdeckung. Dieses Mal werden die Werbepreise aus dem Karstadt-Kaufhausprospekt von der Drogeriekette "Müller" unterboten. Das Spielzeug-Pony kostet dort nur 89,99 Euro und ist damit zehn Euro günstiger als im Kaufhaus. Auch andere Spielwaren kosten bei "Müller" weniger, als bei Karstadt. Aus Sicht des Handelsexperten Prof. Alexander Hennig gibt es keine absolut teuren oder preiswerten Anbieter mehr. "Handelsketten operieren mit Mischkalkulation, manche Produkte sind teurer, auf der anderen Seite reduzieren sie für manche Produkte die Preise".

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Wie günstig sind Schnäppchen in Weihnachtskatalogen?

Auf der Jagd nach Geschenken schauen viele auch auf den Preis. Viele Weihnachtskataloge locken mit Schnäppchen. Doch lohnt sich das wirklich?

04.12.2012, 20:15 Uhr | 06:33 min

Versandhäuser selten mit wirklichen Schnäppchen

Nicht nur der Einzelhandel wirbt mit Schnäppchenpreisen zum Weihnachtsfest, auch der Versandhandel zieht mit. "Otto" senkte beispielsweise den Preis für ein Smartphone von 649 auf 599 Euro. Das sind zwar ein Abschlag von fast acht Prozent, aber noch kein Schnäppchen-Niveau. Bei "Mediamarkt" ist das gleiche Handy zum regulären Preis von 449 Euro zu haben. Das sind 25 Prozent weniger als der "Otto"-Schnäppchen-Preis. Bei anderen Produkten aus dem "Otto"-Prospekt ist es ähnlich. Nur bei einem Kaffeeautomat für 499 Euro bestätig ein Mediamarkt-Verkäufer: Günstiger als bei "Otto" wird es definitiv nicht. In diesem Fall ist das Katalogangebot tatsächlich unschlagbar.

Viele wahre Schnäppchen bei Lebensmitteldiscountern

Wenn es um Schnäppchenpreise geht, sollte man auch die Angebote der Lebensmittediscounter testen. Bei "Lidl" wurde am vergangenen Montag ein Tablet-PC für 179 Euro verkauft. Der günstigste Online-Händler verlangt mindestens 236 Euro für das Gerät. Der Tablet-PC von "Lidl" ist also ein Schnäppchen. Doch Schwächen gibt es bei der Verfügbarkeit des Geräts. Kurz nach dem Verkaufsstart gab es in der von uns besuchten Filiale nur noch ein Exemplar.

Ob man mit dem Tablet zurechtkommt, sollte man mal allerdings schon vorher gecheckt haben. In der Filiale erklärte man uns nämlich, dass ein Umtausch nur möglich ist, wenn die Verpackung nicht geöffnet wurde. Auch beim Lebensmitteldiscounter "Norma" gibt es Schnäppchen. Der Preis eines Rasierers von "Braun" ist ebenso unschlagbar wie der einer Nähmaschine, die im Angebot war. Allerdings muss man hier, genauso wie bei Lidl, rechtzeitig genug im laden sein.

Tipp

Bei reduzierten Preisen in Werbeprospekten sollten Sie generell skeptisch sein. Zu empfehlen ist, die Preise bei mindestens zwei Preismaschinen zu prüfen.

Für den Preischeck unterwegs bieten viele Preisvergleichsportale auch Apps fürs Smartphones an. Dabei ist dann meist auch ein Barcodescanner, der das Eintippen von Produktnamen bei der Suche überflüssig macht. Allerdings funktioniert der Barcodescanner nur, wenn man im Geschäft einen guten Mobilfunkempfang hat.

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2012, 22:36 Uhr

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