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Umschau | 08.11. 2011 | 20:15 Uhr : Unfälle im Haushalt: Hohes Risiko in den eigenen vier Wänden

Brände im Haushalt entstehen oft in der Küche. Ein häufiger Auslöser ist Fett, dass sich auf dem Herd entzündet. Wer dann versucht, das Feuer mit Wasser zu löschen, erreicht meist das Gegenteil: Anstatt die Flammen einzudämmen, löst er eine zerstörerische Explosion aus.

Feuerwehrmann sucht Brandursache in einer Küche.

Gefahren lauern im Haushalt überall. Doch nirgends sind sie so groß wie in der Küche. Mehrere Zehntausend Küchenbrände löscht die Feuerwehr jedes Jahr. Die gefährlichsten sind die sogenannten Fettbrände, die auch tödliche Folgen haben können. So geschehen in einem Haus in Dithmarschen. Auch dort hatte sich Fett in einem Top entzündet. Besonders tragisch war in diesem Fall, dass ein pflegebedürftiges Ehepaar Bewohner des Hauses war. Eine Pflegerin versuchte zuerst, den bettlägerigen Mann aus dem Haus zu bringen. Doch sein Bett passte nicht durch die Tür. Dann schlossen sich plötzlich die automatischen Rollläden der Fenster. Die Pflegerin konnte sich retten, doch das Ehepaar blieb im Haus gefangen. Anwohner versuchten vergeblich, in den hinteren Teil des Hauses einzudringen. Das Ehepaar starb in den eigenen vier Wänden.

Wasser verstärkt Fettbrände erheblich

Brandermittler stellten später fest, dass das Feuer durch einen Löschversuch der Ehefrau erst richtig zum Ausbruch gekommen war. Denn: Gießt man Wasser auf brennendes Fett, so entsteht ein noch viel größeres Feuer.

Ein Experiment der Feuerwehr mit hohen Sicherheitsvorkehrungen zeigt das auf beeindruckende Weise: In einem Topf wird normales Pflanzenfett aus dem Supermarkt erhitzt. Die Menge entspricht etwa jener, die für ein Fondue oder Pommes Frites notwendig ist. Nach einer halben Stunde entzündet sich das Fett. Dann wird darauf ein Liter Wasser gegeben. Die Folge: Das Wasser verdunstet explosionsartig. Aus einem Liter Wasser werden in Sekundenbruchteilen 1700 Liter Wasserdampf. Diese enorme Menge passt in keinen Topf. Das explodierende Wasser wird in die Luft geschleudert und reißt das brennende Fett als Flammenwolke in die Höhe.

Jaimie De Luna hat eine solche Brandwolke überlebt. Sie hatte Pommes Frites frittiert und vergessen, den Herd abzustellen. Mit einem Tuch wollte sie den Topf von der heißen Platte schieben, doch das Tuch fing Feuer. Zuletzt weiß sie sich nur mit Wasser zu helfen. Das hat dramatische Folgen: "Meine beiden Hände hatten stark gebrannt. Ich hatte keine Wimpern mehr. Ich hatte Krusten überall auf den Wangen und auf der Nase." Jamie hat inzwischen einen radikalen Schnitt gezogen. Zwar wagt sie sich wieder an den Herd, aber mit heißem Fett will sie nicht mehr kochen.

Tipps: So beugen Sie Fettbränden vor

  • Verlassen Sie beim Kochen den eingeschalteten Herd nie unbeaufsichtigt. Das gilt besonders beim Kochen mit der Pfanne.
  • Küchendämpfe und Fette verschmutzen Dunstabzugshauben. Auch diese können sich bei einem flammenden Topf entzünden. Reinigen Sie die Abzugshauben regelmäßig, aber nie mit brennbaren Flüssigkeiten. Gegebenenfalls müssen die Filter ausgetauscht werden.
  • Flambieren Sie nie unterhalb der Dunstabzugshaube.
  • Lassen sie niemals Topflappen oder Handtücher auf dem Herd liegen, auch, wenn der Herd ausgeschaltet ist.
  • Kinder sollten über mögliche Gefahren in der Küche aufgeklärt werden. Toaster und Herd sollten so gesichert sein, dass sie von Kleinkindern nicht eingeschaltet werden können.

Was tun bei einem Fettbrand?

Gießen Sie nie Wasser auf brennendes Fett! Sie löschen am besten, indem sie das Feuer mit einem Deckel ersticken. Vorher oder danach sollten Sie versuchen, den Topf von der heißen Platte zu schieben. Nehmen Sie den Deckel nicht gleich nach dem Erlischen des Feuers herunter, sondern warten sie noch ein paar Minuten, da es sonst zu einer erneuten Entzündung kommen kann.

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2011, 16:57 Uhr

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