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Umschau | 28.08.2012 | 20:15 Uhr : Hochgenuss: Drei Türme, drei Restaurants

Der Dresdner Fernsehturm war bis 1990 ein Ziel vieler Besucher, die einen schönen Blick zusammen mit einem Kaffee genießen wollten. Der Leipziger Uniriese und der JenTower in Jena sind es noch heute. Die "Umschau" hat sich die Geschäftskonzepte - mit Hochgenüssen und hohen Kosten - angesehen.

Intershop Tower in Jena

Der Dresdner Fernsehturm und sein Turmcafé

Nach dem Berliner Fernsehturm ist der Dresdner mit 252 Metern das zweithöchste Bauwerk im Osten Deutschlands. Bis 1990 gab es in 150 Metern Höhe ein Café und eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform mit Blick auf die Dresdner Elbhänge. 1969 war das Turmcafé eingeweiht worden und lockte jährlich rund 200.000 Besucher auf den Fernsehturm.

Ein Förderverein engagiert sich für die Wiederöffnung des Cafés oder wenigstens der Besucherplattform. Doch die Telekom als heutiger Besitzer hat kein Interesse daran, die technische Anlage auch touristisch zu nutzen. Wenigstens vier bis acht Millionen Euro müssten dafür investiert werden - ohne das Engagement der Stadt Dresden ist das kaum zu leisten.

Das Leipziger Cityhochhaus mit dem Restaurant Panorama Tower

In Leipzig hat sich das Konzept mit Aussichtsplattform und Restaurant bisher bewährt. Beides gibt es schon seit der Eröffnung 1972 als Universitätsgebäude. In 145 Meter Höhe haben Besucher einen grandiosen Blick über die Stadt.

Für den Pächter des Uniriesen ist der Restaurantbetrieb nur eine von mehreren Einnahmequellen. Genauso wichtig sind die Vermietungen - und die Dachterrasse. Drei Euro zahlt jeder Besucher für den Blick von der Aussichtsplattform. Diese Gelder fließen direkt in die hohen Nebenkosten, die Wartung der Fahrstühle und den Brandschutz. Und wer einmal oben ist, für den ist der Weg ins Restaurant nicht mehr weit.

JenTower von Jena und Panoramarestaurant Scala

"Keksrolle" wird der kreisrunde Turm in Jena liebevoll genannt. 29 Etagen hat der JenTower und ist insgesamt 159 Meter hoch. Seit 2001 gibt es in den Dachetagen das Panoramarestaurant Scala.  Für den Gastronomen Andreas Machner hat das wirtschaftliche Konzept drei Säulen: den Restaurantbetrieb, den Bankettbereich und das touristische Angebot. Die Besucherplattform bietet einen 360-Grad-Rundumblick auf Jena.

Bei der Eröffnung des Turmes 1972 gab es in der 26. Etage eine Cafeteria, die nur an den Wochenenden der Öffentlichkeit zugänglich war. Sie wurde von der Mensa der Friedrich-Schiller-Universität Jena betrieben. Der damalige Leiter Günter Burkhardt erinnert sich, dass die Gäste nach den Eintrittskarten für die Cafeteria Schlange standen - manchmal bis zu eineinhalb Stunden.

Diesen Andrang gibt es im Panoramarestaurant Scala heute zwar nicht mehr. Aber Gastronom Andreas Machner arbeitet bereits an einem weiteren Standbein. In der 27. Etage direkt unter seinem Restaurant will er ein Hotel eröffnen: "In dieser zentralen Lage der Stadt ist überhaupt kein Verkehrslärm zu hören. Das sollte sicher ein Argument sein, viele Gäste hier zu einer Übernachtung begrüßen zu dürfen." Neben dem Schallschutz investiert Machner vor allem in die Klimatisierung der Zimmer. Gut 200.000 Euro gibt er allein dafür aus. Die Höhe und der perfekte Blick haben eben ihren Preis.

das Leipziger City-Hochhaus
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Hochgenüsse, hohe Kosten und hohe Türme

Restaurants in Fernsehtürmen und Hochhäusern sollen besondere Gastroerlebnisse versprechen. Wir stellen drei Turm-Gaststätten vor und fragen nach deren Zukunftsfähigkeit.

28.08.2012, 20:15 Uhr | 07:58 min

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2012, 21:32 Uhr

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