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Umschau | 07.02.2012 | 20:15 Uhr : Langzeit-Touristen: Wie deutsche Rentner in der Türkei überwintern

Wie verbringt man als Rentner den Winter? Einige tun es in der Türkei. Dort ist das Wetter milde und preiswert ist es auch. Viele Reiseanbieter locken Gäste in der Wintersaison mit zahlreichen Vorteilen.

Seit zehn Jahren zieht es Günter und Paula K. nach Side. Hier, im Süden der Türkei ist das Mittelmeer derzeit 17 Grad warm. Hier verbringt das Rentnerehepaar die kalte Jahreszeit. "Ist doch traumhaft schön. Man atmet ganz anders. Man lebt auf, man fühlt sich jünger", schwärmt Paula K.. Rund 1.500 Langzeiturlauber zieht es wie das Ehepaar K. an diesem Ort, vor allem Rentner aus Deutschland.

Türkei
Günter und Paula K. verbringen den Winter in der Türkei.

Preiswert ist es allemal: Die sechs Wochen in einem Vier-Sterne-Hotel kosten die Rentner gerade einmal 787 Euro, umgerechnet 18 Euro pro Tag. Dabei ist ihr Aufenthalt "all inclusive", sogar Bier und Schnaps gibt es umsonst. Zuhause würden sie allein für Lebensmittel einige hundert Euro ausgeben und müssten außerdem einkaufen, kochen und abwaschen. Stattdessen aber lassen sie sich jetzt drei Stunden am Tag beim Essen bedienen. Davon gibt es reichlich: Das Buffet umfasst 50 Meter mit türkischen Speisen, angepasst an den deutschen Geschmack.

Türkisches Essen
All inclusive: Das Essenangebot ist reichhaltig. Sogar Bier und Schnaps gibt es umsonst.

Das Ehepaar K. profitiert von der Winterflaute. Ursprünglich hatten sie zwar ein anderes Hotel gebucht, doch das schloss kurz vor ihrem Abflug wegen mangelnder Auslastung. Jetzt wohnen sie in einem anderen Hotel haben sogar ein Zimmer mit Meerblick. Für die Aussicht müssten sie eigentlich knapp 100 Euro extra zahlen, doch das Hotel ist nicht ausgebucht und hat ihnen den Zuschlag erlassen.

Einheimische leben in dem Stadtteil nicht, dafür gibt es aber 15.000 Hotelbetten und es kommen weitere dazu. Weil in der Hauptsaison nicht gebaut werden darf, wird das jetzt getan, auch nachts. Auch die meisten Shops im Zentrum werden gerade erneuert. Trotz aller Unwägbarkeiten und Nachteile, ist Paula K. zufrieden:

"Im Winter muss man wirklich Abstriche machen, wenn man in die Türkei fliegt. Es ist beim Hinflug so, es ist beim Rückflug so. Man kriegt kurzfristig Absagen, aber trotzdem hat immer alles geklappt."

Paula K.

Die Hotels kämpfen mit Preisnachlässen um die wenigen Wintertouristen. Im Vergleich zum Sommerpreis bekommen Gäste wie das Ehepaar K. zum Beispiel im Winter einen Rabatt von 70 Prozent. Denn die Hotels brauchen die Gäste, um das Personal halten zu können:

"Die Hoteliers machen da auf alle Fälle Verlust. Aber sie wollen ihr Personal, ihr gutes Personal, das sie für eine gute Dienstleistung brauchen, nicht verlieren. Deswegen müssen sie auch über Winter offen haben."

Mehmet Küyük Reiseleiter

Für Reiseveranstalter ist jeder, der mehr als vier Wochen am Urlaubsort bleibt ein Langzeittourist. Und um die kämpfen sie. Einige Veranstalter spendieren ihnen sogar einen kostenlosen Heimflug. Einer bietet zum Beispiel einen kostenlosen Gesundheitscheck in einer Privatklinik, wovon Herzpatient Günter K. schon Gebrauch gemacht hat:

"Das Wichtigste für mich sind schnelle Behandlungsmöglichkeiten vor Ort. Und von der Qualität der Behandlung kann ich nichts Schlechtes sagen."

Günter K.

Günter und Paula K. überwintern hier 42 Tage pro Jahr. Und diese Zeit bekommen sie spielend und preiswert herum.

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2012, 09:59 Uhr

2. Friedrich Müller:
Hotelname??? In Ihrer Sendung (Umschau - Langzeit-Touristen Türkei) war kurz das Portal des 4-Sterne-Hotel in Side eingeblendet, in dem das Ehepaar K. logierte - wie lautet der Hotelname? Alternative: besteht eine Möglichkeit den Bericht im Internet nochmals anzusehen um selbst den Hotelnamen herauszufinden? Alternative: besteht eine Möglichkeit über die Familie K. den Hotelnamen in Erfahrung zu bringen? Herzlichen Dank für Ihre Bemühung Friedrich Müller
09.02.2012
18:08 Uhr
1. Nora Sachs:
bei welchem Veranstalter bucht die Familie K.ihre Überwinterung? Können wir mit der Familie Kontakt aufnehmen und wenn ja dann wie.Mit freundlichen Grüßen Nora Sachs
08.02.2012
18:20 Uhr

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