Umschau

Umschau | 22.11. 2011 | 20:15 Uhr : Verpackungstricks bei Butter

Ein Stück Butter liegt auf einer Untertasse.
Die Qualität der Milch bestimmt die Qualität der Butter.

Butter ist immer so gut, wie die Milch, aus der sie gemacht wird. Und deren Qualität wiederum wird beeinflusst vom Futter der Kühe. Eine Untersuchung der Universität Kassel zeigte: Je mehr Grünfutter eine Kuh zu fressen bekommt, desto besser ist die Butter, die aus ihrer Milch hergestellt wird. Denn frisches Gras steigert den Anteil an wertvollen Omega-3-Fettsäuren in der Milch. Werden dagegen vorwiegend Silomais und Kraftfutter gefüttert, geht ein großer Teil gesunder ungesättigter Fettsäuren verloren. Stallhaltung führt darum zu einer weniger wertvollen Butter.

Die meisten Kühe stehen im Stall

Kühe im Kuhstall
Die meisten Milchkühe stehen ganzjährig im Stall.

Kühe auf grünen Wiesen kommen auch beim Käufer gut an. Darum wird auf zahlreichen Butterverpackungen mit solchen Bildern geworben. In Wirklichkeit werden jedoch nur wenige Kühe hauptsächlich mit grünem Gras genährt. Denn eine typische deutsche Milchkuh ist auf Hochleistung getrimmt. Sie soll pro Tag bis zu 50 Liter geben. Solche Mengen sind mit Weidehaltung nicht zu erreichen. Der Agrarwissenschaftler Onno Poppinga hält Werbung mit Graswiesen und Kühen darum oft für unseriös. "Es zeigt ja schon eine Fahrt durch die Landschaft, dass man nur noch selten Kühe auf den Weiden sieht. Umgekehrt nimmt die Zahl der Kühe zu, die ganzjährig im Stall gehalten werden. Das passiert aus Rationalisierungsgründen. Man kann dann mit der gleichen Menge an Arbeitskräften mehr Tiere betreuen."

Anbieter ohne Bedenken

Kühe liegen auf einer Bergalm.
Wie idyllisch: Kühe auf der Weide

Warum aber wird dann auf den Verpackungen mit der natürlichen Weidehaltung geworben? Aldi erklärte uns, die Verpackung sei keine "Dokumentation", sondern diene zur "Verdeutlichung, das es sich bei diesem Produkt um Kuhmilchbutter handelt." Rewe antwortete auf entsprechende Nachfrage: "... die grafische Abbildung von Gras allein hat keinen greifbaren Anhaltspunkt für die Fütterungsweise der Kühe." Sie bietet "keinen konkreten Aussagegehalt". Bei Hansano sieht man sich nicht betroffen: "Wir bilden keine Kühe auf der Weide ab."

Weidepflicht nur bei Milch für Bio-Produkte

Wie viel Weidemilch wirklich in der Butter steckt, bleibt ein Geheimnis und ist für den Verbraucher kaum zu durchschauen. Gesetzliche Vorgaben gibt es nur bei Bioprodukten, denn hier herrscht Weidepflicht für die Kühe. Eine mögliche Alternative sind Produkte aus Regionen, in denen aus Tradition oder wegen günstiger klimatischer Bedingungen mehr geweidet wird wie zum Beispiel im Voralpenland, an den Küsten oder in Irland.

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2011, 18:17 Uhr

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