Umschau

Umschau extra | 17.12.2013 | 20:15 Uhr : Teures Parfüm

Das große Geschäft mit dem vermeintlichen Luxus

Parfüm steht auf vielen Wunschzetteln ganz oben. Doch das beliebte Geschenk zählt oft auch zu den teuren. Wir haben Markendüfte unter die Lupe genommen und festgestellt, dass mancher Händler Nachahmerprodukte auf den Markt bringt, die den Originalen in nichts nachstehen - außer im Preis.

Rothaarige Frau mit Parfüm-Spray.

Parfüms stehen ganz oben auf dem Weihnachts-Wunschzettel. Werden die Wünsche erfüllt, freut das nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Kosmetik-Industrie. Die Umschau nimmt den Düfte-Markt unter die Lupe. Wir zeigen, welche Anbieter um die Gunst der Kunden werben, welche preisgünstigeren Alternativen es gibt und wie verträglich sie sind.

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Die vier Marktbeherrscher

Diverse Parfüm-Flakons.
Düfte werden oft für das Zigfache ihrer Herstellungskosten verkauft.

Mit abgefüllten Düften lassen sich gute Geschäfte machen. Insider verraten, dass beispielsweise die Zutaten für ein 50-Milliliter-Fläschchen von Boss oder Jil Sander oft nicht mehr als drei Euro kosten. Im Laden müssen die Kunden jedoch das Zehn- bis Dreißigfache bezahlen. Viele geben das Geld jedoch aus, weil die Werbebotschaften sie erreicht haben. Die versprechen zum Beispiel unvergessliche Momente oder eine unwiderstehliche Ausstrahlung. Diese aufwändige Werbung lassen sich die Unternehmen zwar einiges kosten, dennoch bleibt unterm Strich viel übrig. Davon profitieren vor allem die vier großen Konzerne L´Oreal, LVMH, Coty und Procter & Gamble. Sie dominieren die Regale der Parfümerien und bestimmen die Preise. Auf der Produktpalette des Weltmarktführers L´Oreal finden sich zum Beispiel Marken wie Diesel oder Yves Saint Laurent. Aus dem Hause LVMH kommen Marken wie Christian Dior oder Kenzo. Der Coty-Konzern produziert Produkte unter den Namen Adidas oder Jil Sander. Marken wie Gucci, Boss oder Dolce & Gabbana gehören zu Procter & Gamble.

Preiswert, aber nicht billig: Smell-alikes

Doch viele Kunden sind nicht bereit, diese hohen Preise zu zahlen. Sie suchen nach preiswerten Alternativen. Die gibt es in Drogerien und im Internet. In Onlineshops werden aber nicht nur Marken-Fälschungen aus Fernost oder der Türkei angeboten, sondern auch sogenannte "Smell-alikes". Dabei handelt es sich um Düfte, die Händler offiziell und legal produzieren lassen. Sie duften wie bekannte Markenprodukte, sind aber erheblich günstiger. Mit dieser Aussagen dürfen die Händler aber nicht werben.

Original und Nachahmung im Vergleich

Dresdner Parfümeur Uwe Herrich gibt im Film u.a. einen kleinen Einblick in die Geheimnisse der Parfümeurskunst.
Der Dresdner Parfümeur Uwe Herrich gibt einen Einblick in die Parfümeurkunst.

Die Umschau hat sich preiswerte Nachahmungen besorgt und zusammen mit Markenprodukten einer Qualitäts- und Gesundheitsprüfung unterzogen. Chemiker des Universitätsklinikums Leipzig haben die Düfte auf Gesundheitsrisiken untersucht. Die Qualität der Nachahmungen hat der Dresdner Parfümeur Uwe Herrich beurteilt. Er kreiert auch individuelle Düfte, eine Alternative zum Massengeschmack aus den Parfümerien. Sie sind einzigartig und kosten auch nicht mehr als die Markenparfüms. Zu den Kunden des Dresdners zählen übrigens auch Mitglieder des europäischen Hochadels.

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Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2013, 12:21 Uhr

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