Di 08.08. 2017 20:15Uhr 29:45 min

Umschau extra

Die Schwierigkeiten mit dem Hochwasserschutz

Komplette Sendung

Moderatorin Anna Plasencia
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
MDR FERNSEHEN Di, 08.08.2017 20:15 20:45

Beiträge aus der Sendung

Im Sommer 2002 traten die Elbe und ihre Zuflüsse über die Ufer. Das Jahrhunderthochwasser hinterließ eine Schneise der Verwüstung. 21 Menschen starben. Tausende verloren ihr Hab und Gut. Bundesweit richtete die August-Flut einen Schaden von 9,2 Milliarden Euro an, sechs Milliarden allein in Sachsen.

Die Naturkatastrophe zeigte, dass der bis dahin konzipierte Hochwasserschutz nicht mehr ausreichte und neue Maßstäbe angelegt werden mussten. Doch der Bau von neuen Hochwasserschutzanlagen hat nicht nur Befürworter. Mitunter musste der Staat mit Enteignung drohen. Das "Umschau extra" berichtet über Grundstücksbesitzer, die ihr eigenes Glück über das Wohl der Gesellschaft stellen.

Eine Lehre aus dem Jahrhunderthochwasser war auch, dass die Flüsse ihre natürlichen Überflutungsgebiete brauchen. Die hatten die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten bevölkert und bebaut. Nachdem nach 2002 ganze Dörfer abgerissen wurden, wird anderorts kritisiert, dass Häuser in hochwassergefährdeten Zonen genehmigt und gebaut wurden. Anwohner, die schon über Generationen Häuser in solchen flussnahen Regionen besitzen, überlegen, wie sie die Schadenregulierung nach einer möglichen neuen Flut in Griff bekommen.

Eine Elementarschadenversicherung ist eine Lösung. Doch für die muss man in gefährdeten Lagen horrende Prämien zahlen. Seit Jahren fordern vor allem die ostdeutschen Länder und Verbraucherschützer eine Pflicht für diese Versicherung, damit der Schutz bezahlbar wird. Doch die Bundespolitik und Versicherungen halten das für nicht notwendig und blockieren.

"Umschau extra" berichtet auch von abenteuerlichen Schutzplänen. Eigentümer wollen ihre Häuser mit Spezialtechnik einfach höher legen lassen. Auch hier steht wieder die Frage, wie bei allen Maßnahmen: Wer bezahlt das?