Umschau extra | 20.12.2011 | 20:15 Uhr : Ist der Dresdner Weihnachtsstollen wirklich der beste?
Bäcker aus dem Erzgebirge sind überzeugt, dass ihr Stollen mindestens genau so gut wie das Pendant aus Dresden ist. Ob das stimmt, haben wir getestet.
Nicht nur in Dresden hat das Stollenbacken eine lange Tradition, sondern auch im Erzgebirge. Aber nur Dresden hat damit Berühmtheit erlangt. Wenn es nach den Bäckern aus dem Erzgebirge geht, soll ihr Weihnachtsgebäck genau so bekannt werden.
Dazu haben sie eine Vermarktungsgesellschaft gegründet und ein Qualitätssiegel für den "Originalen erzgebirgischen Stollen" ins Leben gerufen. Das wird seit August dieses Jahres vergeben und garantiert Qualität. Bislang haben sich 15 Bäcker dieser Bewegung angeschlossen. Sie geben sich selbstbewusst und schreiben auf ihrer Webseite: "Und endlich können wir der Welt zeigen, dass die besten Stollen aus dem Erzgebirge kommen – schließlich sind wir ja das Weihnachtsland." Ob das Gebäck aus dem Erzgebirge mit dem aus Dresden konkurrieren kann, lassen wir testen.
Mehr Früchte machen den Dresdner saftiger
Gerd Kastenmeier ist zwar Starkoch in Dresden, aber gebürtiger Bayer. Er und sein Chefkoch probieren in einer Stichprobe jeweils sieben Stollen aus Dresden und aus dem Erzgebirge. Bei der Bewertung des Starkochs sind vor allem Optik, Verarbeitung und Zutaten wichtig. Sein Urteil:
Der Dresdner ist saftiger und der Erzgebirgsstollen lockerer. Das kommt dadurch, dass in den Dresdner mehr Rosinen, Orangeat und Zitronat kommen als in den Erzgebirgsstollen. Doch unterm Strich steht für den Starkoch, der schon einige Zeit in Dresden lebt, jedoch fest: "Wer als Dresdner einen Stollen kennt, der weiß, da müssen viele Rosinen, Mandeln rein. Das Ding muss saftig sein und deswegen gibt’s für mich nur eines: Dresdner Stollen." Genau so sehen es auch die Besucher des Weihnachtsmarktes in Freiberg und auf dem Striezelmarkt in Dresden. Acht von elf Befragten ziehen den Dresdner dem Erzgebirgsstollen vor.
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