MDR FERNSEHEN | 29.05.2012 | 20:15 Uhr : Zufriedene Pendler: Wie Firmen Mitarbeiter locken
Wenn die Bezahlung stimmt und es berufliche Perspektiven gibt, sind offenbar immer mehr Westdeutsche bereit, zur Arbeit in den Osten zu pendeln. Besonders die Grenzregion von Thüringen ist in dieser Hinsicht attraktiv geworden. Die "Umschau" folgt drei Pendlern aus Bayern, die zur Arbeit in den Osten fahren.
Holger W. fährt täglich eine Stunde von seinem Wohnort Hof in Bayern nach Neuhaus in Thüringen. Dort arbeitet er als Marketingleiter bei der Firma Glasbearbeitung und Beschichtung. Weil ihm das Unternehmen weitgehende Freiheiten lässt, nimmt er den langen Weg zur Arbeit gern in Kauf.
Derzeit entwickelt die Firma besonders hitzebeständige Beschichtungen von Leuchtmitteln. Wenn die Produktion weiter so gut läuft, könnte der kleine Handwerksbetrieb in einigen Jahren Marktführer sein, hofft Geschäftsführer Knauer. Doch dafür braucht es gute Fachkräfte.
Der zweite West-Ost-Pendler ist Fernando N. aus dem oberfränkischen Ort Pressig. Der Familienvater fährt von Montag bis Freitag jeden Morgen anderthalb Stunden in die Firma. Sein Arbeitsplatz ist in Neuhaus am Rennweg beim Unternehmen HPT Neuhaus, das Pharmaverpackungen herstellt. Fernando N. fühlt sich mit der Firma sehr verbunden und nimmt den langen Arbeitsweg in Kauf. Die Frau von Fernando P. pendelt ebenfalls nach Thüringen. Sie arbeitet in der Verwaltung eines Baumarktes.
Gute Arbeitskräfte sind in der Rennsteigregion knapp, werden aber gebraucht, denn der Landkreis Sonneberg hat derzeit ein phantastisches Wirtschaftswachstum von 42 Prozent. HPT Neuhaus lockt ihre Mitarbeiter mit Löhnen auf Westniveau und sozialen Annehmlichkeiten. So gibt es zum Beispiel einen Fitnessraum, den man in den Pausen nutzen kann. Hier können Mitarbeiter sogar Massagen auf Kosten der Firma erhalten.
Bei HPT Neuhaus ist auch die Werkzeugmechanikerin Nadine H. aus dem bayerischen Teuschnitz angestellt. Sie fährt jeden Tag 30 Kilometer von West nach Ost zur Arbeit. Nach der Lehre hatte sie einen Job zu Hause. Doch es fiel ihr nicht schwer, nach Thüringen zu wechseln. Die Bezahlung ist die gleiche und sehr schnell hat man der 24-Jährigen die Verantwortung für einen ganzen Produktionsbereich übertragen. Zudem finanziert der Arbeitgeber die Strecke mit Tankgutscheinen.
Die Beispiele zeigen: Für ansprechende Löhne, gute Aufstiegschancen und ideale Arbeitsbedingungen fahren gut qualifizierte Fachkräfte aus dem Westen auch nach Thüringen.

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