Umschau | 28.08.2012 | 20:15 Uhr : Sicher zur Schule - das ist nicht selbstverständlich
Im vergangenen Jahr sind in Mitteldeutschland rund 11.000 Kinder auf dem Weg zur Schule verunglückt. Gefahrenstellen werden oft erst beseitigt, wenn ein Unfall passiert ist. Die MDR-Aktion für einen sicheren Schulweg unterstützt Eltern und Lehrer, die schon vorher etwas ändern möchten.
Ein Trampelpfad direkt neben einer Bundesstraße - so kommen gut ein Dutzend Schüler in Zschillichau im Landkreis Bautzen jeden Morgen zum Schulbus. Zwar gilt hier Tempo 50, allerdings hält sich fast niemand daran. "Die Autos fahren sehr schnell", sagt Vater Cliff H.: "Die Schülerinnen und Schüler müssen manchmal zur Seite springen, um nicht ernsthaft verletzt zu werden." Besonders wenn Lkw vorbeifahren, wird es für die Kinder eng und gefährlich.
MDR sorgt für sichere Schulwege
In Zschillichau hat sich trotz der Hinweise der Eltern bislang nichts getan. Cliff H. wandte sich deshalb an die Redaktion der MDR-Hörfunkwelle JUMP, die seit elf Jahren eine Aktion für sichere Schulwege betreut. Auch die "Umschau" unterstützt das Projekt, bei dem in diesem Jahr bereits 800 Hilferufe von besorgten Eltern und Lehrern eingegangen sind. Gemeinsam suchen der MDR und die Elterninitiativen Lösungen, wie diesmal in Zschillichau.
Gespräche mit Elternvertretern und dem Bürgermeister
Für die Lösung des Problems hat MDR JUMP einen Vororttermin organisiert. Neben den Elternvertretern kamen auch der Bürgermeister und der Straßenbauverantwortliche von Zschillichau. Cliff H. hatte so die Möglichkeit, ihnen die Wünsche der Eltern mitzuteilen. Aus seiner Sicht würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und ein Schild, das auf den Schulweg hinweist, die Gefahr mindern. Nun hat sich die Gemeinde bereit erklärt, zumindest einen provisorischen Gehweg zu bauen und Hinweisschilder aufzustellen.
Experte: Engagement von Eltern und Lehrern ist wichtig
Für Schulwege gibt es keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen. Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat erklärt, dass jedes Bundesland andere Gesetze hat. "Letztendlich hängt es auch immer vom Engagement einzelner Personen vor Ort ab, inwieweit die Schulwege gesichert werden." Deshalb sei Eigeninitiative von Eltern und Lehrern notwendig.

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