Umschau | 20.03.2012 | 20:15 Uhr : Was bringen Rabatte an der Tankstelle?
5 Cent Rabatt, wenn man eine Waschmünze kauft, Fast Food essen und beim Sprit sparen oder an der Tankstelle Punkte sammeln und anschließend einkaufen gehen: Was bringen Tankrabatte? Mit dem Auto-Experten Matthias Cordts überprüfen wir aktuelle Spar-Angebote.
Unseren ersten Tankstopp machen wir bei Shell. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung mit McDonald’s. Wer dort essen geht, kann mit einem Gutschein später ermäßigt tanken und 2 Cent pro Liter sparen. Wir rechnen aus, ob sich das für den Kunden lohnt und sind erstaunt über das Ergebnis.
36 Euro Einsatz für 32 Euro Rabatt
Der Durchschnittsfahrer legt pro Jahr etwa 20.000 Kilometer zurück, verbraucht 8 Liter Benzin auf 100 Kilometern, das sind 1.600 Liter pro Jahr. Wenn er pro Liter 2 Cent Rabatt bekommt, spart er mit den Gutscheinen 32 Euro im Jahr. Der billigste Hamburger kostet 1 Euro. Weil der Durchschnittsfahrer 36 Mal im Jahr tankt, müsste er also mindestens 36 Hamburger kaufen, um an die Gutscheine zu kommen. Das heißt, um beim Tanken mit Hilfe der Gutscheine 32 Euro zu sparen, muss er erst einmal 36 Euro bei McDonald's lassen. Unter dem Strich legt er also vier Euro drauf.
An der Kasse bietet Shell weitere Rabatte an – zum Beispiel Gutscheinhefte oder Treuepunkte auf die Kundenkarte. Und auch ADAC Mitglieder und Postbank-Kunden tanken bei Shell günstiger. Sie bekommen den Sprit 1 Cent günstiger. Doch das kann man auch einfacher haben, wenn man gleich zu einer günstigeren Tankstelle fährt, meint unser Experte Matthias Cordt.
Würstchen aus dem Angebot für 1.000 Treuepunkte
Unseren nächsten Stopp legen wir an einer Esso-Tankstelle ein. Dort bietet man für jeweils zwei getankte Liter Treibstoff einen Treuepunkt. Die Punkte werden auf der sogenannten Deutschlandcard verbucht. Zum Start bekommt man 200 Punkte geschenkt. Ein Durchschnittsfahrer sammelt etwa 800 Punkte in einem Jahr. Das macht unterm Strich 1.000 Punkte. Einlösen kann man die bei Drogerien, Reisebüros oder Supermärkten. Doch wie viel bekommt man für seine 1.000 Punkte? Wir probieren es aus und sind enttäuscht. Unsere Ausbeute ist ziemlich mager: Es gibt Würstchen aus dem Angebot, Kaffee oder einen Schokoriegel.
Im Vergleich steht Esso mit diesem Angebot noch gut da. Dort bekommt unser Durchschnittsautofahrer nach einem Jahr Waren für 10 Euro. Die Treuepunkte bei Aral bringen Waren für 8 Euro, bei Total Waren für nur 3 Euro 20.
Draufzahlen statt Sparen mit der AvD-Kreditkarte
Wir recherchieren im Internet. Beim Automobilclub von Deutschland (AvD) entdecken wir ein interessantes Angebot. Drei Prozent Rabatt auf jede Tankfüllung, bei jeder Tankstelle. Dafür müssen wir allerdings Clubmitglied werden und beim Tanken immer mit einer Kreditkarte bezahlen. Lohnt sich das? Wir rechnen aus, dass ein Durchschnittsfahrer auf diese Weise 76,80 Euro im Jahr sparen kann. Allerdings kostet die Mitgliedschaft im Automobilclub von Deutschland 59 Euro im Jahr. Für die Kreditkarte sind noch einmal 25 Euro fällig. Im Klartext: Ein Durchschnittsfahrer macht mit diesem Angebot pro Jahr ein Minus von 7,20 Euro. Und wir entdecken noch einen Haken: Wer seine Kreditkartenabrechnung nicht sofort begleicht, zahlt 11,65 Prozent Zinsen.
"Sparen" bei Mr. Wash
Unser letzter Testkandidat ist die Autowaschkette Mr. Wash. Dort stoßen wir auf den bislang höchsten Rabatt: Man lässt den Autofahrern 5 Cent auf jeden getankten Liter nach. Den Rabatt bekommt man aber nur, wenn man auch eine Waschmarke kauft.
Wir probieren es aus. 8 Euro 50 kostet die billigste Autowäsche. Wenn wir zweimal im Monat in die Waschanlage fahren, bekämen wir 54 Euro Rabatt. Für 24 Waschmarken zahlen wir 204 Euro. Macht unter dem Strich Minus 150 Euro. Wer seinen Wagen ohnehin regelmäßig in einer Waschanlage wäscht, für den lohnt sich das Angebot – als Extrawäsche aber nicht.
Das Fazit unseres Experten Matthias Cordt: "Bei Tank-Rabatten macht man keinen großen Schnitt. Wenn die Mineralölfirmen es wirklich ehrlich meinen würden, könnten sie ja die Rabatte direkt auf den Benzinpreis umsetzen." Stattdessen setzen sie jedoch auf Lockangebote. Das scheint ein lohnendes Geschäft zu sein.

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.